Rekognition: Amazons Gesichtserkennung hat Schwierigkeiten mit Frauen

Neue Probleme mit Amazons Gesichtserkennungssystem Rekognition: Das System hat Schwierigkeiten, Frauen von Männern zu unterscheiden. Das gilt besonders für Frauen mit dunkler Hautfarbe, mit der das System ohnehin Mühe hat. Amazon weist die Kritik zurück.

Artikel veröffentlicht am ,
Gesichtserkennungssystem (Symbolbild): jede fünfte Frau als Mann identifiziert
Gesichtserkennungssystem (Symbolbild): jede fünfte Frau als Mann identifiziert (Bild: John MacDougall/AFP/Getty Images)

Probleme mit dunkler Hautfarbe hat sie schon länger. Jetzt kommen Probleme mit Frauen hinzu - erst recht mit Frauen dunkler Hautfarbe: Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben neue Schwachstellen in Amazons Gesichtserkennungssoftware Rekognition aufgedeckt.

Stellenmarkt
  1. IT-Spezialist (w/m/d) mit Schwerpunkt Dienstplanung
    Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg-Eppendorf
  2. Experte (w/m/d) Corporate Governance & Compliance
    AIXTRON SE, Herzogenrath
Detailsuche

Nach der Studie hat Rekognition Schwierigkeiten, Frauen als solche zu erkennen, in 19 Prozent der Fälle hielt es eine Frau für einen Mann. Noch schlechter war das Ergebnis bei Frauen mit dunkler Hautfarbe. Die hielt Rekognition sogar in 31 Prozent der Fälle für einen Mann.

Schon bei früheren Studien hatte sich gezeigt, dass Amazons Gesichtserkennungssoftware Probleme mit der Hautfarbe hat: Es identifiziert Menschen mit dunkler Haut häufiger falsch als solche mit heller Haut.

Bei der Geschlechtererkennung ist Rekognition deutlich schlechter als Systeme anderer Anbieter wie etwa Microsoft, IBM und Megvii, auch als Face++ bekannt. Diese drei hatten die MIT-Forscher im vergangenen Jahr kritisiert, weil ihre Software Schwierigkeiten hatte, schwarze Frauen zu erkennen. Alle drei reagierten jedoch und verbesserten ihre Software.

Golem Karrierewelt
  1. Hands-on C# Programmierung: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    13./14.09.2022, virtuell
  2. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    14.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Anders Amazon: MIT-Studienleiterin Joy Buolamwini hatte Amazon-Chef Jeff Bezos im Juni vergangenen Jahres über die Ergebnisse informiert. Sie habe weder eine Antwort erhalten, noch habe Amazon das System verbessert, schreibt Buolamwini in einem Blogeintrag.

Gesichtsanalyse oder Gesichtserkennung?

Matt Wood, Leiter des Bereichs künstliche Intelligenz bei Amazon Web Services, verteidigte in einer Mitteilung das System. Die MIT-Forscher hätten die Gesichtsanalyse, nicht aber die Gesichtserkennung getestet, sagte er. Erstere identifiziere Gesichter in Videos oder Bildern und erfasse Attribute wie etwa, dass in dem Gesicht eine Brille vorhanden sei. Nur bei der Erkennung werde ein Gesicht gegen Gesichter auf den Fotos oder Videos abgeglichen.

Zudem hätten die MIT-Forscher eine ältere Version von Rekognition getestet. Amazon habe im November eine neue Version eingeführt. Bei eigenen Tests dieser Version habe Amazon keine Unterschiede bei der Erkennung des Geschlechts in den Ethnien gefunden.

US-Behörden nutzen Rekognition

Amazon hat Rekognition 2016 vorgestellt. Das System erkennt Menschen und Objekte in Videos und Bildern, wenn es über Vorlagen verfügt. Das Unternehmen vermarktet das System unter anderem an die Polizei. So ist es etwa bei der Polizei in Orlando, Florida, und im Sheriffbüro in Oregon im Einsatz.

Sehr zum Missfallen von Angestellten, Aktionären und Bürgerrechtlern: Die haben Amazon dafür mehrfach kritisiert. Sie befürchten, dass das System zur Überwachung eingesetzt wird und sehen darin eine Gefahr für die Privatsphäre der Bürger, gerade angesichts der aktuellen politischen Lage in den USA. Die Amazon-Geschäftsleitung lässt sich jedoch nicht beirren und hat angekündigt, Rekognition auch weiter an US-Behörden zu verkaufen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


quineloe 31. Jan 2019

Negative Vorurteile schon. Und so wie OP sie geschrieben hat, meinte er das 104% negativ.

hG0815 29. Jan 2019

Richtig, bei einer Frau mit Glatze wird das halt auch sehr schwer wenn sie nicht...

hans-peterr 29. Jan 2019

Ist eigentlich auch egal, ob Amazon jetzt denkt es wäre ein Mann oder eine Frau. Für die...

hans-peterr 28. Jan 2019

So ganz glaube ich nicht, dass Mädchen vor der Pubertät so rangeln wie jungen. Oder mit...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Krypto-Gaming
Spieleentwickler wollen nichts mit NFT zu tun haben

Die Gamesbranche wehrt sich bislang vehement gegen jedes neue Blockchain-Projekt. Manager und Entwickler erklären warum.
Von Daniel Ziegener

Krypto-Gaming: Spieleentwickler wollen nichts mit NFT zu tun haben
Artikel
  1. Mojo Lens: Erster Tragetest mit Augmented-Reality-Kontaktlinse
    Mojo Lens
    Erster Tragetest mit Augmented-Reality-Kontaktlinse

    Ein winziges Micro-LED-Display, ein Funkmodem, ein Akku - und kein Kabel: Der Chef von Mojo Lens hat seine AR-Kontaktlinse im Auge getragen.

  2. Ouca Bikes: E-Lastenrad für eine Viertel Tonne Fracht oder acht Kinder
    Ouca Bikes
    E-Lastenrad für eine Viertel Tonne Fracht oder acht Kinder

    Ouca Bikes hat ein elektrisches Lastenrad vorgestellt, das eine Zuladung von rund 250 kg transportieren kann. Das E-Bike fährt auf drei Rädern.

  3. Bill Nelson: Nasa-Chef warnt vor chinesischem Weltraumprogramm
    Bill Nelson
    Nasa-Chef warnt vor chinesischem Weltraumprogramm

    Gibt es Streit um den Mond? Nasa-Chef Bill Nelson fürchtet, dass China den Trabanten als militärischen Außenposten für sich haben möchte.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (G.Skill Trident Z Neo 32 GB DDR4-3600 149€ und Patriot P300 512 GB M.2 39€) • Alternate (Acer Nitro QHD/165 Hz 246,89€, Acer Predator X28 UHD/155 Hz 1.105,99€) • Samsung GU75AU7179 699€ • Kingston A400 480 GB 39,99€ • Top-PC mit Ryzen 7 & RTX 3070 Ti für 1.700€ [Werbung]
    •  /