Reklame in Videos: Youtube und der Motorroller von Nilam

Smartphones, Computerspiele oder Motorroller: Manche Youtuber und Let's Player werden mit Aufmerksamkeiten von Firmen überschüttet. Aber nicht alle informieren ihre Fans, warum bestimmte Produkte vor die Kamera gehalten werden. Ein Leitfaden der Landesmedienanstalten soll helfen, die Bestimmungen einzuhalten.

Artikel von veröffentlicht am
Video Nilamgoeswild
Video Nilamgoeswild (Bild: Youtube)

"Man muss die Vespa einfach lieben", findet die Youtuberin Nilam. In einem knapp zehn Minuten langen Video von ihr fällt der Herstellername im Sekundentakt, dazu gibt es Tipps für den Motorradführerschein. Eines erfahren die mehr als 60.000 Zuschauer, die den Clip bislang gesehen haben, allerdings nicht so ganz eindeutig: Wird Nilam für den Film von der Firma Vespa bezahlt, oder spricht sie aus Begeisterung zehn Minuten lang über ihren Motorroller?

Stellenmarkt
  1. Senior IT-Systemadministrator (m/w/d)
    Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), verschiedene Standorte
  2. Digital Mover (m/w/d)
    Landeshauptstadt Stuttgart, Stuttgart
Detailsuche

Falls es sich um Reklame handeln sollte, hätte das Video entsprechend gekennzeichnet sein müssen. Allerdings gibt es viele Youtuber, die sich mit den gesetzlichen Bestimmungen nicht auskennen. Um das zu ändern, haben die Landesmedienanstalten nun einen Leitfaden (PDF) veröffentlicht, der die wichtigsten Regeln erklären soll.

"Die Fragen und Antworten haben wir im Dialog mit Vertretern der Produzentenszene entwickelt", sagt Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt. "Dabei haben wir gelernt, dass Glaubwürdigkeit das wichtigste Gut für die meisten Youtuber ist. Sie haben selbst ein großes Interesse daran, ihre Follower transparent zu bedienen", wozu auch die Information über Geldgeber aus der Industrie gehöre.

Wenn ein Youtuber seine im Video vorgestellten Produkte selbst kauft und sie dann in die Kamera hält, ist laut dem Leitfaden keine Kennzeichnung notwendig. Allerdings warnen die Autoren: "Es genügt nicht, einfach nur zu behaupten, dass du die Produkte selbst bezahlt hast. Es kann nachgefragt werden!"

Affiliate Links nur unter Bedingungen

Golem Karrierewelt
  1. CEH Certified Ethical Hacker v11: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    01.-05.08.2022, Virtuell
  2. Airtable Grundlagen: virtueller Ein-Tages-Workshop
    31.08.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Wer hingegen ein Produkt präsentiert, das mehr als tausend Euro gekostet hat, müsse einen Hinweis wie "Produktplatzierung" einblenden. Der Leitfaden geht auch auf Youtube-spezifische Fragen ein, etwa was Affiliate Links angeht. Die sollten nach Auffassung der Landesmedienanstalten mit dem Hinweis versehen sein, dass der Youtuber "am Umsatz beteiligt wird, wenn der User das Produkt über diesen Link bestellt".

Kein Problem sind laut dem Leitfaden hingegen die weit verbreiteten Hinweise auf den Hersteller der Kamera und die sonstige Ausrüstung. Selbst wenn das Equipment kostenfrei gestellt werde, müssten diese Hinweise nicht gekennzeichnet werden. Auch Gewinnspiele seien kein Problem, wenn das Produkt maximal zweimal genannt und nur zweimal kurz gezeigt werde.

Was Nilam und ihre Leidenschaft für Vespa angeht: Im Impressum ihres Kanals schreibt sie, dass "Videos, die durch Produktplatzierung unterstützt wurden, sowohl im Video als auch im Titel von mir gekennzeichnet" würden. Auf Nachfrage von Golem.de hat sie erklärt, dass das - recht werblich anmutende - Vespa-Video aus "ehrlicher Leidenschaft" ohne Unterstützung durch den Hersteller entstanden ist. Die Pressestelle der Firma Piaggio wusste noch nicht einmal, dass es den Clip überhaupt gibt. In diesem Fall fänden es die Landesmedienanstalten also okay, dass das Video keinen Werbehinweis enthält.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Pico Neo 3 Link im Test
Günstig wie Metas Quest 2 und ohne Facebook-Zwang

Nahezu identische Hardware ohne Facebook: Das Pico Neo 3 Link ist für VR-Neulinge, die jedoch auf Bytedance' Ökosystem wetten müssen.
Ein Test von Achim Fehrenbach

Pico Neo 3 Link im Test: Günstig wie Metas Quest 2 und ohne Facebook-Zwang
Artikel
  1. Rockstar Games: Viele Details zu GTA 6 geleakt - oder gefälscht
    Rockstar Games
    Viele Details zu GTA 6 geleakt - oder gefälscht

    Ein gangbasierter Onlinemodus, drei spielbare Charaktere in der Kampagne: Ein möglicher Leak zu GTA 6 sorgt für Diskussionen.

  2. US-Streaming: Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat
    US-Streaming
    Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat

    Netflix hat zunehmend Probleme, neue Abonnenten zu halten. Der Anteil an Neukunden, die nach einem Monat wieder kündigen, steigt.

  3. Digitale Identitäten: DID-Core-Spezifikation darf W3C-Recommendation werden
    Digitale Identitäten
    DID-Core-Spezifikation darf W3C-Recommendation werden

    Der Direktor des W3C genehmigt Recommendation-Status für die Decentralized-Identifier-Core-Spezifikation.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gigabyte RX 6800 679€ • Samsung SSD 2TB (PS5-komp.) 249,90€ • MindStar (Zotac RTX 3090 1.399€) • Nanoleaf günstiger • Alternate (TeamGroup DDR4-3600 16GB 49,99€, Be Quiet Silent Tower 159,90€) • iPhone SE (2022) günstig wie nie: 481,41€ • Switch OLED günstig wie nie: 333€ [Werbung]
    •  /