Reisen: Corona bringt Umsatzeinbruch beim Datenroaming

Für kleinere Netzbetreiber in touristischen Zentren ist der Wegfall des Roamings existenzbedrohend.

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Das San Francisco Airport Terminal hat während der Covid-19-Pandemie nur sehr wenige Passagiere.
Das San Francisco Airport Terminal hat während der Covid-19-Pandemie nur sehr wenige Passagiere. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Der Zusammenbruch des internationalen Reiseverkehrs durch das Coronavirus könnte für die globale Telekommunikationsbranche in diesem Jahr 25 Milliarden US-Dollar Umsatzverlust bedeuten - rund die Hälfte der jährlichen Roaminggebühren. Das berichtet die britische Zeitung Financial Times unter Berufung auf Analysten von Juniper Research. In den Sommermonaten werden danach etwa 12 Milliarden US-Dollar verloren gehen, da die Menschen nicht in den Urlaub fahren können.

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Der gesamte Branchenumsatz wird laut Juniper Research in diesem Jahr voraussichtlich 820 Milliarden US-Dollar betragen. Sam Evans, Senior Partner der Analysten Delta Partners, sagte der Financial Times, die Branche halte immer noch an Roaming und hohen Gebühren für Auslandsgespräche fest. "Es ist ein überholtes Geschäftsmodell, von dem sich die Branche hätte lossagen sollen", erklärte er.

Innerhalb der Europäischen Union kann das Mobiltelefon seit dem 15. Juni 2017 fast wie zu Hause genutzt werden, die Ausnahmen sind Datenlimits und die Fair-Use-Regelung. Mit der Fair-Use-Regelung soll verhindert werden, dass Verbraucher in einem Land leben, aber einen günstigeren Vertrag eines anderen EU-Landes dauerhaft nutzen. Der Umsatz mit Roaming mache laut der Ratingagentur Moody's nur noch etwa 1 Prozent des Gesamtumsatzes der europäischen Telekommunikationsunternehmen aus, berichtet die Financial Times.

Roaming und Nettozahler

Für Reisen in andere Teile der Welt gelten weiterhin Roaminggebühren, die die Netzbetreiber untereinander verrechnen. Aufgrund des jährlichen Zustroms von Touristen sind Betreiber in Mittelmeerländern im Vorteil. Umgekehrt sind Telekommunikationsanbieter in Deutschland und Skandinavien in der Regel "Nettozahler", da ihre Kunden in den Sommermonaten ins Ausland reisen, weshalb die Kosten sinken könnten.

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"Griechenland, Portugal und Spanien sind vom Tourismus sehr abhängig, weshalb die Betreiber in diesen Ländern am meisten darunter leiden werden", sagte Maurice Patrick, Analyst bei Barclays, der Financial Times. Die Bank hat ihre Gewinnprognosen für den gesamten Sektor um 2 bis 4 Prozent gesenkt.

Telekommunikationsunternehmen in touristischen Hotspots wie der Karibik sind sehr viel anfälliger, da für sie Roaminggebühren einen großen Teil ihrer Einnahmen darstellen. Ein Geschäftsführer eines dortigen Betreibers sagte der Financial Times, der Effekt könne für einige Anbieter "katastrophal" sein, da sich das Roaming in den letzten Wochen bereits halbiert habe. "Das wird ganz zusammenbrechen", sagte er.

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berritorre 18. Apr 2020

Ach, und mein Anbieter reicht das dann nicht an mich weiter? Kann ich mir schlecht...

treysis 14. Apr 2020

Frage 1: Und warum muss man ausgerechnet jetzt damit anfangen und somit die Verknappung...

treysis 14. Apr 2020

Würde ich pauschal nicht sagen. Die Schweizer haben auch kaum noch Roaming-Gebühren im...

elcaron 14. Apr 2020

Ok. Und warum sollte der fremde Anbieter, in dessen Infrastruktur Du im Urlaub bist, Dich...



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