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Rein-Raus: Wieder größerer Streik bei Amazon

Bei Amazon kommen die Streiks jetzt noch überraschender: Mitten in der Schicht wird die Arbeit niedergelegt und dann nach einigen Stunden wieder aufgenommen.
/ Achim Sawall
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Keine Wirkung? Amazon-Arbeiter im Streik (Bild: Verdi)
Keine Wirkung? Amazon-Arbeiter im Streik Bild: Verdi

Nach dem 1.-Mai-Feiertag streiken an den Standorten Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne und Koblenz wieder viele Beschäftigte. Das gab die Gewerkschaft Verdi am Dienstag bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Die Streiks laufen seit der Nacht- und der Frühschicht und dauern vorläufig bis zum Ende der Spätschicht an.

Amazon werde das erhöhte Auftragsvolumen aus dem verlängerten Wochenende nicht wie vorgesehen abarbeiten können, erklärte Verdi. Neu ist laut Gewerkschaft, dass die Streiks zum Teil aus der laufenden Schicht begonnen wurden oder als Rein-Raus-Arbeitsniederlegungen geführt werden. Dabei beginnt der Streik auch während der Schicht, dann wird nach einigen Stunden überraschend die Arbeit wieder aufgenommen. "Das bringt die gesamten Abläufe durcheinander" , sagte Verdi-Vertreter Karsten Rupprecht Golem.de. Rupprecht ist bei Amazon Werne aktiv.

Verdi-Sprecherin Eva Völpel erklärte Golem.de, dass in den Frühschichten an den Standorten Werne und Rheinberg zusammen rund 430 Streikende gemeldet wurden. Die Gesamtzahl aller Streikenden könne wegen der Erfassung zu Beginn der Spätschicht erst am späteren Nachmittag angegeben werden.

Weitere neue Kampfformen geplant

An vier Tagen in der Woche vor Ostern testeten die Streikenden bei Amazon erstmals erfolgreich neue Formen wie den Rein-Raus-Streik. Bei den weiteren Streiks bei Amazon will die Gewerkschaft weitere neue Streikstrategien ausprobieren.

Die Landesfachbereichsleiterin für den Handel in Nordrhein-Westfalen, Silke Zimmer, sagte: "Wir sorgen bei Amazon weiter für Unruhe. " Die Streiks würden solange fortgesetzt, bis eine Bindung an die Tarifverträge des Einzelhandels für die Beschäftigten bei dem Versandhändler erreicht worden sei.

Nachtrag vom 2. Mai 2017, 17:34 Uhr

Insgesamt hätten sich heute an allen Standorten rund 1.830 Beschäftigte am Streik beteiligt.


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