Reichsadler mit Piratenflagge: Rechte Gesinnung bei Funktionären der Jungen Piraten

Das Blog Popcornpiraten(öffnet im neuen Fenster) hat Informationen über rechte Gesinnung bei einigen führenden Mitgliedern der Jungen Piraten gesammelt. So hat Alexander Schilling, der stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Piraten Nordrhein-Westfalen(öffnet im neuen Fenster) , in seinem Twitter-Profil(öffnet im neuen Fenster) ein Bild des Reichsadlers der NSDAP(öffnet im neuen Fenster) mit dem Piratenlogo. Auf eine Anfrage von Golem.de antwortete Schilling, er könne diese "aus zeitlichen Gründen (...) gerade nicht bearbeiten."
Paul Meyer-Dunker, Vizechef des Bundesvorstandes der Jungen Piraten(öffnet im neuen Fenster) , gehört nach eigenen Aussagen(öffnet im neuen Fenster) der Studentenverbindung Verein Deutscher Studenten Berlin und Charlottenburg an. Auch Eberhard Hamer, der zudem für die rechte Zeitung Junge Freiheit schreibt, hat 2011 vor dieser Verbindung gesprochen.
Dem Vorsitzenden der Jungen Piraten Niedersachsen(öffnet im neuen Fenster) , Kenny Ehlers, wurde von einem früheren Mitglied vorgeworfen(öffnet im neuen Fenster) , er habe sich einen Bundesadler tätowieren lassen. Ehlers erklärte dazu(öffnet im neuen Fenster) : "Ich bin einfach stolz auf Deutschland und unheimlich froh, hier zu leben." Er sei aber ein Patriot, kein Nationalist, weil dies mit Chauvinismus in Verbindung gebracht werden könne.
Fabian Koleckar vom Landessprecherrat der Jungen Piraten Berlin hatte sich in seinem Twitter-Profil als "Nationalist" bezeichnet. Er distanzierte sich später bei Twitter von der Aussage(öffnet im neuen Fenster) : "Ich bin kein Nationalist. Das war eine Falschaussage von mir. Habe mich auch dafür entschuldigt."
Ein Sprecher der Jungen Piraten erklärte Golem.de: "Wir sind gerade dabei, die einzelnen Vorwürfe in diesem Blogpost zu verifizieren. Prinzipiell positionieren sich die Jungen Piraten als Organisation sowie der Bundesvorstand klar gegen rechte Tendenzen, welche bei uns auf keinerlei Weise geduldet werden. Sollten sich die Vorwürfe gegen verschiedene Mitglieder erhärten und als korrekt herausstellen, ist von unserer Seite mit der Einleitung von Vereinsausschlussverfahren zu rechnen. Des Weiteren legen wir in diesem Fall entsprechenden Positionsträgern den Rücktritt nahe."
Zwei der Funktionäre der Jungen Piraten haben sich mit Stellungnahmen an Golem.de gewandt, in denen sie betonen, keine rechte Gesinnung zu haben.