Reiche scheitert: EU genehmigt nur 12 Gigawatt bei Gaskraftwerken

Die Bundesregierung bekommt von Brüssel die Erlaubnis, bis 2031 zwölf Gigawatt an neuen Gaskraftkapazitäten zu bauen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche wollte ursprünglich mindestens 20 Gigawatt durchsetzen – und erreicht nun lediglich die Menge, die schon ihr Vorgänger Robert Habeck ausgehandelt hatte, wie der Spiegel berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Die Energiewende braucht Back-up-Kapazitäten. Doch wie viel genau? Nach monatelangem Ringen steht die Antwort fest: Die EU-Kommission genehmigt Deutschland den Bau von zwölf Gigawatt steuerbarer Kapazitäten bis 2031. Dabei handelt es sich vollständig oder nahezu vollständig um Gaskraftwerke. Die notwendigen Ausschreibungen sollen noch in diesem Jahr starten.
Zwei parallele Systeme für Versorgungssicherheit
Neben den zwölf Gigawatt neuer Gaskraftwerke plant die Bundesregierung einen zusätzlichen Kapazitätsmechanismus mit 29 Gigawatt. Dieser umfasst alle steuerbaren Kapazitäten – von Batteriespeichern über Biogasanlagen bis zu Industriebetrieben, die bei Stromknappheit ihre Produktion drosseln können. Die Einigung mit der EU-Kommission sei weitestgehend ausgehandelt, berichten drei Brancheninsider. Das Wirtschaftsministerium äußert sich nicht zu laufenden Verfahren.
Reiche scheitert an Brüssel
Die zwölf Gigawatt entsprechen exakt der Menge, auf die sich bereits Katherina Reiches Vorgänger Robert Habeck im Juli 2024 mit der EU-Kommission geeinigt hatte. Reiche führte nach ihrem Amtsantritt neue Verhandlungen mit Brüssel – offenbar in der Überzeugung, mindestens 20 Gigawatt durchsetzen zu können. Schon Anfang Oktober deutete sich an, dass sie damit scheitern würde.
Schutz vor Dunkelflauten und Kohleausstieg
Deutschland verfügt derzeit über eine gesicherte Leistung von gut 90 Gigawatt – darunter rund 30 Gigawatt an Kohlekraftwerken, die bis spätestens 2038 abgeschaltet werden sollen. Die neuen Gaskraftwerke sollen diesen Verlust kompensieren und gleichzeitig vor Dunkelflauten schützen – also vor längeren Phasen mit wenig Wind und Sonne. Die Kraftwerkstrategie soll Deutschland vor Stromknappheit und Blackouts bewahren.



