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Regulierungsbehörde: Telekom-Tochter verstößt gegen freies EU-Roaming

Eine Tochter der Deutschen Telekom muss das Unterlaufen der EU- Roaming -Freiheit mit Zuschlägen in vier Tarifen stoppen. Das hat die österreichische Telekom-Control-Kommission gegen Telering angeordnet.
/ Achim Sawall
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Werbung  bei Telering zum Roaming (Bild: Telering)
Werbung bei Telering zum Roaming Bild: Telering

Einige Tarife der österreichischen Deutschen-Telekom-Tochter Telering verstoßen gegen die EU-Roaming-Richtlinie und müssen vom Markt genommen werden. Das hat die Regulierungsbehörde Telekom-Control-Kommission (TKK) festgelegt(öffnet im neuen Fenster) , die zur Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) gehört. Die TKK untersagt damit die Einhebung eines Aufschlags für die Möglichkeit, Datenroamingdienste zu nutzen.

Betroffen sind die Telering-Tarife "Passt Pur Mini EU", "Passt Pur Maxi EU", "Passt Plus Mini EU" und "Passt Plus Maxi EU". Telering berechnet bei diesen Tarifen für Datenroaming ein zusätzliches Entgelt von 3 Euro.

"Diese Vorgangsweise von Telering verstößt gegen die Roaming-Verordnung. Seit dem 15. Juni 2017 sind solche Aufschläge verboten" , erklärte die Behörde. Betroffene Kunden sollten sich an Telering wenden.

Telering prüft neue Umgehungen

Telering-Sprecher Lev Ratner sagte Golem.de auf Anfrage: "Wir nehmen die Entscheidung der RTR zur Kenntnis. Kunden, die derzeit Tarife mit Roaming in Anspruch nehmen, bekommen den Unterschied zu den vergleichbaren nicht-roamingfähigen Tarifen gutgeschrieben. Die große Mehrheit der Kunden hat sich aufgrund ihrer Nutzungsgewohnheiten für Tarife entschieden, die kein Roaming enthalten. T-Mobile prüft, welche Tarife mit Roaming oder ohne Roaming bei Telering künftig angeboten werden."

Seit Mitte Juni 2017 kann das Mobiltelefon im EU-Ausland fast wie zu Hause genutzt werden, die Ausnahmen sind Datenlimits und die Fair-Use-Regelung . Mit der Fair-Use-Regelung soll verhindert werden, dass Verbraucher in einem Land leben, aber einen günstigeren Vertrag eines anderen EU-Landes dauerhaft nutzen. Für grenzüberschreitende Telefonate ins Ausland werden weiterhin hohe Gebühren erhoben. Wer also zum Beispiel von Deutschland nach Frankreich telefoniert, muss aufpassen.


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