Regulierung: WLAN und Mobilfunk könnten sich 6-GHz-Band teilen

Die britische Medienaufsicht und Regulierungsbehörde Ofcom hat eine Konsultationsphase zu der Frage begonnen(öffnet im neuen Fenster) , ob und wie Mobilfunk sowie WLAN im oberen 6-GHz-Band (6,425 bis 7,125 GHz) parallel nebeneinander existieren könnten. Das berichtet das Magazin The Register(öffnet im neuen Fenster) . Die Idee erscheint zunächst eher ungewöhnlich, da damit zwei vergleichsweise stark verbreite Dienste auf dem gleichen Frequenzband genutzt werden könnten, was typischerweise zu gegenseitigen Störungen führen kann.
Aber auch in Deutschland gibt es offenbar ähnliche, wenn aber auch noch nicht ganz so weit gereifte Überlegungen. Gertrud Husch, Abteilungsleiterin beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), sagte zum oberen Bereich von 6 GHz vor wenigen Wochen : "Wir wollen keine ausschließliche Identifizierung für einen Bereich, sondern die Nutzung durch den öffentlichen Mobilfunk als auch für WLAN."
Das Frequenzband für mehrere Nutzungsarten zuzulassen, könnte die Nachfrage nach immer mehr Spektrum wohl im Sinne aller Beteiligten zufriedenstellend lösen. Laut Ofcom könnte das technisch gelingen, indem die spezifischen Eigenschaften von WLAN und Mobilfunk jeweils ausgenutzt werden. So kommt Mobilfunk üblicherweise im Außen- und WLAN im Innenbereich zum Einsatz. Für die technische Koexistenz sorgen könnten laut dem Ofcom-Vorschlag außerdem verwaltete Datenbanken zu den jeweiligen Einsatzorten oder ein verbessertes Channel-Sensing.
Die offizielle Spezifikation für WLAN auf dem 6-GHz-Band sieht die vollständige Nutzung des Frequenzbereiches von 5,925 GHz und 7,125 GHz vor, was in den USA so auch bereits genehmigt ist und genutzt wird. In der EU und damit auch in Deutschland sowie im Vereinigten Königreich ist bisher allerdings offiziell nur die Nutzung des unteren Bereichs von 5,945 bis 6,425 GHz freigegeben. Der obere Bereich wird derzeit etwa für Satelliteninternet, Richtfunk und Forschungsanwendungen genutzt. Die Ofcom strebt eine internationale Standardisierung ihrer Idee des geteilten Frequenzbandes an und hat diese Arbeiten innerhalb der CEPT bereits begonnen. Auf der Weltfunkkonferenz im November 2023 in Dubai soll dies ebenfalls diskutiert werden.