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Regulierung: Von der Leyen will Altersgrenze für soziale Medien

Ursula von der Leyen will ein Mindestalter für soziale Medien. In Deutschland gibt es dafür Zustimmung, aber auch deutliche Kritik.
/ Przemyslaw Szymanski , dpa
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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen während einer Rede im Europaparlament in Straßburg (Bild: ARIS OIKONOMOU/AFP via Getty Images)
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen während einer Rede im Europaparlament in Straßburg Bild: ARIS OIKONOMOU/AFP via Getty Images

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht sich für eine Altersgrenze in den sozialen Medien aus. Sie werde bis Ende dieses Jahres eine Expertengruppe damit beauftragen, über das beste Vorgehen für Europa zu beraten, sagte von der Leyen am 10. September 2025 in einer Rede(öffnet im neuen Fenster) im Europaparlament in Straßburg.

Die CDU-Politikerin warnte, dass Plattformen Algorithmen verwendeten, die die Schwächen von Kindern nutzten, "um sie süchtig zu machen" . Eltern seien deshalb zunehmend besorgt über den ungehinderten Zugang ihrer Kinder zu Plattformen wie Tiktok, Instagram oder Snapchat. "Wenn es um die Sicherheit unserer Kinder im Internet geht, glaubt Europa an Eltern, nicht an Gewinne" , sagte sie.

Von der Leyen zog in ihrer Rede einen Vergleich mit anderen Bereichen des Jugendschutzes: "Zu meiner Zeit haben wir als Gesellschaft unseren Kindern beigebracht, dass sie bis zu einem bestimmten Alter nicht rauchen und trinken dürfen." Nun sei es ihrer Ansicht nach an der Zeit, eine ähnliche Regelung auch für soziale Medien einzuführen.

Als Beispiel verwies von der Leyen auf Australien. Dort verabschiedete das Parlament im November 2024 den Online Safety Amendment (Social Media Minimum Age) Act , der eine verpflichtende Altersgrenze von 16 Jahren für soziale Netzwerke vorsieht.

Anbieter müssen dafür Sorge tragen, dass Kinder und Jugendliche unterhalb dieser Grenze keine Konten mehr auf entsprechenden Plattformen anlegen können. Ab Dezember 2025 gilt die Regelung verbindlich, Verstöße können mit hohen Geldstrafen von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar geahndet werden.

Kontroverse um pauschale Verbote

Wie streng eine Regulierung ausfallen sollte, darüber gehen die Meinungen auseinander. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) äußerte Vorbehalte gegenüber einer festen Regelung. "Wir müssen unsere Kinder in der digitalen Welt besser schützen" , sagte er in Mainz. "Zugleich wollen wir ihnen auch digitale Teilhabe ermöglichen, und wir müssen feststellen, dass Social-Media-Angebote mittlerweile fester Bestandteil ihrer Lebenswirklichkeit sind."

Ein kategorischer Ausschluss wäre daher nach seinen Worten ein erheblicher Eingriff in die Möglichkeiten junger Menschen. Stattdessen setze er darauf, bestehende Regeln auf nationaler und europäischer Ebene konsequenter durchzusetzen, damit Angebote altersgerecht und sicher genutzt werden können.

Unterstützung für eine Altersgrenze kommt hingegen von vielen Bürgerinnen und Bürgern. Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov befürworten mehr als 70 Prozent der Deutschen ein Mindestalter für den Zugang zu sozialen Netzwerken. 57 Prozent sprachen sich für eine Grenze von 16 Jahren aus, 16 Prozent sogar für 18 Jahre.


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