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Regionaldirektor: Amazon ohne Betriebsräte "nicht mehr vorstellbar"

Amazon Deutschland redet seit sechs Jahren nicht mit Verdi. Doch die Betriebsräte, zum Teil auch Verdi-Mitglieder, sind nicht mehr wegzudenken.
/ Achim Sawall
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Armin Cossmann, Regionaldirektor Deutschland Logistikbereich bei Amazon (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
Armin Cossmann, Regionaldirektor Deutschland Logistikbereich bei Amazon Bild: Achim Sawall/Golem.de

Amazon Deutschland legt Wert auf seine Betriebsräte, von denen einige auch Mitglieder in der Gewerkschaft Verdi sind. Das sagte Armin Cossmann, Regionaldirektor Deutschland für den Logistikbereich, am 4. Juli 2019 im Gespräch mit Golem.de. "Ich könnte es mir heute nicht mehr ohne Betriebsräte vorstellen." Cossmann ist seit 2001 im Unternehmen und für sechs deutsche Standorte zuständig.

"Ich würde niemanden auch nur ansatzweise das Recht absprechen, an Streiks teilzunehmen oder der Gewerkschaft anzugehören", versichert er. Benachteiligt werde deswegen niemand.

Es gebe in allen Amazon-Standorten in Deutschland Betriebsräte. Den Standort in Leipzig hat Cossmann selbst mit aufgebaut und kann sich noch an die Zeit erinnern, als die riesigen Hallen noch nicht errichtet waren.

Seit 2013 legen Beschäftigte bei Amazon immer wieder die Arbeit nieder und wollen einen Tarifvertrag. Urlaubsgeld fehlt bei Amazon nach Gewerkschaftsangaben komplett, das Weihnachtsgeld sei deutlich niedriger als das tarifliche. Amazon verweigerte von Anfang an Gespräche mit Verdi. "Nach unserem Verständnis ist die große Mehrheit daran nicht beteiligt", sagte Cossmann. Verdi hat nicht genügend Mitglieder bei Amazon, um den Betrieb zum Erliegen zu bringen, es kommt aber laut Verdi immer wieder zu Einschränkungen des Betriebs.

"Wir wollen keine externen Organisationen am Tisch sitzen haben. Verdi würde uns nicht helfen. Die Gewerkschaften sind noch nicht in den modernen Zeiten angekommen. Es gibt viele altertümliche Formulierungen in den Tarifverträgen", meint Cossmann dazu, warum er nicht mit Verdi-Vertretern verhandelt.

Lohnerhöhungen habe es schon immer gegeben, hier will Cossmann keinen Zusammenhang mit der Verdi-Streikbewegung gelten lassen. Und so schlecht sei der Lohn bei Amazon auch nicht: "Wir liegen 30 Prozent über dem Mindestlohn. Nach zwei Jahren verdient man 2.500 Euro brutto."

Künftige Ziele sind für den Versandhändler die weitere Einführung von Robotics, eine Lösung des Verpackungsmüllproblems und die Zustellung per Drohnen – "wenn auch die Auslieferung mit Drohnen nicht in großem Umfang passieren wird", sagte der Manager. Die Robotik funktioniere in den Versandzentren "schon sehr gut".


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