Abo
  • Services:
Anzeige
Verkehrsminister Dobrindt will Deutschland zum Leitmarkt für vernetztes Fahren machen.
Verkehrsminister Dobrindt will Deutschland zum Leitmarkt für vernetztes Fahren machen. (Bild: Jens Schlüter/Getty Images)

Regierungsstrategie Vernetztes Fahren: Autodaten sollen den Nutzern gehören

Verkehrsminister Dobrindt will Deutschland zum Leitmarkt für vernetztes Fahren machen.
Verkehrsminister Dobrindt will Deutschland zum Leitmarkt für vernetztes Fahren machen. (Bild: Jens Schlüter/Getty Images)

Die Bundesregierung will automatisiertes und vernetztes Fahren auf fünf Handlungsfeldern vorantreiben. Ein gemeinsamer IT-Sicherheitsstandard soll Hackerangriffe verhindern. Zudem soll eine Verwertung von Nutzerdaten nur mit Zustimmung möglich sein.

Anzeige

Die Bundesregierung hat anlässlich der Internationen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt ihre "Strategie automatisiertes und vernetztes Fahren" beschlossen. Damit solle Deutschland zum "Leitanbieter für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge" und zum weltweiten "Leitmarkt" werden, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwoch in Berlin. Auf fünf Handlungsfeldern (Infrastruktur, Recht, Innovation, IT-Sicherheit, Datenschutz) will die Regierung "die Erfolgsgeschichte beim Automobil digital fortschreiben und die Wachstums- und Wohlstandschancen der Mobilität 4.0 nutzen".

Mit ihrer Strategie will die Regierung unter anderem einen Rechtsrahmen schaffen, "in dem künftig ein automatisiertes und vernetztes Fahrzeug selbstständig Fahraufgaben übernehmen kann, ohne dass der Fahrer das System permanent überwachen muss". Dies würde beispielsweise die Einführung von Autobahn- und Staupiloten ermöglichen, die dem Nutzer das Autofahren komplett abnehmen. Solche hochautomatisierten Systeme sind auf deutschen Straßen bislang nicht erlaubt, werden aber ausführlich getestet. Eine Änderung des Wiener Übereinkommens über den Straßenverkehr wäre dazu erforderlich.

Weltweit verbindliche Sicherheitsstandards

Zudem sollen gemeinsam mit der Industrie und der Wissenschaft IT-Sicherheitsstandards für Fahrzeuge entwickelt werden, um Hackerangriffe zu verhindern. "Die Standards sollen in weltweit verbindliche Regelungen überführt werden", heißt es. Zuletzt sind fast wöchentlich Angriffe auf Fahrzeugsysteme bekanntgeworden, mit denen sogar die Steuerung während der Fahrt manipuliert werden konnte.

Ein weiteres Handlungsfeld sieht die Regierung im Datenschutz. Die Fahrer automatisierter und vernetzter Fahrzeuge müssten dabei über die Erhebung und Verwertung von Daten informiert werden und ihre Einwilligung geben. "Die Daten gehören dem Nutzer", schreibt das Ministerium. Die Autofahrer sind Umfragen zufolge derzeit allerdings mehrheitlich nicht dazu bereit, ihre Daten preiszugeben. Solche Daten sind aber erforderlich, um zuverlässige Verkehrsleitsysteme oder Warnsysteme anzubieten. Die große Mehrzahl von Firmen in der Autobranche befürwortet daher gesetzliche Vorgaben, solche Daten weiterzugeben.

Flächendeckender Ausbau von mobilem Breitband

Für solche Car-to-Infrastructure-Systeme muss nach Ansicht der Regierung das mobile Breitbandnetz flächendeckend ausgebaut werden. Anders als von Dobrindt dargestellt, ist dies für eine Echtzeitvernetzung der Autos untereinander (Car-to-Car) nicht erforderlich. Diese erfolgt über den WLAN-Standard IEEE 802.11p. Beide Techniken sollen bekanntlich auf der Autobahn 9 in Bayern getestet werden. Das ist der Beitrag der Regierung zum Thema Innovation.

Dobrindt sieht eine ganze Reihe von Vorteilen durch die neue Technik. "Das automatisierte und vernetzte Fahren wird die Verkehrssicherheit erhöhen, den Verkehrsfluss deutlich verbessern und die Kapazitäten steigern. Fahrer und Umwelt werden entlastet, zusätzliche Wertschöpfung generiert und neue Arbeitsplätze geschaffen", sagte der Minister. Bis es so weit ist, dürfte es aber noch etliche Jahre dauern. Mit den ersten hochautomatisierten Autos wird in Deutschland etwa im Jahr 2020 gerechnet.

Nachtrag vom 16. September 2015, 16:41 Uhr

Die Regierung hat am Mittwochnachmittag die 32-seitige Strategie veröffentlicht.


eye home zur Startseite
ChristianKG 17. Sep 2015

Hab mich auch direkt gefragt was den 2.0 und 3.0 dann sein sollen... Edit: 1.0 Laufen 2.0...

ChristianKG 17. Sep 2015

Ne Oberklasse muss nicht sein. Ist das Geld einfach nicht wert. Also hilft nur warten ;)



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Dataport, Hamburg
  2. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
  3. ETAS GmbH & Co. KG, Stuttgart
  4. Randstad Deutschland GmbH & Co. KG, Mainz und Nieder-Olm


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 29,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. (u. a. 25 % Rabatt beim Kauf von drei Neuheiten, Box-Sets im Angebot)
  3. (u. a. The Hateful 8, James Bond Spectre, John Wick, Fifty Shades of Grey, London Has Fallen)

Folgen Sie uns
       


  1. Matrix Voice

    Preiswerter mit Spracherkennung experimentieren

  2. LTE

    Telekom führt Narrowband-IoT-Netz in Deutschland ein

  3. Deep Learning

    Wenn die KI besser prügelt als Menschen

  4. Firepower 2100

    Cisco stellt Firewall für KMU-Bereich vor

  5. Autonomes Fahren

    Briten verlieren Versicherungsschutz ohne Software-Update

  6. Kollisionsangriff

    Hashfunktion SHA-1 gebrochen

  7. AVM

    Fritzbox für Super Vectoring weiter nicht verfügbar

  8. Nintendo Switch eingeschaltet

    Zerstückelte Konsole und gigantisches Handheld

  9. Trappist-1

    Der Zwerg und die sieben Planeten

  10. Botnetz

    Wie Mirai Windows als Sprungbrett nutzt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Limux: Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-Projekts
Limux
Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-Projekts
  1. Limux München prüft Rückkehr zu Windows
  2. Limux-Projekt Windows könnte München mehr als sechs Millionen Euro kosten
  3. Limux Münchner Stadtrat ignoriert selbst beauftragte Studie

Wacoms Intuos Pro Paper im Test: Weg mit digital, her mit Stift und Papier!
Wacoms Intuos Pro Paper im Test
Weg mit digital, her mit Stift und Papier!
  1. Wacom Brainwave Ein Graph sagt mehr als tausend Worte
  2. Canvas Dells Stift-Tablet bedient sich bei Microsoft und Wacom
  3. Intuos Pro Wacom verbindet Zeichentablet mit echtem Papier

Bundesnetzagentur: Puppenverbot gefährdet das Smart Home und Bastler
Bundesnetzagentur
Puppenverbot gefährdet das Smart Home und Bastler
  1. My Friend Cayla Eltern müssen Puppen ihrer Kinder zerstören
  2. Matoi Imagno Wenn die Holzklötzchen zu dir sprechen
  3. Smart Gurlz Programmieren lernen mit Puppen

  1. Re: "Eigentlich ist sie sehr viel flexibler als...

    Meisterqn | 23:51

  2. Re: Etat der Polizei

    cpt.dirk | 23:43

  3. Eigentlich hat sowas in einem Kinderzimmer nichts...

    Robert Hab | 23:42

  4. Re: Biete Job für Linux-Profi in Bremen

    lakl | 23:30

  5. Re: Eine ganz blöde aber nicht unberechtigte Frage

    eXXogene | 23:30


  1. 17:37

  2. 17:26

  3. 16:41

  4. 16:28

  5. 15:45

  6. 15:26

  7. 15:13

  8. 15:04


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel