Regierungssprecher: "Wirkliche Nachrichten nie zuerst auf Twitter"
Regierungssprecher Steffen Seibert nutzt Twitter nicht für wichtige Regierungsbekanntmachungen. "Wirkliche Nachrichten verbreite ich nie zuerst auf Twitter, ich benutzte zumindest gleichzeitig auch den klassischen Weg über die Pressemitteilung oder den direkten Kontakt zu Journalisten", sagte Seibert der Zeitung Welt am Sonntag(öffnet im neuen Fenster).
Privat interessiert sich Seibert nicht für den Mikrobloggingdienst. "Twitter ist für mich ein Teil meiner Arbeit", sagte Seibert, "ein schöner Teil auch – aber privat wüsste ich nicht, was ich mitteilen sollte."
Seibert hat sich langsam an die Nutzung von Twitter gewöhnt. "Ich habe beim Twittern so allmählich gelernt, wie ich das Medium nutze. Am Anfang war ich knapp und übervorsichtig. Heute lese ich viel, was andere schreiben und antworte auch, wenn Zeit ist, immer wieder auf die Fragen".
Die Bundesregierung twittert seit Februar 2011 unter @regsprecher. 2.275 Tweets hat Seibert seitdem produziert.
Sein bekanntester Tippfehler passierte am Tag der Tötung Osama Bin Ladens: Im Namen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verkündete er, "Obama", nicht "Osama" sei verantwortlich für den Tod tausender Unschuldiger und habe die Grundwerte des Islams und aller Religionen verhöhnt. Er bemerkte den Tippfehler schnell, sendete erst eine Korrekturnachricht und löschte dann den Tweet ganz. Der Regierungssprecher blieb an diesem Tag nicht allein mit seinem Vertipper: Spiegel Online unterlief derselbe Fehler im Liveticker.
Wenig Freunde im Internet machte sich Seibert am 15. März 2012, als er Acta verteidigte. Auf die Frage eines Nutzers von dem Account Anonymous Germany: "Finden Sie, dass Acta immer noch eine 'gute' Sache ist? Mit 50.000 Stimmen hat das Volk eine klare Grenze gezogen", erklärte Seibert: "Die Bundesregierung steht zu dem Kabinettsbeschluss zu Acta. Es ist aber richtig, jetzt das Gutachten des Europäischen Gerichtshofs abzuwarten."
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