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Redwires Otter: Darpa will ein Raumfahrzeug für den sehr niedrigen Erdorbit

Das US-Unternehmen Redwire arbeitet an einem Raumfahrzeug , das in einer Höhe von 90 bis 450 Kilometern lang andauernde Weltall -Missionen fliegen kann.
/ Patrick Klapetz
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Illustration des Otter-Satelliten von Redwire (Bild: Redwire)
Illustration des Otter-Satelliten von Redwire Bild: Redwire

Das in Florida (USA) ansässige Unternehmen Redwire hat von der Darpa , der US-Behörde für Forschungsprojekte der Verteidigung, einen Auftrag zur Entwicklung eines Raumfahrzeugs erhalten(öffnet im neuen Fenster) . Die Firma soll für 44 Millionen US-Dollar einen Satelliten entwickeln, der in einer sehr niedrigen Erdumlaufbahn eingesetzt werden kann.

Der V-Leo-Bereich (Very-low Earth Orbit) von 90 bis 450 Kilometern gilt seit langer Zeit als zu unsicher für Langzeitmissionen. Herkömmliche Satelliten operieren in der Regel in einer Höhe von über 500 Kilometern, wo der Luftwiderstand minimal ist. Unterhalb dieser Höhe steigt der Luftwiderstand stark an und zieht Raumfahrzeuge schnell nach unten.

Doch das Fliegen in größerer Nähe zur Erde bringt klare Vorteile mit sich, darunter schärfere Bilder, schnellere Datenverbindungen und häufigere Wiederholungsflüge – Eigenschaften, die für Verteidigungsplaner, die schnellere Informationszyklen und eine bessere Verfolgung mobiler Ziele anstreben, attraktiv sind. Aber auch das geringere Trümmerrisiko durch Weltraumschrott ist ein entscheidender Vorteil.

Der Otter von Redwire

Das Raumfahrzeug Otter von Redwire soll die historischen Einschränkungen von V-Leo mithilfe der Sabresat-Plattform des Unternehmens überwinden. Dabei handelt es sich um einen kleinen Satelliten, der zwischen herkömmlichen Weltraumsystemen und hochfliegenden Luftfahrzeugen angesiedelt ist.

Das dafür entworfene Antriebssystem fängt Spuren von Molekülen aus der Atmosphäre ein, während das Raumfahrzeug die obere Atmosphäre durchquert. Diese Moleküle werden in ein elektrisches Triebwerk eingespeist, um einen kontinuierlichen Antrieb zu erzeugen, ohne ausschließlich auf gespeicherten Treibstoff angewiesen zu sein.

Laut Redwire soll die Mission beweisen, dass ein Satellit lange genug in V-Leo bleiben kann, um operativ einsetzbar zu sein. Außerdem sollen neue Materialien, Avionik, autonome Navigations- und Ausrichtungstechnologien getestet werden, die den stärkeren aerodynamischen Kräften in diesen Höhen standhalten sollen.

Wachsendes Interesse an V-Leo-Satelliten in den USA und in Europa

Bei Erfolg könnte der Satellit seine Umlaufbahn weitaus länger aufrechterhalten als derzeitige Systeme, die in ähnlichen Höhen operieren. Der Antrieb mit Luftatmung wird seit Jahren erforscht, aber noch nie in großem Maßstab im Orbit getestet. 

Die Technik wird im Zuge eines separaten Darpa-Auftrags entwickelt, der 2024 an das Electric Propulsion Laboratory vergeben wurde. Dieses liefert die Ansaugvorrichtung und das dazugehörige Triebwerk. Mit dem jüngsten Zuschuss kann Redwire die Entwicklung von Otter abschließen, das Antriebssystem integrieren und den Satelliten für den Start vorbereiten. Ein möglicher Starttermin wurde jedoch nicht verkündet.

Während Redwire für die Amerikaner den Otter entwickelt, baut das Unternehmen für Europa die Satellitenplattform Phantom, die für die Skimsat-Mission der europäischen Raumfahrtbehörde Esa zum Einsatz kommen soll(öffnet im neuen Fenster) . Dessen Einsatz ist auf bis zu fünf Jahre ausgelegt.


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