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Redwing: U-Boot will Erde ohne Treibstoff umrunden

Ausgestattet mit einer Batterie soll das Unterseeboot Redwing die Weltmeere durchqueren. Dabei sollen Daten über die Ozeane gesammelt werden.
/ Patrick Klapetz
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Das Redwing-Unterseeboot auf seiner Fahrt im Wasser. (Bild: Teledyne Marine)
Das Redwing-Unterseeboot auf seiner Fahrt im Wasser. Bild: Teledyne Marine

Das autonome Unterseeboot Redwing ist im Oktober 2025 auf seine fünfjährige Reise zur Weltumrundung gestartet. Dabei soll das unbemannte U-Boot ohne Treibstoff auskommen. Auf seiner 73.000 Kilometer langen Strecke soll es verschiedene Daten sammeln, etwa für die Meeresforschung . Das Projekt wird von dem US-amerikanischen Mischkonzern Teledyne Marine(öffnet im neuen Fenster) und der Rutgers University(öffnet im neuen Fenster) im kanadischen New Brunswick durchgeführt.

Der Einsatz begann am 10. Oktober 2025 nach einer Aussetzungszeremonie in der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI), die die zweitgrößte Flotte von Ozeangleitern der Welt beherbergt.

Das 2,57 Meter lange und 171 Kilogramm schwere U-Boot ist mit einer Batterie ausgestattet, die geladenen Treibstoff überflüssig macht. Jedoch kann das Unterseeboot Redwing (Research & Education Doug Webb Inter-National Glider) nicht mit einer einzigen Batterieladung die Weltmeere durchqueren. Auf etwa der halben Strecke wird das Team die Batterie austauschen müssen.

Fortbewegung unter der Wasseroberfläche

Zur Fortbewegung nutzt Redwing einen Auftriebsantrieb (Buoyancy Engine), der aus einem mit Gas gefüllten Kolben besteht. Dabei erreicht das U-Boot eine Geschwindigkeit von etwa 0,75 Knoten (etwa 1,44 km/h).

Ein Elektromotor kann den verbauten Kolben während der Fahrt eindrücken, damit sich die Dichte des U-Boots erhöht. Dadurch wird es schwerer als das umliegende Wasser und beginnt zu sinken. Doch bei 1.000 Meter Tiefe ist Schluss. Dann dehnt sich der Kolben wieder auf und das Unterwasserboot bekommt Auftrieb.

Während seiner Reise wird das U-Boot des Sentinel-Programms von Teledyne Marine im Zickzackmuster die Ozeane durchqueren. Mit dem Programm sollen nicht nur Daten zur Meeresforschung gesammelt werden, sondern auch der Meeresschutz unterstützt werden.

Nach etwa acht bis zwölf Stunden unter der Wasseroberfläche soll Redwing wieder auftauchen. Falls es zu einem Notfall kommen sollte, kann mit der Batterie auch ein Propeller angetrieben werden – jedoch nur im äußersten Notfall.

Die Ausstattung des U-Boots

Redwing ist zudem mit einem Fisch-Tracker ausgestattet, einem Sensor, der Meerestiere überwachen kann, die mit einem Sender ausgestattet sind. Ein anderer Sensor kann die Tiefe, Dichte und Temperatur des Gewässers erfassen. Damit das U-Boot nicht vom Weg abkommt, ist es außerdem mit einem Lagesensor und einem Kompass ausgestattet.

Durch einen verbauten GPS-Sender kann das Team die Route von Redwing kontrollieren und bei Bedarf über Satellitenkommunikation anpassen. So werden auch die gesammelten Daten ans Team übermittelt, damit sie auf dem Weg nicht verloren gehen – etwa, wenn das Unterseeboot nicht mehr auftaucht. Neben dem forschungsbasierten Einsatz könnte Redwing aber auch zur Überwachung und Verbesserung der maritimen Sicherheit genutzt werden.


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