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Redtube: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Abmahner Urmann

Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Geschäftsführer von Urmann + Collegen . Es geht um den Vorwurf, Internetnutzer wegen Streamings abzumahnen, obwohl dies nicht strafbar sei. Laut einer Umfrage nutzen 20 Prozent der Bundesbürger Pornoplattformen im Internet.
/ Achim Sawall
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Bild: Redtube

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen Thomas Urmann, den Geschäftsführer der Rechtsanwaltsgesellschaft Urmann + Collegen, eingeleitet. Das teilte die Kanzlei Müller Müller Rößner (MMR) mit(öffnet im neuen Fenster) . MMR hatte Strafanzeige gegen Urmann wegen besonders schwerer Erpressung oder besonders schweren Betruges eingereicht.

Das Landgericht Köln hatte Anträgen stattgegeben, die Daten zu IP-Adressen angeblicher Nutzer der Streamingplattform Redtube.com herauszugeben. Von den Streaming-Abmahnungen durch Urmann + Collegen dürften weit über 10.000 Menschen betroffen sein.

"Mit der Abmahnung wird ein Sachverhalt vorgetragen, in dem keine Urheberrechtsverletzung zu sehen ist, da der Abruf eines Streams über die Plattform Redtube jedenfalls nach Paragraf 53 Absatz 1 Urheberrechtsgesetz zulässig ist. Thomas Urmann behaupte jedoch gegenüber Verbrauchern auf anwaltlichem Briefpapier das Gegenteil" , begründete Rechtsanwalt Carl Christian Müller(öffnet im neuen Fenster) die Klage. Urmann drohe den Betroffenen damit, weitere staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, einstweilige Verfügungen zu beantragen und dies unter strafrechtlichen Gesichtspunkten zu beurteilen. Müller: "Wenn juristische Laien durch Behauptungen und Androhungen eines mit der Autorität eines Organs der Rechtspflege ausgestatteten Rechtsanwaltes veranlasst werden sollen, von diesem geltend gemachte Ansprüche zu erfüllen, die nicht bestehen, ist das nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung strafbar." Urmann + Collegen hätten zudem angekündigt, weitere Streaming-Plattformen zu überwachen. Es sei mit den Grundsätzen einer freiheitlichen Gesellschaft nicht vereinbar, dass die Bewegungsfreiheit unbescholtener Bürger im Internet dadurch eingeschränkt wird, dass ihnen das dumpfe Gefühl gegeben wird, überwacht zu werden, sagte Müller.

Gut zwei Drittel der Deutschen (71 Prozent) sagen, sie haben noch nie eine Internetplattform besucht, auf der pornografisches Material gezeigt wird. Das ist das Ergebnis einer Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin Focus(öffnet im neuen Fenster) . 20 Prozent der Bundesbürger gaben an, solche Seiten zu nutzen. Danach haben 32 Prozent der Männer und 8 Prozent der Frauen bislang Pornografie im Internet konsumiert. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid befragte nach den Angaben 1.009 repräsentativ ausgewählte Personen.

Das Unternehmen Similarweb aus Tel Aviv hatte für Golem.de Daten zusammengestellt, nach denen Pornografie in Deutschland 12,5 Prozent aller Webseitenaufrufe ausmacht.


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