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Briefkastenfirma ohne Briefkasten

Ein anderer Beteiligter dieser seltsamen Geschichte ist sogar komplett verschwunden. Wer vom Gericht einen Beschluss bekommen will, um zu IP-Adressen auch die Namen der Nutzer zu erfahren, muss glaubhaft machen, dass er diese Namen erfahren darf - dass er also geschädigt wurde und nun die Schädiger finden will. Im Fall Redtube geschah das durch Verträge, in denen dargelegt wurde, dass die Firma The Archive AG die Rechte an den Filmen besitzt.

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Diese Verträge hat The Archive mit einer Firma Namens Hausner Productions geschlossen. Hausner hatte die Rechte an den Pornos von einer anderen Firma gekauft und kurz darauf an The Archive verkauft.

Laut Vertrag gehört die Firma einem Oliver Hausner und residiert in der Danziger Straße 13 in Berlin. Die Danziger Straße 13 ist ein Wohnhaus in Berlin-Prenzlauer Berg. Eine Firma dieses Namens gibt es dort nicht, zumindest hat sie kein sichtbares Schild angebracht und ist auch der Hausverwaltung nicht bekannt.

Nicht nur das: Eine Firma dieses Namens hat es unter dieser Adresse in Berlin auch nie gegeben. Der Blogger Klemens Kowalski hat in seinem Blog Kowabit den Scan einer Gewerbeauskunft des zuständigen Ordnungsamtes veröffentlicht. Darin steht: "Der Gewerbebetrieb konnte nicht ermittelt werden." Fünf Jahre reicht die Datenbank des Ordnungsamtes Pankow von Berlin zurück. Eine Firma, die laut Vertrag mit der Unterschrift von Oliver Hausner im Juli 2013 existiert haben soll, müsste dort erfasst sein. Sie ist es nicht.

Ermittlungen gegen Anwalt Urmann

Dafür listet die Berliner Gewerbedatenauskunft eine Oliver Hausner Unternehmensberatung - nur wenige Straßen entfernt von der ersten Adresse, in der Christburger Straße 49 in Prenzlauer Berg. Doch auch dort gibt es weder diesen Menschen noch diese Firma. Kein Klingelschild, kein Briefkasten, niemand kennt ihn oder das Unternehmen.

Übrig bleibt derzeit nur der anfangs genannte Ralf Reichert. Offiziell ist er noch immer Mitglied im Verwaltungsrat von The Archive. Er ist Deutscher und hat neben The Archive einen Musikvertrieb in Offenbach. Erreichen kann man ihn nicht, auf E-Mails antwortet er nicht, sein Handy ist ausgeschaltet. The Archive ist nicht sein einziges Problem. Im Rahmen seines Musikvertriebes streitet er sich mit einem ehemaligen Geschäftspartner vor Gericht.

Seltsame Geschäftsleute sind das, in deren Namen der Anwalt Thomas Urmann Tausende Menschen kostenpflichtig abmahnte. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt derzeit, ob einer oder mehrere davon das Gericht belogen haben. Und auch gegen Urmann wird ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Regensburg untersucht, ob ein betrügerisches Verhalten vorliegt oder nicht und ob er vielleicht Abmahnungen ohne Rechtsgrund verschickte, wie ein Sprecher sagte.

Wer eine solche Abmahnung seiner Kanzlei U+C erhielt und bislang nicht bezahlte, kann hoffen. Für alle anderen bleibt es ärgerlich, denn wer die in den Abmahnungen geforderten 250 Euro bereits auf das Konto von The Archive gezahlt hat, weil er sich fürchtete oder schämte, sieht sein Geld wohl nie wieder.

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 Redtube: Pornostream-Abmahner tauchen offenbar unter
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freddypad 20. Jan 2014

Die Versicherung zahlt doch nicht Geld, welches jemand durch ein Gerichtsurteil als...

User_x 19. Jan 2014

offenbach süd (lauterborn) und hinter der messe ist der soziale brennpunkt etwas...

borg 19. Jan 2014

Na ja, noch schlimmer sind die Richter die die Herausgabe der Anschlussdaten durch die...

borg 19. Jan 2014

Danke; Herr Obama, für Ihre Zusage Frau Merkel nicht mehr abzuhören. Dann ist ja wieder...

non_sense 18. Jan 2014

Das Problem ist, wo will man da anfangen? Ich denke, dass die Drahtzieher gar nicht in...


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