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Rede in Davos: Donald Trump lästert über grüne Energie und lobt seine Zölle

Viel Selbstlob, Kritik an Europa, Lob für Merz und die neuen Zölle und natürlich – Grönland: Donald Trump hat seine Rede in Davos gehalten.
/ Tobias Költzsch , dpa
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US-Präsident Donald Trump während seiner Rede in Davos (Bild: Chip Somodevilla/Getty Images)
US-Präsident Donald Trump während seiner Rede in Davos Bild: Chip Somodevilla/Getty Images

US-Präsident Donald Trump hat in seiner m it Spannung erwarteten Rede(öffnet im neuen Fenster) auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos vor allem seine isolationistische Politik angepriesen. Zum Schutz der Welt müsse Grönland von den USA übernommen werden, behauptete Trump erneut. Gewalt werde er dafür aber nicht anwenden, sagte er.

Er forderte stattdessen "sofortige Verhandlungen" – mit wem, sagte er nicht. Dänemark, zu dem Grönland gehört, und weitere europäische Staaten wie Deutschland hatten stets bekräftigt, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe. Nur die USA könnten "dieses riesige Stück Land" verteidigen, behauptete Trump. Er drohte allen Ländern, die eine Übernahme ablehnten, dass die USA sich "daran erinnern" würden.

"Wir brauchen es für die strategische nationale Sicherheit und die internationale Sicherheit" , sagt Trump. Die USA betreiben bereits seit Jahrzehnten Militärbasen in Grönland und können die Insel auch einfach überfliegen. Dazu müssen sie die dänische Regierung lediglich informieren.

Lob für Merz

An den europäischen Staaten arbeitete sich der US-Präsident an mehreren Stellen seiner langen Rede ab. Europa entwickle sich nicht "in die richtige Richtung" , sagte er. Bestimmte Länder seien nicht wiedererkennbar, das meine er nicht im positiven Sinne, sondern "sehr negativ" , sagte Trump; Bundeskanzler Friedrich Merz erwähnte er lobend.

Deutschland generiere derzeit gut ein Fünftel weniger Strom als noch 2017(öffnet im neuen Fenster) , sagte Trump, doch das sei aber nicht die Schuld des CDU-Politikers. "Er löst das Problem. Er wird großartige Arbeit leisten" , so Trump. Auf die strukturellen Hintergründe der gesunkenen Stromproduktion ging Trump nicht ein.

Zudem behauptete Trump, dass der Strompreis um 64 Prozent gestiegen sei. Das trifft jedoch nicht zu. 2017 kostete der Strom etwa 30 Cent pro Kilowattstunde(öffnet im neuen Fenster) (kWh), aktuell liegt der Preis bei 37,2 Cent, was einem Anstieg um 23 Prozent entspricht.

Trump hob die eigene, weltweit stark umstrittene Wirtschafts- und Zollpolitik hervor. "Anstatt die Steuern für inländische Produzenten zu erhöhen, senken wir sie und erhöhen die Zölle für andere Länder, um für die von ihnen verursachten Schäden aufzukommen" , sagte Trump. Dass die US-Konsumenten einer jüngsten Studie zufolge 96 Prozent der Zolllast tragen , erwähnte Trump nicht.

Trump wettert erneut gegen erneuerbare Energien

Die Bemühungen um saubere Energie in anderen Ländern kritisierte Trump scharf. Er sprach von einem "grünen Betrug" , "vielleicht den größten Schwindel der Geschichte" . Vergleichbare Aussagen hatte er bereits vor der UNO-Vollversammlung gemacht. Europa verschandele die Landschaft mit Windrädern, die Energieproduktion sei viel zu teuer.

Am Donnerstagabend, im Anschluss an das Forum, wollen Merz und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU auf einem Krisentreffen in Brüssel darüber beraten, wie sie am besten auf Trumps Zolldrohungen reagieren könnten.


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