Wie Mac OS X
Interessant ist auch die beiliegende GTK-Bibliothek Mac-Gtk, die für das OS-X-ähnliche Aussehen der Benutzeroberfläche sorgt. In der oberen Leiste werden die Menüs der jeweils geöffneten Anwendung integriert. Links ist stets die Applikation Kfinder zu sehen.
Auffällig ist auch, dass die Nordkoreaner die Verzeichnisstruktur ihrer Linux-Distribution an Apples Mac OS X angepasst haben. Zusätzliche Anwendungen wie der Browser oder das Office-Paket werden nicht in den Verzeichnissen /bin oder /opt abgelegt, sondern in dem Ordner /Applications. Das erwähnte Will Scott in seinem Vortrag über seine Zeit als Tutor an der nordkoreanischen Universität Kim Il Sung bereits auf dem letzten Chaos Computer Congress. Auch das Home-Verzeichnis wird nicht verwendet. Stattdessen landen die Konfigurationsdateien der Benutzer im Ordner /Users. Außerdem gibt es noch den Ordner /System, in dem wir aber lediglich die leere Textdatei .localized entdeckten.
Das Terminal ist nicht ohne weiteres zu finden. Im Anwendungsmenü rechts im Dock befindet sich ein schlichter grüner Ordner, in dem wiederum ein grüner Ordner mit einem gekreuzten Werkzeugsymbol ist. Dort findet sich der Shortcut zum Terminal. Beim Stöbern im Etc-Verzeichnis des Dateisystems entdeckten wir Hinweise auf eine Red-Hat-basierte Linux-Distribution. Der Inhalt der Textdatei redhat-release war jedoch auf Koreanisch mit der Versionsnummer 3.0 und identisch mit der in der ebenfalls dort abgelegten Textdatei redstar-release. Die Eingabe von uname -ars ergab die Kernel-Version 2.6.38.8-24 mit dem Suffix rs3.0.i686. Aufgefallen sind uns die beigelegten Capi-Treiber für ISDN-Verbindungen. Möglicherweise verbinden sich viele Haushalte noch über ISDN mit dem Netz, deshalb war bei der Installation auch eine manuelle Netzwerkverbindung als Standard gesetzt.
Root-Rechte konnten wir zunächst weder mit su noch mit sudo erlangen. Wir fanden jedoch die vorinstallierte KDE-Anwendung Rootsetting im Verzeichnis /usr/sbin, das von dem nordkoreanischen Programmierer Kim Gyong Hunk entwickelt wurde. Er arbeitet offenbar für das staatliche Unternehmen Korea Computer Center (KCC), welches auch Red Star zusammengestellt hat. Damit konnten wir dem installierten Benutzer Administratorenrechte geben und uns anschließend per su als Root im Terminal anmelden.
Die Sprache des Installers lässt sich mit einer Änderung in den Kernel-Parametern in der Textdatei /isolinux/isolinux.cfg umstellen. Dort muss der Eintrag lang=ko in lang=en geändert werden. Mit Iso Master lässt sich das unter Linux direkt erledigen, das Programm stellt automatisch ein neues startfähiges Image her, von dem wir gleich wieder in Virtual Box starten konnten. Außerdem lässt sich mit den jetzt erhältlichen Root-Rechten die globale Spracheinstellung in der Konfigurationsdatei /etc/sysconfig/i18n von ko_KP.utf8 auf en_US.utf8 ändern. Um die Spracheinstellungen des verwendeten KDE-Desktops zu ändern, lässt sich die Konfigurationsdatei /usr/share/config/kdeglobals mit dem Editor vi anpassen. Dort muss in den letzten beiden Zeilen ebenfalls die Zeichenkette ko_KP durch en_US ersetzt werden. Nach einem Neustart erscheint der Desktop weitestgehend in englischer Sprache.
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Man brauch ja nicht nach alter Software bei Ihnen schauen, wenn Sie sich mit Norten...
Willst du damit behaupten, es sei nicht angebracht, diese beiden Nationen zu bashen, oder...
+1 Vorredner
http://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Print-Artikel/LinuxUser/2010/05/Linux-in...
[ ] du kannst offensichtliche Ironie erkennen