Red Dead Redemption 2: 65 Stunden Spiel und Wochen mit 100 Stunden Arbeit

Mit einer Bemerkung über die Arbeitszeiten bei der Entwicklung von Red Dead Redemption 2 hat Dan Houser für Diskussionen gesorgt. Der Chefentwickler hatte im Gespräch mit dem US-Magazin Vulture(öffnet im neuen Fenster) gesagt, dass sein Team im Jahr 2018 mehrfach "100-Stunden-Wochen" gearbeitet habe. Inzwischen hat er die Sache auf Kotaku allerdings(öffnet im neuen Fenster) genauer erklärt: Es sei nicht die gesamte Belegschaft gemeint gewesen, sondern nur ein kleines Team mit ihm und wenigen anderen Autoren. Er habe sich mit anderen leitenden Entwicklern mehrfach zusammengesetzt, um finale Details der Handlung festzulegen.
Die Sache hat in der Community vor allem deshalb für eine gewisse Empörung gesorgt, weil es beim ersten Red Dead Redemption - an dem Houser nicht im gleichen Maße beteiligt war - tatsächlich Probleme mit übermäßigen Arbeitszeiten gegeben hatte. Einige der Ehefrauen von Entwicklern hatten Anfang 2010, also kurz vor der Veröffentlichung des Titels, sogar einen Brief an die Firmenleitung veröffentlicht, in dem Belastungen angeprangert wurden.

In Teilen der Spielebranche gehören ausbeuterische Arbeitsbedingungen immer noch zum Alltag, allerdings versuchen Studios in den letzten Jahren die sogenannte Crunchtime so gut es geht durch bessere Planung und andere Maßnahmen zu vermeiden.
In dem Interview mit Vulture hat Houser einige andere Zahlen zu Red Dead Redemption 2 genannt. Die Kampagne soll rund 65 Stunden lang sein. Damit ist vermutlich alles gemeint, also Hauptmissionen und Nebenaufgaben, die allerdings in dem Spiel sowieso fließend ineinander übergehen sollen. Die Haupthandlung soll auf einem Drehbuch mit rund 2.000 Seiten basieren, es gibt rund 500.000 Dialogzeilen und rund 300.000 einzelne Animationen. Für Sprach- und Motioncapture-Aufnahmen habe man rund 1.200 Schauspieler benötigt, etwa 700 von ihnen hätten an Dialogen gearbeitet.
Red Dead Redemption 2 erscheint am 26. Oktober 2018 für Xbox One und Playstation 4. Ob es irgendwann eine Version für Windows-PC geben wird, ist unklar. Im Interview mit Houser wird das Thema nicht angesprochen.



