Red Dead Online angespielt: Schweigsam auf der Schindmähre

Der Multiplayermodus von Red Dead Redemption 2 schickt uns als ehemaligen Strafgefangenen in den offenen Wilden Westen. Golem.de hat den handlungsgetriebenen Einstieg angespielt - und einen ersten Onlineüberfall gemeinsam mit anderen Banditen unternommen.

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Unser Charakter in Red Dead Online
Unser Charakter in Red Dead Online (Bild: Rockstar Games/Screenshot: Golem.de)

Es fühlt sich an wie ein Abstieg: In der Kampagne von Red Dead Redemption 2 haben wir irgendwann ein richtig tolles Pferd besessen, mit dem wir uns natürlich bestens verstanden haben. Und dann müssen wir im Einstieg von Red Dead Online auf einem Gaul über die Prärie reiten, den das Spiel als "klapprige Schindmähre" bezeichnet. Allerdings, mit unserem Alter Ego sind wir auch noch nicht ganz glücklich: Statt dem coolen Cowboy Arthur Morgan steuern wir hier einen ehemaligen Strafgefangenen nach seiner Befreiung.

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Selbst mit viel Aufwand schaffen wir es bei der Charaktergenerierung nicht, den Kerl irgendwie gut aussehen zu lassen - aber egal, so ein wilder Zausel hat ja auch was. Eine Stimme besitzt der Typ nicht, in sämtlichen Zwischensequenzen äußert er sich bestenfalls mit Nicken, Kopfschütteln oder einem Schulterzucken. Grund ist wohl schlicht, dass wir im Multiplayermodus selbst reden sollen oder es zumindest können.

Der Anfang von Red Dead Online erinnert an eine Kampagne, in der wir anderen Figuren begegnen und einem strikt vorgegebenen Weg folgen. Wir treffen eine mysteriöse Auftraggeberin und liefern uns ein paar Minuten später die erste Schießerei mit computergesteuerten Gegnern. Nett - aber wer die Kampagne kennt, wird das alles zwar unterhaltsam, aber kaum auffallend unterhaltsam finden.

Nach insgesamt gut einer Stunde werden wird zu einem NPC namens Clay geschickt, und da wird die Sache dann endlich interessanter: Per Tastendruck suchen wir automatisch nach anderen echten Spielern, wenig später sind wir Mitglied einer zufällig zusammengestellten, vierköpfigen Gang. Gemeinsam folgen wir der Markierung auf der Minimap zu einem Holzhaus in der Nähe, greifen zusammen die Verteidiger an und dann entführt jeder Spieler eines der dort angebundenen Pferde - Tschüss, "klapprige Schindmähre".

  • Mit dem klapprigen Gaul bewältigen wir die ersten paar Meilen im Onlinemodus. (Bild: Rockstar Games/Screenshot: Golem.de)
  • Wesentlich "schönere" Gesichtszüge kann man in Red Dead Online kaum erschaffen. (Bild: Rockstar Games/Screenshot: Golem.de)
  • Die Fähigkeitenkarte verbessert auch die Skills von Teamkameraden. (Bild: Rockstar Games/Screenshot: Golem.de)
  • Bei einem Überfall treffen wir einen mysteriösen Typen - so nimmt die Onlinekampagne ihren Lauf. (Bild: Rockstar Games/Screenshot: Golem.de)
  • Gemeinsam mit diesen Gesellen absolvieren wir die erste Koop-Mission. (Bild: Rockstar Games/Screenshot: Golem.de)
  • Im Einstieg wählt das Programm für uns die Stelle des ersten Camps aus. (Bild: Rockstar Games/Screenshot: Golem.de)
Mit dem klapprigen Gaul bewältigen wir die ersten paar Meilen im Onlinemodus. (Bild: Rockstar Games/Screenshot: Golem.de)
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Von hier an öffnet sich die Welt: Wir kommen beim Abliefern des Gauls in eine neue Stadt, müssen Feuergefechte mit anderen Spielern und mit computergesteuerten Figuren überstehen und noch vieles mehr. Zu diesem Zeitpunkt haben zumindest wir es auf Rang 3 gebracht und die erste Fähigkeitenkarte gefunden und verwendet. Über dieses System können wir nicht nur unsere eigenen Skills verbessern, sondern optimieren im konkreten Fall gleichzeitig die Dead-Eye-Fähigkeiten aller aktiven Teammitglieder. Derzeit hat Red Dead Online noch offiziell Betastatus. Das bedeutet unter anderem, dass wir noch keine virtuellen Gegenstände kaufen können. Später wird es laut Rockstar Games möglich sein, "kosmetische Gegenstände wie Lagerverschönerungen oder spezielle Stile für eure Waffen zu erwerben" - die Fähigkeitenkarten dürfte es dieser Logik zufolge also nicht für echte Euro geben.

Neben Missionen mit Überfällen und ähnlichen Aktivitäten gibt es noch weitere Möglichkeiten, sich im Multiplayermodus von Red Dead Redemption 2 auszutoben. Es gibt klassische Schießereien, also letztlich Deathmatch, bei dem die Teilnehmer innerhalb einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Kills sammeln müssen. An Battle Royale erinnert ein Modus namens Make it Count, in dem 32 Spieler in einem ständig schrumpfenden Gebiet nur mit dem Bogen und ein paar Pfeilen sowie mit Wurfmessern darum kämpfen, als Letzter noch am virtuellen Leben zu sein.

Der Einstieg in Red Dead Online ist erst ab dem 30. November 2018 für alle Besitzer des Spiels möglich. Rockstar Games hat angekündigt, dass der Modus im Laufe der Zeit weiter stark ausgebaut wird - was noch alles geplant ist, sagen die Entwickler vorerst nicht. Sie weisen aber darauf hin, dass der Spielfortschritt nach Möglichkeit langfristig aufrechterhalten wird. Allerdings räumen sie ein, dass "im Fall von technischen Schwierigkeiten die Ränge oder andere Statistiken zurückgesetzt" werden müssen.

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