Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Red Candle Games: Entwickler zieht Horrorspiel Devotion nach Protesten zurück

Das Horrorspiel Devotion hat es nach der Veröffentlichung auf den zweiten Platz der Verkaufscharts bei Steam geschafft. Offenbar nach Protesten chinesischer Spieler wegen eines politischen Scherzes ist das Werk des taiwanischen Entwicklers Red Candle Games nun nicht mehr verfügbar.
/ Peter Steinlechner
86 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Artwork von Devotion (Bild: Red Candle Games)
Artwork von Devotion Bild: Red Candle Games

Bei Computerspielern in Asien sorgt derzeit ein Horrorspiel namens Devotion für Aufregung. Das Programm wurde Mitte Februar 2019 vom taiwanischen Entwicklerstudio Red Candle Games(öffnet im neuen Fenster) weltweit über Steam veröffentlicht. Der Titel war sofort sehr erfolgreich und hat es auf Anhieb auf den zweiten Platz der Verkaufscharts geschafft – einfach, weil er spannend inszeniert ist, entsprechend positiv waren die ersten Nutzerbewertungen.

Das hat sich allerdings schnell geändert, inzwischen ist Devotion nicht mehr auf Steam zu finden. Grund sind offenbar ein paar versteckte Anspielungen auf die Politik, insbesondere auf die Spannungen zwischen China und Taiwan. Unter anderem findet sich in dem Programm auf einem Plakat ein Vergleich zwischen dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping und der Cartoonfigur Winnie the Pooh. Die Anspielung ist nicht unbedingt liebevoll, sondern eher herabsetzend.

Devotion – Trailer
Devotion – Trailer (02:00)

Laut der Webseite Spieltimes(öffnet im neuen Fenster) werde Xi Jinping in Devotion möglicherweise zusätzlich als jemand dargestellt, der Kinder attackiert – bestätigt ist das aber nicht. Die tatsächlichen und vermeintlichen Schmähungen haben jedenfalls dazu geführt, dass das Spiel auf Steam zum Opfer von Review Bombing wurde, also von durchgehend negativen Bewertungen, ohne dass Grafik oder Gameplay dafür einen Grund liefern.

So gut wie alle der negativen Bewertungen stammen offenbar von chinesischen Spielern. Dann ist die Lage rasch weiter eskaliert: Trotz einer Stellungnahme mit einer Entschuldigung durch Red Candle Games wurde das Nutzerkonto des Studios auf Weibo (eine Art chinesisches Facebook) ebenso wie der Auftritt auf vergleichbaren Portalen gelöscht. Auch im Westen ist Devotion nicht mehr auf Steam zu finden, die Trailer von dem Spiel wurden auf Youtube im Kanal des Entwicklerstudios gesperrt.

Wie die Sache weitergeht und ob die Entwickler etwa eine neue Version von Devotion veröffentlichen werden, ist momentan unklar. Derzeit gerät mit Detention auch(öffnet im neuen Fenster) das erste, Anfang 2017 von Red Candle veröffentlichte und mit einigen kleineren Preisen für Indiegames ausgezeichnete Spiel auf Steam ins Visier der Review Bomber.


Relevante Themen