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Zulieferer spielen entscheidende Rolle

"Die Rohstoffe werden nicht komplett in ihren Ursprungszustand zurückverwandelt, sondern direkt in den Kreislauf der Zellfertigung zurückgegeben. Dadurch entfällt beim Direktrecycling die bisher übliche, energieintensive chemische oder thermische Aufbereitung" , schreibt das Unternehmen zum Start seines Kompetenzzentrums Batteriezellrecycling am 15. Dezember 2025(öffnet im neuen Fenster) .

Wie in der Autoindustrie kaum anders zu erwarten, sind die Hersteller beim Thema Kreislaufwirtschaft auf Kooperationen angewiesen. Schließlich kauft Mercedes beispielsweise 75 Prozent seiner Fahrzeuge bei Zulieferern ein. Die meisten Entwürfe, die im Konzept Tomorrow XX vorgestellt wurden, müssen daher zusammen mit den Lieferanten zur Serie gebracht werden. Das gilt auch für neue Batteriezellen, die beispielsweise ohne die energieintensive Trocknung der Elektroden auskommen sollen.

End-of-Life-Verordnung beschlossen

Aufgrund des selbst formulierten Ziels einer Recyclingquote von 80 Prozent wirken die neuen EU-Vorgaben sehr unambitioniert. Am 12. Dezember 2025 einigten sich die Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten darauf(öffnet im neuen Fenster) , dass alle Neufahrzeuge so konstruiert sein sollten, "dass möglichst viele Teile und Komponenten von zugelassenen Verwertungsanlagen leicht entfernt werden können" .

Die Unterhändler einigten sich bei der sogenannten End-of-Life-Verordnung (ELV) zudem darauf, dass der in jedem neuen Fahrzeugtyp verwendete Kunststoff innerhalb von sechs Jahren nach Inkrafttreten der Vorschriften mindestens 15 Prozent und innerhalb von zehn Jahren mindestens 25 Prozent recycelten Kunststoff enthalten muss. Von diesem Anteil muss wiederum 20 Prozent aus gebrauchten Fahrzeugteilen stammen, was als geschlossener Kreislauf (Closed Loop) bezeichnet wird.

Selbst der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßte die Regelung(öffnet im neuen Fenster) als wichtigen Schritt "hin zu einer noch stärker kreislauforientierten Automobilwirtschaft" . Allerdings seien zahlreiche Fragen offen, beispielsweise die nach der Anerkennung verschiedener Recyclingtechnologien oder nach der praktischen Umsetzung belastbarer Herkunftsnachweise. Zudem stelle die Closed-Loop-Vorgabe "erhebliche Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Organisation der Materialströme" und schränke die Flexibilität der Unternehmen ein.

Es bleibt daher zu hoffen, dass es der End-of-Life-Verordnung nicht so ergeht wie dem Verbrenner-Aus. Entscheidend für die Autoindustrie ist schließlich die Produktion eines Autos und nicht dessen Recycling. Offenlegung: Golem hat auf Einladung von Mercedes-Benz an der Veranstaltung in Stuttgart teilgenommen. Die Kosten für Anreise und Übernachtung wurden von Mercedes-Benz übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.


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