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Scheinwerfer verschrauben statt verkleben

Mercedes-Ingenieure haben einen Scheinwerfer entwickelt, dessen Bestandteile nicht mehr verklebt werden, sondern zusammengeschraubt. Das macht das Recycling einfacher und erleichtert die Reparatur. Da Scheinwerfer ein sicherheitskritisches Bauteil sind, muss die neue Verbindungstechnik dauerhaft halten und daher entsprechend getestet werden.

Hilfreich ist es zudem, wenn bestimmte Bauteile aus demselben Rohstoff bestehen, obwohl sehr unterschiedliche Eigenschaften verlangt werden. Das Zauberwort heißt Monomaterialien. Somit besteht ein Armaturenbrett in der Regel aus einem Träger aus Hartplastik, einer Schaumauflage und einem Kunstlederbezug. Den Entwicklern zufolge ist es möglich, alle Elemente aus Polyolefinen wie Polypropylen herzustellen und später gemeinsam zu schreddern und zu regranulieren. Da ein Mercedes aktuell aus 250 kg Kunststoff besteht, spielt dessen Recycling eine wichtige Rolle.

Weniger Material durch bionische Konstruktion

Einsparmöglichkeiten ergeben sich auch dadurch, dass Bauteile mit weniger Material konstruiert werden. Was nicht produziert wird, muss schließlich nicht recycelt werden. Entsprechend konstruierten die Ingenieure einen Federbeinholm nach bionischen Gesichtspunkten(öffnet im neuen Fenster) . Dessen Strukturen sind nur dort verstärkt, wo es die Belastungen tatsächlich erfordern. Das spart zwar Material, stellt aber höhere Anforderungen an den Druckguss.

Dass Recycling-Lösungen teilweise sehr einfach sein können, zeigt das Beispiel einer neu entwickelten Kunststoffniete. Um vernietete Bauteile wie in der Fahrzeugtür zu demontieren, müssen die ultraschallverschweißten Nieten bislang aufgebohrt werden. Die neue Niete ist jedoch mit einem Torx-Einsatz versehen, so dass sie sich schneller mit einem Akkuschrauber herausdrehen lässt. Das soll Reparaturen und das Recycling von Fahrzeugen erleichtern. Durch dieses Konzept steigt der DfC-Wert von niedrigen 21 auf 89 Punkte.

Autoreifen sind gut recycelbar

Dass sich selbst Verbundstoffe gut wiederverwerten lassen, zeigt das Beispiel Autoreifen. Die bestehen im Wesentlichen aus Kautschuk, Stahl und textilen Fasern. Aktuell setzt Mercedes bereits recycelten Kautschuk im Türgriff der S-Klasse ein. Allerdings lässt sich daraus auch ein Lederersatz herstellen, der schon für die Sitze des Supersportwagens AMG GT XX getestet wurde. "In Kombination mit biobasierten Proteinen entsteht ein innovatives Material, das in Aufbau und Struktur echtem Leder ähnelt. Es kann auch in herkömmlichen Nachgerbeprozessen verarbeitet werden" , schreibt das Unternehmen.

Die Beispiele machen deutlich: Fast alle Autoteile lassen sich am Ende wiederverwerten. Der neue Entwicklungschef Jörg Burzer geht von einer möglichen Recyclingquote von 80 Prozent aus. Beim Batterierecycling sollen sogar 96 Prozent möglich sein. Dazu nahm Mercedes inzwischen eine Pilotanlage im badischen Kuppenheim in Betrieb(öffnet im neuen Fenster) . In einem mehrstufigen chemischen Prozess sollen die Metalle Kobalt, Nickel und Lithium einzeln extrahiert werden.

BMW plant sogar ein Directrecycling von Batterien.


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