Recycling: Roboter sollen E-Antriebe und Akkus demontieren

Neue Akkus aus alten: In Baden-Württemberg soll eine Fabrik gebaut werden, in der die automatisierte Demontage von elektrischen Antriebssträngen im industriellen Maßstab getestet werden soll. Die recycelten Rohstoffe sollen für den Bau neuer Elektroautos und Akkus verwendet werden.

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Roboter in der Autoproduktion: industrienahe Demontagefabrik (Symbolbild)
Roboter in der Autoproduktion: industrienahe Demontagefabrik (Symbolbild) (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Gebaut werden Autos schon lange von Robotern. Künftig sollen sie auch von ihnen demontiert werden: In Baden-Württemberg soll eine Fabrik gebaut werden, in der die Antriebe und Akkus von Elektroautos automatisiert demontiert werden sollen.

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Demobat heißt das Projekt, an dem 13 Projektpartner aus Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft mitarbeiten, darunter das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Automobilhersteller Mercedes Benz und der Technologiekonzern Siemens. Geleitet wird das Projekt vom Stuttgarter Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Die baden-württembergische Landesregierung unterstützt das Projekt mit 13 Millionen Euro.

In der industrienahen Demontagefabrik sollen die Prozesse unter anderem darauf getestet werden, ob die Demontage sowohl vom wirtschaftlichen Aspekt als auch vom Umweltschutz her sinnvoll ist. Ziel ist, möglichst viele Rohstoffe zurückzugewinnen.

"Wenn es uns mit dem Forschungsprojekt gelingt, durch unterschiedliche, umweltschonende Verfahren Einzelteile wie Kobalt, Nickel und Graphit industriell und automatisiert wiederzuverwerten, machen wir uns nicht nur unabhängiger von Rohstoffimporten, sondern können auch die Umweltbilanz von E-Fahrzeugen deutlich verbessern", sagte Franz Untersteller, grüner Landesminister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. "Wir schonen damit seltene Rohstoffe und bringen außerdem den deutschen Industriestandort voran."

Für Antrieb und Akkus der Elektroautos werden andere Rohstoffe benötigt als für Verbrennerfahrzeuge: Für die Akkus wird in erster Linie Lithium gebraucht. Hinzu kommen je nach Zusammensetzung der Kathode Kobalt, Mangan, Aluminium, Eisenphosphat und Nickel sowie Graphit für die Anode. Die Elektromotoren benötigen Neodym und Dysprosium, zwei Metalle der Seltenen Erden. Brennstoffzellen brauchen als Katalysator das Edelmetall Platin, zudem Graphit, Titan oder Edelstahl für die Bipolarplatten.

Zwar werden die wichtigsten Rohstoffe in absehbarer Zeit nicht knapp. Viele Hersteller entwickeln aber auch Konzepte und Anlagen für das Recycling: Der deutsche Automobilkonzern Volkswagen (VW) baut zusammen mit dem schwedischen Unternehmen Northvolt eine Akkufabrik in Salzgitter, die auch das Recycling der Akkus miteinbezieht. Die VW-Tochter Audi und das belgische Recycling-Unternehmen Umicore etwa wollen Kobalt und Nickel aus Altakkus gewinnen und daraus neue Akkus herstellen. Daneben gibt es auch unabhängige Unternehmen, die sich auf das Akkurecycling spezialisiert haben.

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