Recycling: Plastikflaschen werden in Kerosin umgewandelt

Ein neues Verfahren beschleunigt das Recycling von Plastikmüll.

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Plastikmüll: Kerosin, Schmiermittel und Rohstoffe für die chemische Industrie
Plastikmüll: Kerosin, Schmiermittel und Rohstoffe für die chemische Industrie (Bild: China Photos/Getty Images)

Einwegflaschen zu Flugzeugtreibstoff: Ein Team der Washington State University (WSU) hat ein Verfahren entwickelt, um aus Flaschen und anderem Plastikmüll Kerosin oder andere Stoffe zu gewinnen.

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Grundstoff für das Verfahren ist Polyethylen, der am häufigsten verwendete Kunststoff, aus dem Tüten und Flaschen, aber auch Rohre oder Möbel hergestellt werden. Das Polyethylen wird in dem organischen Lösungsmittel n-Hexan aufgelöst. Die Lösung wird auf etwa 220 Grad erhitzt und mithilfe des Katalysators Ruthenium werden die langen Kohlenstoffketten zerlegt.

Übrig bleiben Ketten aus 8 bis 16 Kohlenstoffatomen. In den Prozess wird Wasserstoff eingeleitet, der sich mit dem Kohlenstoff verbindet. Es entstehen flüssige Kohlenwasserstoffe, die als Kraftstoff genutzt werden können.

Vorher dauerte das Recycling zu lange

Einen Prozess zur Umwandlung von Polyethylen in Kerosin hatte das Team der Washington State University schon vor einiger Zeit vorgestellt. Doch bisher lief dieser noch bei hohen Temperaturen ab und dauerte lange.

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Nach den Verbesserungen sind jetzt niedrigere Temperaturen nötig. Vor allem aber wurde der Prozess beschleunigt: Innerhalb von einer Stunde würden 90 Prozent des Ausgangsmaterials umgesetzt, beschreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Chem Catalysis. Das reduziere die Kosten für den Prozess.

"In der Recyclingindustrie sind die Kosten entscheidend", sagte Projektleiter Hongfei Lin. Das verbesserte Verfahren sei deshalb ein wichtiger Schritt, um die neue Technik zur Marktreife zu bringen.

Außer Kerosin lassen sich auf diese Weise auch hochwertige Schmiermittel sowie Rohstoffe für die chemische Industrie erzeugen. Die Anpassung der Bedingungen, wie Temperatur, Zeit oder Menge des verwendeten Katalysators, ist nach Angaben der Forscher entscheidend für die Feinabstimmung des Prozesses, um bestimmte Produkte zu erzeugen.

"Je nach Markt kann man bestimmen, welches Produkt man erzeugt", sagte Projektleiter Lin. "Man ist flexibel. Die Anwendung dieses effizienten Prozesses könnte ein vielversprechender Ansatz für die selektive Herstellung hochwertiger Produkte aus Polyethylen-Abfällen sein."

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Eheran 25. Mai 2021

Im Artikel geht es ums katalytische Cracken mit Hydrierung. Also quasi Treibstoff oder...

Knuspermaus 23. Mai 2021

Jupp und vergessen hast du ganz Klar diesen Satz (Zitat aus dem Focus Artikel): "Das...

senf.dazu 22. Mai 2021

Kreislaufwirtschaft könnte es aber werden sobald der ursprüngliche Rohstoff nicht...

Fakula 22. Mai 2021

Wenn ich mir ansehe wieviel plastik z.b. ins Meer wandert , oder auf Deponien halte ich...

AllDayPiano 22. Mai 2021

Oder Dezyklierung. Genau das macht es nämlich. Nein. Das sehe ich hier wirklich nicht.



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