Recycling: Müslischale auf vier Rädern
Kapok. Ananas. Kenaf. Hanf. Eukalyptus. Klingt fast nach einer kerngesunden Müslimischung? Denkste! Diese – zum Teil ungenießbaren – Naturmaterialien stecken in immer mehr Autos. Sie zieren Armaturenbretter, verkleiden Türen, bespannen Sitze oder bringen Karosserien in Form. Vieles spricht für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe: Sie haben meist eine bessere Kohlendioxid-Bilanz (CO2) als Blech, Kunststoff und Co, sie sind leichter und besser zu recyceln. Viele sind zudem unendlich verfügbar und haben gute Verarbeitungs- und Crasheigenschaften. Für Volker Quaschning(öffnet im neuen Fenster) , Ingenieur und Energieexperte, führt am Einsatz solcher Ökowerkstoffe kein Weg vorbei: "Wenn wir den Klimaschutz ernst nehmen, müssen wir Kunststoffe ersetzen" , sagt er.
Das heißt aber nicht, dass Autos in Zukunft auf dem Kompost verrotten werden. Unterm Strich stecken nach wie vor viele problematische Stoffe in den Kisten. Überhaupt liegt der ökologische Spurwechsel weniger an der Liebe zur Umwelt als an der europäischen Gesetzgebung: Sie gibt die Quoten vor. Demnach müssen Fahrzeuge bis zu 95 Prozent verwertbar sein. Das lässt sich nur mit nachwachsenden Rohstoffen erreichen.