China nimmt keinen Müll mehr an

Nach dem Schreddern und Trocknen durchlaufen die Kunststoffschnipsel verschiedene Klassieranlagen, wobei die unterschiedlichen Kunststoffsorten getrennt werden. Das Ergebnis ist ein hoch angereichertes Polyethylen niedriger Dichte (LD-PE) aus dünnen Folien, das zu Granulaten umgeschmolzen wird. Auf die Wiederverwertungsquoten ist Hofmann besonders stolz: "Bei Folien aus dem Grünen Punkt sind das etwa 60 Prozent, bei Folien aus der gewerblichen Sammlung rund 85."

Stellenmarkt
  1. Entwickler Steuerungstechnik Software (m/w/d)
    Altendorf GmbH, Minden
  2. Application Manager (w/m/d)
    dm-drogerie markt GmbH + Co. KG, Wustermark
Detailsuche

Zurzeit läuft es für den Hamburger ohnehin gut: Ihm spielt eine Entscheidung in die Hände, die am 18. Juli 2017 in Fernost getroffen wurde. Da teilte das Umweltschutzministerium der Volksrepublik China der Welthandelsorganisation (WTO) mit, bald keinen Plastikmüll mehr zu importieren. Für Hofmann ist es eine "Riesenchance", wie er sagt. Bislang war das Reich der Mitte die Müllhalde der Welt. Global werden jährlich 330 Millionen Tonnen produziert. Ein Großteil davon sind kurzlebige Verpackungen aus Polyethylen, die prompt auf dem Müll landen. Allein Deutschland verschiffte jährlich rund 560.000 Tonnen Kunststoffmüll nach China.

Die Option, Plastikberge nach China zu versetzen, war bequem. Tausende Verwertungsunternehmen dort nahmen sich des Mülls aus dem Westen dankbar an. Bis man erkannte, was da läuft: Videos tauchten auf, die Kunststoffabfall sortierende Kinderhände zeigten. Mit der Schere schnitten sie Etiketten aus, um reine Fraktionen zu erhalten. Immense Müllmengen landeten dennoch in der Natur. Damit ist jetzt Schluss.

Wiederverwerten ist viel sinnvoller als Verbrennen

Chemie-Professor Heinz Langhals von der Ludwigs-Maximilians-Universität München begrüßt die Entscheidung: "Endlich tut sich was." Doch seit dem Importstopp herrscht helle Aufregung in der westlichen Welt: Wohin mit all dem Kunststoffmüll? In vielen Ländern landet er auf der Deponie. In Deutschland gibt es zwar eine großtechnische Lösung: Verbrennen, oftmals im Zementwerk. Doch für Langhals ist das keine gute Lösung: "Das Material ist wertvoll. Wiederverwerten ist viel sinnvoller."

Golem Akademie
  1. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    13.–16. Dezember 2021, virtuell
  2. Hands-on C# Programmierung: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    1.–2. Dezember 2021, virtuell
Weitere IT-Trainings

Wiederverwerten favorisiert auch Designer Carsten Buck: "Das Problem ist, dass die Hersteller nicht für die Entsorgung ihres Mülls aufkommen müssen. Würde hier das Verursacherprinzip greifen, wäre das Problem morgen gelöst." Buck denkt Produkte so, dass sie sich in einen endlosen Kreislauf einfügen - von der Wiege bis zur Wiege (cradle to cradle). Doch die Welt denkt anders. Die Handelslandschaft ist so strukturiert, dass die Ware über Monate in den Regalen liegt und dafür wie in einem Tresor verpackt sein muss, um verkehrsfähig zu bleiben.

Für Michael Hofmann ist sein Kreislauf auch irgendwie cradle to cradle: "Gelingt es, mit der Rückgewinnung der Polymere aus Kunststoffabfällen Geld zu verdienen, wird die Bevölkerung Kunststoffe nicht wegwerfen, sondern helfen, diese einzusammeln, um damit Geld zu verdienen."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Recycling: Die Plastikwaschmaschine
  1.  
  2. 1
  3. 2


gunolfur 24. Mai 2018

Bei einem Besuch 2015 wurden wir auf Sumatra durch eine (fast) identisch arbeitende...

plutoniumsulfat 17. Mai 2018

Das ist aber nicht das Problem, worum es oben ging.

EGMU 15. Mai 2018

Selber Schuld, die sollten lieber ein paar Kilometer vor der Küste auf Plastikmüll...

casin0 12. Mai 2018

Mikro Kunststoff ist v.a. im Mittelmeer ein ernstes Problem. Boyan Slat

b.mey 11. Mai 2018

Das dürfte weniger das Problem sein. Ein Nachhaltiges System kann schnell ein Stadium...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Discovery Staffel 4
Star Trek mit viel zu viel Pathos

Die ersten beiden Folgen der neuen Staffel von Star Trek Discovery bieten zwar interessante Story-Ansätze, gehen aber in teils unerträglichen Gefühlsduseleien unter. Achtung, Spoiler!
Eine Rezension von Tobias Költzsch

Discovery Staffel 4: Star Trek mit viel zu viel Pathos
Artikel
  1. Soziales Netzwerk: Twitter-Mitgründer Jack Dorsey tritt zurück
    Soziales Netzwerk
    Twitter-Mitgründer Jack Dorsey tritt zurück

    Jack Dorsey ist nicht länger Chef von Twitter - sehr zur kurzen Freude der Akionäre. Der Nachfolger steht bereits fest.

  2. Telekom-Internet-Booster: Feldtest bringt über 600 statt 50 MBit/s ins Haus
    Telekom-Internet-Booster
    Feldtest bringt über 600 statt 50 MBit/s ins Haus

    Die Telekom beginnt mit 5G DSL. Dafür wird im Haushalt eine Außenantenne benötigt.

  3. Medion Erazer Deputy P25/Beast X25: Aldi verkauft Gaming-Notebooks mit Ryzen 5000
    Medion Erazer Deputy P25/Beast X25
    Aldi verkauft Gaming-Notebooks mit Ryzen 5000

    Die Medion Erazer Deputy P25 und Beast X25 bedienen Gaming-Enthusiasten mit unterschiedlichen Budgets. Nvidia-GPU und Ryzen-CPU sind dabei.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Heute ist Cyber Monday • AMD Ryzen 7 5800X 348€ • 3 für 2: Star Wars & Marvel • Bis 300€ Direktabzug auf TVs, Laptops uvm. • Bis 50% auf beyerdynamic + Gratis-Kopfhörer • Cyber Monday bei MM/Saturn (u. a. Xiaomi 11 Lite 5G 299€) • Alternate (u. a. be quiet CPU-Kühler 29,99€) [Werbung]
    •  /