Arbeit: Was IT-Recruiting von der Bundesliga lernen kann

IT-Experten sind mitunter so umworben wie Profifußballer. Unternehmen sollten sich an den Strategien der Bundesliga orientieren, um erfolgreiche Player hervorzubringen.

Artikel von Markus Kammermeier veröffentlicht am
Ein Erfolg der Bundesliga-Nachwuchsförderung: David Alaba
Ein Erfolg der Bundesliga-Nachwuchsförderung: David Alaba (Bild: JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images)

Neue Teammitglieder, die gleich am ersten Tag voll einsatzbereit am Tisch sitzen und dabei noch jede Menge neue Impulse in die Firma bringen: Das wünschen sich viele Unternehmen bei Neueinstellungen. Nachdrücklich werden solche fertigen Experten in der Branche gesucht, Stellenanzeigen geschaltet, Prämien an Mitarbeiter für das Werben im Netzwerk verteilt. Die großen Gewinner sind dabei oft Personalberater, denn sie streichen mitunter fünfstellige Vermittlungsprovisionen ein. Teilweise erinnert die Suche nach IT-Experten an den Transfermarkt der Fußballbundesliga.

Doch bei steigendem Bedarf an IT-Fachkräften und zugleich sinkender Zahl der Arbeitnehmer kann das allein nicht erfolgreich sein - zumindest nicht für den Großteil der Unternehmen. Das blinde Zusammenkaufen von All-Stars ist auch im Sport selten eine nachhaltige Strategie. Was wäre möglich, wenn der Aufwand für die externe IT-Profi-Suche nach innen geleitet würde, nämlich in die Entwicklung der eigenen Mitarbeiter? Und wie erkennt man deren Potenzial und entwickelt es optimal?

Die Fußballbundesliga macht es vor

Durch den hohen Bedarf an Arbeitskräften und die demographische Entwicklung sinkt die Anzahl der verfügbaren Arbeitnehmer. Zukunftsforscher Sven Gabor Jansky prophezeit in seinen Vorträgen drei bis vier Millionen fehlende Arbeitskräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt für das Jahr 2030 - trotz Automatisierung. Alleine im öffentlichen Dienst wird es laut einer Studie von McKinsey 2030 eine Personallücke von 730.000 Mitarbeitern geben, denn bis dahin wird ein Drittel der 4,7 Millionen Beschäftigten in Rente gehen. Es sind die geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boomer-Generation, die jetzt ihren Ruhestand antreten. Die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte sinkt damit weiter.

Aus dem Transfermarkt der Fußballbundesliga lässt sich ableiten, mit welchen Strategien Unternehmen darauf reagieren sollten. Angebot und Nachfrage nach erfahrenen Fußballprofis lassen sich mit der Suche nach IT-Experten vergleichen: In beiden Bereichen ist der Markt relativ beschränkt. Die durchschnittliche Kadergröße liegt in der Bundesliga bei 30 Spielern. In den ersten beiden Ligen spielen demnach in Deutschland rund 1.000 Profis. Für diese erfahrenen Spieler gibt es im Profifußball gerade mal 36 potenzielle Arbeitgeber. Der Markt ist also sehr überschaubar, die Top-Fußballer sind begehrt. Für manche Expertenthemen in der IT sind ebenfalls nur einige Tausend Personen verfügbar, um die die Unternehmen konkurrieren. Die Situationen haben klare Ähnlichkeiten - wenn auch die in der Bundesliga außerordentlich zugespitzt ist.

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Die Vereine verfolgen im Wesentlichen drei Strategien: Sie zahlen viel für Spieler von außen (teilweise mehr als 10 Prozent des Jahresumsatzes), sie versuchen Spieler möglichst lange zu halten oder sie konzentrieren sich auf die eigene Nachwuchsarbeit. Die Spitzentransfers im Fußball lassen sich in der Presse gut nachverfolgen. Erfolgreiche Nachwuchsarbeit ist weniger präsent. Ajax Amsterdam wird immer wieder als Beispiel für erfolgreiche Talententwicklung genannt. Bei Unternehmen sehen wir bereits heute beide Extreme: Der Zukauf von Leistungsträgern und Teams für das schnelle Wachstum und die sogenannten Caring Companies. Letztere setzen auf nachhaltige Entwicklung von Talenten und fördern eine lange Zugehörigkeit durch viele Benefits.

Ideal ist demnach - auch für Unternehmen - ein gesunder Mix aus allen drei Strategien. Derzeit priorisieren viele Unternehmen die externe Suche, kaufen also - in der Fußball-Analogie - viele Spieler für teures Geld von anderen Vereinen. Ungleich weniger investieren sie in Personalberatung und interne Weiterentwicklung. Dabei könnten Unternehmen damit einiges erreichen, wenn sie ein paar grundlegende Möglichkeiten kennen.

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arrrghhh.... 17. Jan 2020

Wo das hinführt sieht man ja bei den Manager-Gehältern. Einige. Das Problem ist, dass...

arrrghhh.... 16. Jan 2020

Da kannst Du noch warten bis Du schwarz wirst. Jedenfalls wird da von Seiten der...

amagol 15. Jan 2020

Ein Consultant kann auch sein Geld wert sein, wenn er nicht eine einzige Zeile Code...

SoD 15. Jan 2020

Ja sowas hatte ich auch vor, wobei bei uns die ganze Entwicklung ins Ausland verlagert...

CSCmdr 15. Jan 2020

{ Diese Aussage verstehe ich nicht. }



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