Abo
  • IT-Karriere:

Recruiting: Wenn die KI passende Mitarbeiter findet

Digitalisierung und demografischer Wandel machen es Arbeitgebern immer schwerer, passende Kandidaten für freie Stellen zu finden. Künstliche Intelligenz soll helfen, den Recruiting-Prozess ganz neu aufzusetzen.

Artikel von Markus Kammermeier veröffentlicht am
KI soll Unternehmen helfen, freie Stellen schneller und besser zu besetzen.
KI soll Unternehmen helfen, freie Stellen schneller und besser zu besetzen. (Bild: Michael Duxbury/CC-BY 2.0)

Die Einladung kommt unaufgefordert über meinen Kurznachrichtendienst: "Zeit für eine Veränderung: Deine Talente dürfen nicht weiter ungenützt bleiben." Mit zwei Klicks gebe ich mein persönliches Jobprofil frei. Wenig später sitze ich mit zwei Menschen in einem hellen, freundlichen Loft. Er ist Candidate Engagement Manager, sie ist Internal Career Coach. Nach dem Gespräch erhalte ich Zugriff auf meinen persönlichen Onboarding-Fahrplan. Er enthält die notwendigen Trainings und Kontakte für meinen Start in zwei Wochen. Von einem meiner künftigen Kollegen erhalte ich schon eine Nachricht: "Willkommen im Team!" So könnte schon in naher Zukunft ein Bewerbungsgespräch aussehen. Denn der Arbeitsmarkt wird sich in den kommenden Jahren weiter verändern - und der Einsatz von künstlicher Intelligenz wird dabei voraussichtlich eine entscheidende Rolle spielen.

Demografische Entwicklung und Digitalisierung sind die entscheidenden Faktoren für den Jobmarkt der Zukunft. Die Generation Babyboomer - die geburtenstarken Jahrgänge aus den 1960er Jahren - wird in den nächsten Jahren in Rente gehen. In der Spitze werden rund 1,4 Millionen Menschen jährlich aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Dagegen stehen etwa 700.000 Menschen, die in den Arbeitsmarkt eintreten. Gleichzeitig verschieben sich die gefragten Kompetenzen und die Digitalisierung verändert Jobprofile. Laut einer oft zitierten Studie von Frey und Osborne ist fast die Hälfte aller Berufe durch die Digitalisierung bedroht - gerade im Bereich der Dienstleistungen. Glaubt man Zukunftsforschern, werden Arbeitnehmer dennoch künftig jederzeit zwischen mehreren interessanten Jobs entscheiden können. Dabei spielt künstliche Intelligenz (KI) eine wesentliche Rolle. Sie wird auch die Arbeit in den Personalabteilungen nachhaltig verändern. Um zu erklären, wie und warum, ist einiges Grundwissen über den aktuellen Stand der KI-Forschung und die Personalbeschaffung notwendig.

KI kann gut Schlüsse ziehen und Muster erkennen

Künstliche Intelligenz wird heute vorwiegend eingesetzt, um menschenähnliche Entscheidungsstrukturen nachzubilden. Damit sollen automatische Entscheidungen durch IT-Systeme auch in nichteindeutigen Situationen möglich werden. Solche Systeme helfen bei der Handschrifterkennung, in sprachlichen Assistenzsystemen, als Fahrassistenzsysteme und in vielen anderen Formen.

Zwei Dinge können IT-Systeme heute bereits sehr gut leisten: eindeutige Schlüsse ziehen und Muster erkennen. Durch Wenn-dann-Beziehungen lassen sich schon seit Anbeginn der Software-Entwicklung logische Entscheidungen in IT-Systemen abbilden. Durch das Hinterlegen sehr vieler logischer Regeln erleben die Anwender auch diese Software-Lösungen bereits als intelligent. Tatsächlich können jedoch nur durch den Entwickler vorgedachte Lösungswege durchlaufen werden. Gibt der Anwender in einem Programm A ein, dann wird B angezeigt - der Ablauf ist durchgeplant.

Stellenmarkt
  1. INIT Group, Karlsruhe
  2. Neveling Reply, Hamburg, Lübeck

Mustererkennung geht einen Schritt weiter. Das System erkennt neue Fälle auf der Basis von gelernten Mustern. Die Entwickler entwerfen dafür Systeme, die Muster erkennen und einordnen können. Eine Handschrifterkennung muss nur ungefähr wissen, wie ein A aussieht, um ein geschriebenes A als solches identifizieren zu können. Dazu werden dem System viele Millionen Varianten von geschriebenen Buchstaben vorgesetzt. Im Training wird jeder Buchstabe eindeutig benannt und das System kann so seine Fähigkeit zur Erkennung von Schrift immer weiter verbessern.

Sprache und Bilder erkennen, Vorhersagen treffen

Im Hintergrund werden in diesen Systemen häufig künstliche neuronale Netze verwendet (KNN). Diese Systeme versuchen, die Funktionsweise unseres Gehirns nachzuempfinden. Tatsächlich weiß am Ende niemand mehr ganz genau, wie das KNN arbeitet. Die genaue Funktion wandert in die Blackbox. Allerdings eignen sich diese Konstruktionen sehr gut, um wiederkehrende Muster zu erkennen. Solche Systeme werden schon seit Jahren in Scoring-Verfahren (bei der Kreditvergabe), bei der Sprach- und bei der Bilderkennung eingesetzt. Auch prediktive (vorausschauende) Verfahren nutzen diese Technik. Durch die Beziehung von vielen Einflussfaktoren (Muster) versuchen diese Systeme, Voraussagen über die Zukunft zu machen. Entscheidend ist hier die Auswahl der richtigen Einflussfaktoren und dass viele Trainingseinheiten möglich sind.

Durch die heutige Verfügbarkeit von (annähernd) beliebiger Rechenleistung haben diese Verfahren in den vergangenen Jahren unglaubliche Fortschritte gemacht. Prominente Beispiele sind die Siege von Googles Alpha Go: Die Software hat inzwischen auch die stärksten menschlichen Gegner in diesem komplexen Brettspiel geschlagen. Wichtig für uns: Künstliche Intelligenz ist heute bereits stark in der Verarbeitung von logischen Ausdrücken und in der Mustererkennung. Auf dieser Basis gibt es heute bereits Systeme, die konkrete Aufgabenstellungen ähnlich und besser als Menschen absolvieren.

Bewerber sind immer schwerer zu vergleichen 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-77%) 11,50€
  2. 2,19€
  3. 4,32€

Schatzueh 30. Jan 2019

Also wenn man davon ausgeht, dass man einen Mangel an Facharbeitern hat und eine...

Schatzueh 30. Jan 2019

Did you just assume my sexual orientation?!

knabba 17. Jan 2019

Das war wirklich dumm. Er hatte komplett recht mit seine Aussage.

chuck 17. Jan 2019

Ich gehe mal davon aus, dass _die_ KI befreit sein wird von menschlichen Emotionen. Aber...


Folgen Sie uns
       


Akku-Recycling bei Duesenfeld

Das Unternehmen Duesenfeld aus Peine hat ein Verfahren für das Recycling von Elektroauto-Akkus entwickelt.

Akku-Recycling bei Duesenfeld Video aufrufen
Kickstarter: Scheitern in aller Öffentlichkeit
Kickstarter
Scheitern in aller Öffentlichkeit

Kickstarter ermöglicht es kleinen Indie-Teams, die Entwicklung ihres Spiels zu finanzieren. Doch Geld allein ist nicht genug, um alle Probleme der Spieleentwicklung zu lösen. Und was, wenn das Geld ausgeht?
Ein Bericht von Daniel Ziegener

  1. Killerwhale Games Verdacht auf Betrug beim Kickstarter-Erfolgsspiel Raw
  2. The Farm 51 Chernobylite braucht Geld für akkurates Atomkraftwerk
  3. E-Pad Neues Android-Tablet mit E-Paper-Display und Stift

Dr. Mario World im Test: Spielspaß für Privatpatienten
Dr. Mario World im Test
Spielspaß für Privatpatienten

Schlimm süchtig machendes Gameplay, zuckersüße Grafik im typischen Nintendo-Stil und wunderbare Dudelmusik: Der Kampf von Dr. Mario World gegen böse Viren ist ein Mobile Game vom Feinsten - allerdings nur für Spieler mit gesunden Nerven oder tiefen Taschen.
Von Peter Steinlechner

  1. Mobile-Games-Auslese Ein Wunderjunge und dreimal kostenloser Mobilspaß
  2. Mobile-Games-Auslese Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor
  3. Hyper Casual Games 30 Sekunden spielen, 30 Sekunden Werbung

Erasure Coding: Das Ende von Raid kommt durch Mathematik
Erasure Coding
Das Ende von Raid kommt durch Mathematik

In vielen Anwendungsszenarien sind Raid-Systeme mittlerweile nicht mehr die optimale Lösung. Zu langsam und starr sind sie. Abhilfe schaffen können mathematische Verfahren wie Erasure Coding. Noch existieren für beide Techniken Anwendungsgebiete. Am Ende wird Raid aber wohl verschwinden.
Eine Analyse von Oliver Nickel

  1. Agentur für Cybersicherheit Cyberwaffen-Entwicklung zieht in den Osten Deutschlands
  2. Yahoo Richterin lässt Vergleich zu Datenleck platzen

    •  /