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Auch wenn sich die Studenten über ihren Abschluss freuen, für viele Unternehmen ist dieser gar nicht so wichtig.
Auch wenn sich die Studenten über ihren Abschluss freuen, für viele Unternehmen ist dieser gar nicht so wichtig. (Bild: Jens Schlueter/Getty Images)

Die Art des Recruiting ändert sich

In den Firmen macht sich die neue Art der Mitarbeitersuche bereits bemerkbar. In Stellenausschreibungen tauchen Worte wie "Arbeitsplatzkultur" auf, in manchen Unternehmen kümmern sich "Feel-Good-Manager" um Obst, Getränke und Gesellschaftsspiele für die sorgsam ausgewählten Mitarbeiter.

Die weniger romantische Seite: Die Suche nach der größtmöglichen Übereinstimmung ist auch betriebswirtschaftlich sinnvoll. Unternehmen investieren eine Menge Zeit und Geld in die Einarbeitung neuer Mitarbeiter - wenn sie nach kurzer Zeit dann doch den Betrieb aus eigenem oder fremdem Antrieb verlassen, sind diese Investitionen verloren. Der Mehraufwand im Bewerbungsprozess kann sich so also schnell rentieren.

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Bei Microsoft in Deutschland nimmt man die zusätzliche Arbeit auch deshalb in Kauf. Der Auswahlprozess zieht sich über zahlreiche Runden. Löb prüft Bewerber beispielsweise auf Fragen wie "Passt jemand gut zu unserer Unternehmenskultur?", "Ist er begeisterungsfähig und motiviert?" oder "Will er mit unseren Kunden arbeiten und ist er offen für Innovationen?". In einem asynchronen Videointerview schauen die Recruiter auch, wie gut der Kandidat auf Kundenanfragen eingeht. Ergänzt wird das Prozedere durch ein persönliches Gespräch, in dem das Auftreten der Kandidaten begutachtet wird. Dazu gibt es noch ein Interview mit dem potenziellen Vorgesetzten des Bewerbers: "Der kennt die inhaltlichen Herausforderungen der zu besetzenden Position genau", sagt Löb.

Mitarbeitersuche an der Uni

Viel Aufwand, den das Unternehmen nicht nur für Direkteinsteiger betreibt. Auch für Praktikanten macht sich Microsoft solche Mühe. Damit folgt der IT-Konzern einem Trend: Je professioneller die Personalabteilungen funktionieren, desto früher nehmen sie potenzielle Bewerber in den Blick. "Wenn interessante Kandidaten in ihrer Hochschullaufbahn schon ein Praktikum gemacht haben oder als Werksstudent arbeiten, sind sie häufig schon weg vom Markt", sagt Wamsteker von Accenture. Daher versuche man immer stärker, "frühzeitig die Weichen" in Richtung des eigenen Unternehmens zu stellen.

Auch andere Firmen gehen so vor. Das bedeutet, dass Recruiting heute schon auf dem Campus beginnt: Bei Karriereevents stellen Mitarbeiter das Unternehmen vor, sammeln erste Kontakte und empfehlen geeignete Kandidaten. Und gute Resultate in einem ersten Praktikum können dazu führen, dass sich schon Studenten in "Talententwicklungsprogrammen" wiederfinden. Wissenschaftler Beck hat mit Personalleitern gesprochen, die ihm versicherten: Wer im Talentpool für gut befunden ist, bekommt ohne weitere Auswahlverfahren eine Stelle angeboten, falls die passende Position frei wird. "Praktika und Empfehlungsprogramme führen die Recruiting-Instrumente bei den Technologieunternehmen an", so Beck. Im Umkehrschluss werden diese Bewerbungsverfahren für das Praktikum deutlich aufwendiger. Gute Noten aus den ersten Semestern helfen für den Einstieg sicherlich, die Abschlussnote selbst aber liegt noch in weiter Ferne.

Nicht nur für die Unternehmen bedeutet der Sinneswandel im Recruiting mehr Arbeit - auch Bewerber müssen sich ranhalten. So wird etwa die Wahl einzelner Studienschwerpunkte mittlerweile von den Recruitern genau beäugt. In der Staufenbiel-Umfrage gaben 90 Prozent der Personalverantwortlichen an, dass dies eines der relevantesten Kriterien für die Bewertung von Bewerbern sei. Aber auch abseits von Uni und Karriere schauen Firmen genauer hin. So kann jede investierte Minute außerhalb der Uni, zum Beispiel Engagement im sozialen Bereich, für den Lebenslauf relevant werden. "Wenn jemand sich für ein Thema begeistern kann, sei es Sport, Musik oder was auch immer", sagt Ochsendorf, "dann beinhaltet das für uns die Aussage, dass diese Person sich mit vollem Eifer und großer Leidenschaft auch anderen Themen widmen kann." Komplett privat bleibt dabei nur noch wenig.

Dieser Text erschien zuerst auf T3N, dem Magazin der digitalen Wirtschaft. In der aktuellen Ausgabe geht es unter anderem um neuere Social-Media-Plattformen wie Snapchat, Dubsmash und Musical.ly, Body-Hacking und Fintech.

 Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger

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cpt.dirk 28. Sep 2016

Es gibt durchaus viele klein- bis mittelständische AG's, bei denen das nicht so ist...

a user 28. Sep 2016

Hallo, ich würde dazu gerne meine Mainung sagen. Dazu im Vorfeld: ich habe Informatik und...

sinner89 27. Sep 2016

Ich stimme dir zu dass eine Universität keine Ausbildungsstätte für Fachkräfte ist und...

rikimaru 26. Sep 2016

Da bist du aber ein einzelfall. Es gab eine Studie hier auf Golem und da waren Software...

lottikarotti 26. Sep 2016

Wenn du das kannst was jemand gerade haben will, dann interessieren nur noch deine...



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