Abo
  • Services:

Die Art des Recruiting ändert sich

In den Firmen macht sich die neue Art der Mitarbeitersuche bereits bemerkbar. In Stellenausschreibungen tauchen Worte wie "Arbeitsplatzkultur" auf, in manchen Unternehmen kümmern sich "Feel-Good-Manager" um Obst, Getränke und Gesellschaftsspiele für die sorgsam ausgewählten Mitarbeiter.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  2. Hanseatisches Personalkontor, Bremen

Die weniger romantische Seite: Die Suche nach der größtmöglichen Übereinstimmung ist auch betriebswirtschaftlich sinnvoll. Unternehmen investieren eine Menge Zeit und Geld in die Einarbeitung neuer Mitarbeiter - wenn sie nach kurzer Zeit dann doch den Betrieb aus eigenem oder fremdem Antrieb verlassen, sind diese Investitionen verloren. Der Mehraufwand im Bewerbungsprozess kann sich so also schnell rentieren.

Bei Microsoft in Deutschland nimmt man die zusätzliche Arbeit auch deshalb in Kauf. Der Auswahlprozess zieht sich über zahlreiche Runden. Löb prüft Bewerber beispielsweise auf Fragen wie "Passt jemand gut zu unserer Unternehmenskultur?", "Ist er begeisterungsfähig und motiviert?" oder "Will er mit unseren Kunden arbeiten und ist er offen für Innovationen?". In einem asynchronen Videointerview schauen die Recruiter auch, wie gut der Kandidat auf Kundenanfragen eingeht. Ergänzt wird das Prozedere durch ein persönliches Gespräch, in dem das Auftreten der Kandidaten begutachtet wird. Dazu gibt es noch ein Interview mit dem potenziellen Vorgesetzten des Bewerbers: "Der kennt die inhaltlichen Herausforderungen der zu besetzenden Position genau", sagt Löb.

Mitarbeitersuche an der Uni

Viel Aufwand, den das Unternehmen nicht nur für Direkteinsteiger betreibt. Auch für Praktikanten macht sich Microsoft solche Mühe. Damit folgt der IT-Konzern einem Trend: Je professioneller die Personalabteilungen funktionieren, desto früher nehmen sie potenzielle Bewerber in den Blick. "Wenn interessante Kandidaten in ihrer Hochschullaufbahn schon ein Praktikum gemacht haben oder als Werksstudent arbeiten, sind sie häufig schon weg vom Markt", sagt Wamsteker von Accenture. Daher versuche man immer stärker, "frühzeitig die Weichen" in Richtung des eigenen Unternehmens zu stellen.

Auch andere Firmen gehen so vor. Das bedeutet, dass Recruiting heute schon auf dem Campus beginnt: Bei Karriereevents stellen Mitarbeiter das Unternehmen vor, sammeln erste Kontakte und empfehlen geeignete Kandidaten. Und gute Resultate in einem ersten Praktikum können dazu führen, dass sich schon Studenten in "Talententwicklungsprogrammen" wiederfinden. Wissenschaftler Beck hat mit Personalleitern gesprochen, die ihm versicherten: Wer im Talentpool für gut befunden ist, bekommt ohne weitere Auswahlverfahren eine Stelle angeboten, falls die passende Position frei wird. "Praktika und Empfehlungsprogramme führen die Recruiting-Instrumente bei den Technologieunternehmen an", so Beck. Im Umkehrschluss werden diese Bewerbungsverfahren für das Praktikum deutlich aufwendiger. Gute Noten aus den ersten Semestern helfen für den Einstieg sicherlich, die Abschlussnote selbst aber liegt noch in weiter Ferne.

Nicht nur für die Unternehmen bedeutet der Sinneswandel im Recruiting mehr Arbeit - auch Bewerber müssen sich ranhalten. So wird etwa die Wahl einzelner Studienschwerpunkte mittlerweile von den Recruitern genau beäugt. In der Staufenbiel-Umfrage gaben 90 Prozent der Personalverantwortlichen an, dass dies eines der relevantesten Kriterien für die Bewertung von Bewerbern sei. Aber auch abseits von Uni und Karriere schauen Firmen genauer hin. So kann jede investierte Minute außerhalb der Uni, zum Beispiel Engagement im sozialen Bereich, für den Lebenslauf relevant werden. "Wenn jemand sich für ein Thema begeistern kann, sei es Sport, Musik oder was auch immer", sagt Ochsendorf, "dann beinhaltet das für uns die Aussage, dass diese Person sich mit vollem Eifer und großer Leidenschaft auch anderen Themen widmen kann." Komplett privat bleibt dabei nur noch wenig.

Dieser Text erschien zuerst auf T3N, dem Magazin der digitalen Wirtschaft. In der aktuellen Ausgabe geht es unter anderem um neuere Social-Media-Plattformen wie Snapchat, Dubsmash und Musical.ly, Body-Hacking und Fintech.

 Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Anzeige
Top-Angebote
  1. 39,90€ + 5,99€ Versand oder versandkostenfrei bei Zahlung mit paydirekt (Vergleichspreis 69...
  2. für 185€ (Bestpreis!)
  3. (u. a. MSI Z370 Tomahawk für 119€ statt 143,89€ im Vergleich und Kingston A1000 240 GB M.2...
  4. (u. a. Total War: WARHAMMER für 11,99€, Total War: ROME II - Emperor Edition für 14,99€ und...

cpt.dirk 28. Sep 2016

Es gibt durchaus viele klein- bis mittelständische AG's, bei denen das nicht so ist...

a user 28. Sep 2016

Hallo, ich würde dazu gerne meine Mainung sagen. Dazu im Vorfeld: ich habe Informatik und...

sinner89 27. Sep 2016

Ich stimme dir zu dass eine Universität keine Ausbildungsstätte für Fachkräfte ist und...

rikimaru 26. Sep 2016

Da bist du aber ein einzelfall. Es gab eine Studie hier auf Golem und da waren Software...

lottikarotti 26. Sep 2016

Wenn du das kannst was jemand gerade haben will, dann interessieren nur noch deine...


Folgen Sie uns
       


Blackberry Key 2 - Hands on

Das Key2 ist das Nachfolgemodell des Keyone. Das Grundprinzip ist gleich. Im unteren Gehäuseteil gibt es eine fest verbaute Hardware-Tastatur. Darüber befindet sich ein Display im 3:2-Format. Das Schreiben auf der Tastatur ist angenehm. Im Juli 2018 kommt das Key2 zum Preis von 650 Euro auf den Markt.

Blackberry Key 2 - Hands on Video aufrufen
Razer Blade 15 im Test: Schlanker 15,6-Zöller für Gamer gefällt uns
Razer Blade 15 im Test
Schlanker 15,6-Zöller für Gamer gefällt uns

Das Razer Blade 15 ist ein gutes Spiele-Notebook mit flottem Display und schneller Geforce-Grafikeinheit. Anders als im 14-Zoll-Formfaktor ist bei den 15,6-Zoll-Modellen die Konkurrenz aber deutlich größer.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Gaming-Notebook Razer packt Hexacore und Geforce GTX 1070 ins Blade 15
  2. Razer Blade 2017 im Test Das beste Gaming-Ultrabook nun mit 4K

Raumfahrt: Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa
Raumfahrt
Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa

Die neuen Raumschiffe von Boeing und SpaceX verspäten sich und werden wohl erst 2020 mit Crew fliegen. Die Aufsichtsbehörde der US-Regierung sieht einen Teil der Schuld beim Chaos im Nasa-Management.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Nasa Forscher entdecken Asteroiden, bevor er die Erde erreicht
  2. Nasa 2020 soll ein Helikopter zum Mars fliegen
  3. Raumfahrt Nasa startet neue Beobachtungssonde Tess

Hasskommentare: Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?
Hasskommentare
"Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?"

Hannes Ley hat vor rund anderthalb Jahren die Online-Initiative #ichbinhier gegründet. Die Facebook-Gruppe schreibt Erwiderungen auf Hasskommentare und hat mittlerweile knapp 40.000 Mitglieder. Im Interview mit Golem.de erklärt Ley, wie er die Idee aus dem Netz in die echte Welt bringen will.
Ein Interview von Jennifer Fraczek

  1. Nutzungsrechte Einbetten von Fotos muss nicht verhindert werden
  2. Bundesnetzagentur UKW-Abschaltung abgewendet
  3. Drupalgeddon 2 115.000 Webseiten mit Drupallücken übernommen

    •  /