Abo
  • IT-Karriere:

Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger

In Zukunft könnten solche "Mikro-Abschlüsse" also weiter an Bedeutung gewinnen. "Um unsere Mitarbeiter mitnehmen zu können, müssen wir massiv in die Weiterbildung investieren", erklärte jüngst Telekom-Personalvorstand Christian P. Illek. Onlinekurse und fachspezifische Microskills oder Nano-Degrees könnten die Aus- und Weiterbildung flexibler gestalten und lebenslanges Lernen fördern.

Stellenmarkt
  1. AKDB, Regensburg
  2. JENOPTIK AG, Jena

Noch sind die neuen Zertifikate nicht staatlich anerkannt und in der Regel relativ neu am Markt - das macht es für einige Arbeitgeber schwer, die Seriosität einzuschätzen. Doch stehen oft etablierte Bildungsmarken dahinter: Zahlreiche renommierte US-Hochschulen wie das MIT oder Harvard bieten etwa Onlinekurse an. Auch das deutsche Hasso-Plattner-Institut hat im vergangenen Jahr einen Grundlagenkurs Java für Anfänger veranstaltet. Als Plattform dient etwa der amerikanische Anbieter Coursera oder die deutsche Iversity. Einige Tech-Unternehmen bieten zudem eigene Zertifikate an - Microsoft etwa oder auch Cisco. Diese helfen aber meist dann, wenn man mit den Produkten arbeiten will.

Recruiting wird komplizierter

Auch wenn Noten allein für die Einstellung eines neuen Mitarbeiters nicht mehr entscheidend sind - wichtig bleiben sie aber dennoch. Zwar gab in einer Umfrage der Jobbörse Staufenbiel nur noch jeder zweite Personaler an, dass die Note auf dem Studienzeugnis ein relevantes studienbezogenes Auswahlkriterium sei (eine Ausnahme bilden hier nur die Juristen, bei denen die Examensnote weiter entscheidend ist). Trotzdem: Die Abschlussnote liegt bei den Kriterien, die für die Einstellung wichtig sind, noch immer auf dem zweiten Platz.

Generell gilt nämlich weiter: Gerade Tech-Unternehmen haben meist hohe Anforderungen an ihre potenziellen Beschäftigten. Ein schlechter Abschluss muss aber kein K.-o.-Kriterium mehr sein, falls der Bewerber andere Fähigkeiten mitbringt. "Noten sind ein Referenzpunkt in der Gesamtbetrachtung und demnach nicht unwichtig", sagt Katrin Müller, Head of People and Organization des Fintech-Inkubators Finleap. Zehn bis zwanzig neue Mitarbeiter stellt das Unternehmen nach eigenen Angaben aktuell pro Monat ein. Was zählt, sind vor allem unternehmerische Erfahrungen - schließlich sollen die neuen Beschäftigten für Tempo in den Startups sorgen. "Es ist schön, wenn jemand sehr gute Noten mitbringt", sagt Müller, "man muss das Wissen jedoch auch auf die Straße bringen können."

Diese neue Mischung bei der Bewertung von potenziellen Mitarbeitern macht das Leben komplizierter - sowohl für die Unternehmen als auch für die Bewerber. Harte und weiche Kriterien für die nächste Stellenausschreibung zu definieren ist das eine, die tatsächliche Auswahl das andere. Ist der Betrieb klein, können häufig noch alle interessanten Bewerber eingeladen werden und im Gespräch über ihre spannenden Hobbys oder Studienprojekte sprechen. Wo dagegen Tausende Bewerbungen für einzelne Stellen eintrudeln, ist eine Vorsortierung notwendig.

Geschieht das mit technischer Unterstützung, wird es kniffelig: Ist ein Engagement in einer studentischen Unternehmensberatung immer interessanter als ein Freiwilligendienst in Nicaragua? Zählen solide Kenntnisse in drei Fremdsprachen mehr als ein Jahr Studium in China? "Da müssen die Recruiter oft zwischen Quantität und Qualität abwägen", sagt Wissenschaftler Beck.

Die "passende" Kultur ist wichtig

Der Recruitingprozess hat sich in den meisten technologiegetriebenen Unternehmen daher deutlich professionalisiert. Etwa 1.000 Neueinstellungen plant beispielsweise die IT-Beratung Accenture im Laufe dieses Jahres in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Multipliziert mit der Anzahl der Bewerbungen geht es hier im ersten Schritt schlicht darum, den Durchblick zu behalten. Früher half in vielen Unternehmen ein schneller Blick auf die Note, um einen Teil des Stapels direkt wieder zur Seite legen zu können. Heute plagt viele Firmen die Sorge, dabei spannende Kandidaten zu früh auszusortieren. "Es bedarf da relativ straffer Prozesse und guter Tools", sagt Simone Wamsteker, zuständig für das Recruiting und die Personalentwicklung bei Accenture.

Der Vorteil für die Unternehmen: Wer sich den Aufwand macht, der kann sich seine Mitarbeiter noch zielgerichteter aussuchen. Das passt in eine Zeit, in der es nicht mehr nur um die fachlichen Begabungen geht, sondern auch darum, dass die neuen Mitarbeiter zur firmeneigenen Unternehmenskultur passen - das, was einige als "cultural fit" bezeichnen. Früher hieß das Korpsgeist und hat sich im Idealfall in den Jahren und Jahrzehnten nach der Einstellung entwickelt - heute wollen die Firmen bevorzugt den Kandidaten einen Arbeitsvertrag anbieten, mit denen man gemeinsame Wertvorstellungen teilt.

"Wichtig ist für uns immer, zu sehen, dass jemand eine Leidenschaft hat, eine Begeisterung", sagt Google-Recruiterin Ochsendorf. Sie berichtet von einem Bewerber, der seine Leidenschaft für klassische Herrenmode im Internet auslebte. Das führte zu einer selbst erstellten Website mit "Wie binde ich mir eigentlichen einen Schlips"-Videos. Durch die Werbeeinnahmen gelang es ihm tatsächlich, sein Studium zu finanzieren - und bei den Recruitern aufzufallen. "So etwas finden wir außerordentlich beeindruckend", sagt Ochsendorf.

 Recruiting: Uni-Abschluss ist nicht mehr das WichtigsteDie Art des Recruiting ändert sich 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. 4K-Filme im Steelbook und Amiibo-Figuren)
  2. ab 99,00€
  3. (u. a. GTA 5 für 12,99€, Landwirtschafts-Simulator 19 für 27,99€, Battlefield V für 32,99€)
  4. 169,00€

cpt.dirk 28. Sep 2016

Es gibt durchaus viele klein- bis mittelständische AG's, bei denen das nicht so ist...

a user 28. Sep 2016

Hallo, ich würde dazu gerne meine Mainung sagen. Dazu im Vorfeld: ich habe Informatik und...

sinner89 27. Sep 2016

Ich stimme dir zu dass eine Universität keine Ausbildungsstätte für Fachkräfte ist und...

rikimaru 26. Sep 2016

Da bist du aber ein einzelfall. Es gab eine Studie hier auf Golem und da waren Software...

lottikarotti 26. Sep 2016

Wenn du das kannst was jemand gerade haben will, dann interessieren nur noch deine...


Folgen Sie uns
       


Google Nest Hub im Hands on

Ende Mai 2019 bringt Google den Nest Hub auf den deutschen Markt. Es ist das erste smarte Display direkt von Google. Es kann dank Google Assistant mit der Stimme bedient werden und hat zusätzlich einen 7 Zoll großen Touchscreen. Darauf laufen Youtube-Videos auf Zuruf. Der Nest Hub erscheint für 130 Euro.

Google Nest Hub im Hands on Video aufrufen
Sicherheitslücken: Zombieload in Intel-Prozessoren
Sicherheitslücken
Zombieload in Intel-Prozessoren

Forscher haben weitere Seitenkanalangriffe auf Intel-Prozessoren entdeckt, die sie Microarchitectural Data Sampling alias Zombieload nennen. Der Hersteller wusste davon und reagiert mit CPU-Revisionen. Apple rät dazu, Hyperthreading abzuschalten - was 40 Prozent Performance kosten kann.
Ein Bericht von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Open-Source Technology Summit Intel will moderne Firmware und Rust-VMM für Server
  2. Ice Lake plus Xe-GPGPU Intel erläutert 10-nm- und 7-nm-Zukunft
  3. GPU-Architektur Intels Xe beschleunigt Raytracing in Hardware

Lightyear One: Luxus-Elektroauto fährt auch mit Solarstrom
Lightyear One
Luxus-Elektroauto fährt auch mit Solarstrom

Ein niederländisches Jungunternehmen hat ein ungewöhnliches Fahrzeug entwickelt, das Luxus und Umweltfreundlichkeit kombiniert. Solarzellen auf dem Dach erhöhen die Reichweite um bis zu 220 Kilometer.
Von Wolfgang Kempkens

  1. Elektromobilität EnBW will weitere 2.000 Schnellladepunkte errichten
  2. Elektromobilität Verkehrsminister will Elektroautos länger und mehr fördern
  3. Elektroautos e.GO Mobile liefert erste Fahrzeuge aus

Motorola One Vision im Hands on: Smartphone mit 48-Megapixel-Kamera für 300 Euro
Motorola One Vision im Hands on
Smartphone mit 48-Megapixel-Kamera für 300 Euro

Motorola bringt ein weiteres Android-One-Smartphone auf den Markt. Die Neuvorstellung verwendet viel Samsung-Technik und hat ein sehr schmales Display. Die technischen Daten sind für diese Preisklasse vielversprechend.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. Moto G7 Power Lenovos neues Motorola-Smartphone hat einen großen Akku
  2. Smartphones Lenovo leakt neue Moto-G7-Serie

    •  /