Abo
  • Services:
Anzeige
Der Initiative für unaufdringliche Werbung droht ein juristischer Schlag.
Der Initiative für unaufdringliche Werbung droht ein juristischer Schlag. (Bild: Adblock Plus)

Rechtsstreit um Adblock Plus: OLG Köln deutet Verbot von Whitelisting an

Der Initiative für unaufdringliche Werbung droht ein juristischer Schlag.
Der Initiative für unaufdringliche Werbung droht ein juristischer Schlag. (Bild: Adblock Plus)

Der Axel-Springer-Verlag hat in seinem juristischen Feldzug gegen Werbeblocker einen neuen Paragrafen ausgepackt. Damit könnte der Betreiber von Adblock Plus, die Eyeo GmbH, ihre Einnahmen in Deutschland verlieren.

Der Kölner Eyeo GmbH droht im Streit um die Zulässigkeit von Werbeblockern erstmals eine juristische Niederlage vor einem deutschen Gericht. Möglich macht dies der neue Paragraf 4a im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, der "aggressive geschäftliche Handlungen" unter bestimmten Umständen verbietet. Im Berufungsverfahren des Axel-Springer-Verlags gegen die Eyeo GmbH vor dem Oberlandesgericht (OLG) Köln deuteten die Richter an, dass diese Vorschrift beim sogenannten Whitelisting von Anzeigen greifen könnte. Das sagte der Chefjurist von Eyeo, Kai Recke, am Samstag auf Anfrage von Golem.de. Damit könnte erstmals ein deutsches Gericht das Geschäftsmodell von Eyeo für unzulässig erklären, ohne jedoch Werbeblocker als solche zu verbieten.

Der neue Paragraf war im vergangenen Jahr vom Bundestag beschlossen worden und wurde laut einem Bericht von Heise.de von den Springer-Anwälten erst spät im Verfahren über einen Hilfsantrag geltend gemacht. Dem Gesetz zufolge handelt unlauter, "wer eine aggressive geschäftliche Handlung vornimmt, die geeignet ist, den Verbraucher oder sonstigen Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die dieser andernfalls nicht getroffen hätte".

Anzeige

Eine unzulässige Beeinflussung liegt demnach vor, "wenn der Unternehmer eine Machtposition gegenüber dem Verbraucher oder sonstigen Marktteilnehmer zur Ausübung von Druck, auch ohne Anwendung oder Androhung von körperlicher Gewalt, in einer Weise ausnutzt, die die Fähigkeit des Verbrauchers oder sonstigen Marktteilnehmers zu einer informierten Entscheidung wesentlich einschränkt".

Adblocker an sich bleiben offenbar erlaubt

In der mündlichen Verhandlung am Freitag tendierte das OLG offenbar dazu, diesen Paragrafen im Zusammenhang mit dem bezahlten Durchlassen von Anzeigen für große Netzwerke wie Google, Amazon und Microsoft als erfüllt anzusehen. Eyeo übe demnach zu viel Druck aus, so dass die Firmen genötigt seien, bei Acceptable Ads mitzumachen. Verlage wie Axel Springer sollen hingegen nicht davon berührt sein. Kein Problem hatten die Richter aber mit der Funktion des Werbeblockers Adblock Plus an sich. Der Axel-Springer-Verlag dürfte daher ein weiteres Mal mit dem Versuch scheitern, Werbeblocker gerichtlich verbieten zu lassen.

Eine endgültige Entscheidung haben die Richter aber noch nicht getroffen. Das Urteil soll am 24. Juni bekanntgegeben werden. Sollte das Whitelisting untersagt werden, gingen Eyeo zumindest in Deutschland die entsprechenden Einnahmen verloren. Unternehmen müssen für das Freischalten von Anzeigen zahlen, wenn sie dadurch zehn Millionen zusätzliche Anzeigenabrufe im Monat generieren könnten. Von dem zusätzlich erzielten Umsatz müssten 30 Prozent an Eyeo abgeführt werden, hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr erstmals offiziell mitgeteilt. 90 Prozent der etwa 700 aufgenommenen Verlage und Webseiten müssen keine Gebühren zahlen.

Kritik an "moderner Wegelagerei"

Eyeo wird für das Konzept des Whitelisting von großen Verlagen und der Werbewirtschaft scharf kritisiert. Wie viel Geld das Unternehmen von den etwa 70 großen Firmen erhält, ist aber weiter unklar. Gerüchten zufolge soll alleine Google 25 Millionen US-Dollar gezahlt haben. Werbefirmen bezeichneten das Geschäftsmodell von Eyeo daher als "moderne Wegelagerei" und Behinderung der Vermarkter. Vor Gericht hat Adblock Plus bislang aber noch jeden Prozess um seinen Adblocker gewonnen, zuletzt im März 2016 gegen die Süddeutsche Zeitung. Das Springer-Medium Bild.de hat daher im Oktober 2015 eine Werbeblockersperre eingeführt.

Eyeo hat nach eigenen Angaben derzeit rund 100 Millionen Nutzer weltweit. Bislang ist die Browser-Erweiterung 500 Millionen Mal heruntergeladen worden. Auf der Internetkonferenz Re:publica hatte Eyeo angekündigt, zusammen mit dem Micro-Bezahldienst Flattr ein neues Add-on zu entwickeln, dass den Verlagen für die Nutzung von Inhalten neue Einnahmen zuführen soll.


eye home zur Startseite
User_x 29. Mai 2016

kann ich nur zustimmen, im supermakt macht insbesondere die schoki-abteilung...

Füchslein 24. Mai 2016

LOL Selbstkostenpreis ... in der Wirtschaft... wir sind nicht bei der Wohlfahrt hier!

My1 24. Mai 2016

das problem dass der localhost VPN eben arbeiten muss, während die hostsfile gleich vom...

My1 24. Mai 2016

oder was noch besser ist man finder in google die ergebnisseite einer seitensuche (meist...

Bouncy 24. Mai 2016

Ursache <--> Wirkung verwechselt?



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Stuttgart
  2. ETAS GmbH, Stuttgart
  3. Qimia GmbH, Köln
  4. BLOKS. GmbH, München


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. Einzelne Folge für 2,99€ oder ganze Staffel für 19,99€ kaufen (Amazon Video)
  2. 299,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Electronic Arts

    Hunde, Katzen und Weltraumschlachten

  2. Microsoft

    Age of Empires 4 angekündigt

  3. Google

    Android 8.0 heißt Oreo

  4. KI

    Musk und andere fordern Verbot von autonomen Kampfrobotern

  5. Playerunknown's Battlegrounds

    Bluehole über Camper, das Wetter und die schussfeste Pfanne

  6. Vega 64 Strix ausprobiert

    Asus' Radeon macht fast alles besser

  7. Online-Tracking

    Händler können Bitcoin-Anonymität zerstören

  8. ANS-Coding

    Google will Patent auf freies Kodierverfahren

  9. Apple

    Aufregung um iPhone-Passcode-Entsperrbox

  10. Coffee Lake

    Intels 6C-Prozessoren erfordern neue Boards



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
LG 34UC89G im Test: Wenn G-Sync und 166 Hertz nicht genug sind
LG 34UC89G im Test
Wenn G-Sync und 166 Hertz nicht genug sind
  1. LG 43UD79-B LG bringt Monitor mit 42,5-Zoll-Panel für vier Signalquellen
  2. Gaming-Monitor Viewsonic XG 2530 im Test 240 Hertz, an die man sich gewöhnen kann
  3. SW271 Benq bringt HDR-Display mit 10-Bit-Panel

C64-Umbau mit dem Raspberry Pi: Die Wiedergeburt der Heimcomputer-Legende
C64-Umbau mit dem Raspberry Pi
Die Wiedergeburt der Heimcomputer-Legende

Ikea Trådfri im Test: Drahtlos (und sicher) auf Schwedisch
Ikea Trådfri im Test
Drahtlos (und sicher) auf Schwedisch
  1. Smarte Lampen Ikeas Trådfri wird kompatibel mit Echo, Home und Homekit
  2. Die Woche im Video Kündigungen, Kernaussagen und KI-Fahrer
  3. Augmented Reality Ikea will mit iOS 11 Wohnungen virtuell einrichten

  1. Das Veröffentlichungsdatum von Age of Empires 1...

    Maxz | 07:15

  2. Re: Icon mit Zahl

    NaruHina | 07:15

  3. Re: Sieht ja chic aus

    DetlevCM | 07:08

  4. Re: Früher war alles besser

    foho | 06:56

  5. Re: Halten wir fest: VW baut garnichts!

    Jolla | 06:55


  1. 07:23

  2. 07:06

  3. 20:53

  4. 18:40

  5. 18:25

  6. 17:52

  7. 17:30

  8. 15:33


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel