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QAnon-Taten, die Schlagzeilen machten

Juni 2018: Matthew W. blockiert mit seinem gepanzerten Truck die in südlicher Richtung verlaufenden Fahrspuren auf der Mike O'Callaghan-Pat Tillman Memorial Bridge am Hoover-Damm. Die Brücke wird sofort gesperrt, weil die Polizei befürchtet, der bewaffnete Mann könne außerdem Sprengstoff an Bord haben. Nach 90 Minuten beendet W. die Blockade.

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In einem Video hatte er die sofortige Veröffentlichung des so genannten OIG-Reports (Office of Inspector General) gefordert, von dem QAnon-Anhänger glauben, dass in ihm die ganze Wahrheit über die Verbrechen der Demokraten offenbart würden. Dieses Video war unter anderem von der rechtsextremen Aktivistin Laura Loomer verbreitet worden, die bei den meisten Social-Media-Plattformen wie Twitter später dauerhaft wegen der Verbreitung infamer Verschwörungslügen gesperrt wurde.

Laura Loomer gewann im August 2020 die Vorwahlen im 21. Distrikt in Florida und ist damit offizielle Kandidatin der Republikaner für einen Sitz im US-Repräsentantenhaus. Präsident Trump gratulierte ihr in einem Tweet umgehend. Dass Loomer tatsächlich ins Repräsentantenhaus einziehen wird, ist unwahrscheinlich, ihr Wahlbezirk gilt als traditionell den Demokraten zugeneigt. Einen OIG-Report, wie er den QAnons versprochen wurde, gab es nie; W. bekannte sich im Februar unter anderem der terroristischen Bedrohung für schuldig.

6. Januar 2019: Der 28-jährige Buckley W. aus Seattle sticht seinem Bruder mit einem rund einen Meter langen Schwert in den Kopf. Anschließend alarmiert er die Polizei und erklärt, er habe ihn getötet, weil es sich bei ihm um einen Echsenmenschen gehandelt habe. In W.s Social-Media-Postings finden die Ermittler zahlreiche Beiträge, in denen er sich als Anhänger der QAnon-Verschwörungstheorien zu erkennen gibt sowie als Fan der Proud Boys, einer gewaltbereiten, neofaschistischen Gruppe, die nur Männer in ihren Reihen zulässt.

13. März 2019: Frank Cali, Mafiaboss der Gambino-Familie, wird vor seinem Haus von einem zunächst Unbekannten erschossen. Dieser erste Mord an einem hochrangigen New Yorker Mafioso seit 1985 weckt zunächst Befürchtungen, dass blutige Abrechnungen folgen könnten. Kurze Zeit später steht jedoch fest: Der Täter war kein Mafiamitglied, sondern ein junger QAnon-Fan, der glaubte, Cali sei in Deep-State-Machenschaften verstrickt.

Anthony C. hatte dem Mafiaboss Handschellen anlegen und ihn dann verhaften wollen, allerdings hatte der sich gewehrt. C., der glaubte, unter dem persönlichen Schutz von Donald Trump zu stehen, hatte sich bei seinem ersten Erscheinen vor Gericht diverse QAnon-Botschaften auf die Haut gemalt. Sollte er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden, halten Mafia-Experten seine Überlebenschancen mittelfristig für nicht sehr hoch.

Was hat Bill Gates mit Corona zu tun?: Ein Buch über die Entstehung von Verschwörungstheorien und den Umgang mit ihnen (Deutsch)

30. Dezember 2019: Cynthia A. wird in Kalospell (Montana) von der Polizei verhaftet, sie ist bewaffnet. Gemeinsam mit befreundeten QAnon-Anhängern soll sie das Kidnapping ihres siebenjährigen Sohnes aus staatlicher Pflege-vorbereitet haben. Das Kind war dort rund ein Jahr zuvor untergebracht worden, weil bei der Mutter das Münchhausen-Stellvertretersyndrom diagnostiziert worden war.

In der Folgezeit beschäftigte sich A. vorrangig mit Verschwörungsmythen. Die 50-jährige aus der Nähe von Denver verließ das Haus schließlich nur noch, um sich mit QAnon-Anhängern zu treffen, die sie unter anderem mit Spenden im Kampf gegen die angebliche Ungerechtigkeit des Staates unterstützen.

Bereits im September 2018 hatte die 15-jährige Tochter von Cynthia A. die Behörden alarmiert und gewarnt, dass die Mutter sich zunehmend in Verschwörungsideen verstricke und gemeinsam mit anderen QAnon-Anhängern bewaffnete Überfälle auf Sozialarbeiter und andere staatliche Autoritätspersonen plane. A. wurde zu ihrem eigenen Schutz festgenommen, tauchte allerdings kurze Zeit später unter und verweigerte sämtliche Hilfsangebote. In der vergangenen Woche entschied ein Gericht, dass bei Cynthia A. keine Schuldunfähigkeit vorliegt und daher ein Verfahren gegen sie geführt werden kann.

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 Twitter, Facebook & Co. verbreiteten jahrelang QAnons VerschwörungstheorienUnd wer ist QAnon nun? 
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freundlicherGnom 19. Sep 2020 / Themenstart

Ich werde versuchen in den nächsten Tagen auf deine Kommentare zu antworten. Wir sind...

AllDayPiano 09. Sep 2020 / Themenstart

Das ist das Ergebnis unsrer sprachlichen Erziehung. Gerade in emotionalen Momenten kommt...

1e3ste4 27. Aug 2020 / Themenstart

Schön, dass du bei dem ganzen Geblubber die Frage vom Vorposter nicht beantwortet hast...

Benn Gunn 25. Aug 2020 / Themenstart

Die UNO hat den Angriff auf Afghanistan jedenfalls nicht legitimiert. Die Verteidigung...

Emanuele F. 24. Aug 2020 / Themenstart

Auch nicht schlecht. Ich nenne sie QAtschnons.

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