Abo
  • IT-Karriere:

Rechtsextremismus: CCC verlässt Hamburger Büro

Der Chaos Computer Club hat sich nach einem Streit vom befreundeten Hamburger Verein Attraktor distanziert und zieht aus den gemeinsamen Räumen aus. Die Begründung: Ein Vorstandsmitglied grenze sich nicht von seiner rechtsextremen Vergangenheit ab. Der Attraktor steht nach wie vor hinter seinem Vorstandsmitglied.

Artikel veröffentlicht am , Caspar Clemens Mierau/Leitmedium.de
Rechtsextremismus: CCC verlässt Hamburger Büro
(Bild: Adam Berry/Getty Images)

Der Chaos Computer Club (CCC) distanziert sich nach intensiver Debatte vom Attraktor e.V. und verlässt das gemeinsame Büro in Hamburg. Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft dem Attraktor-Vorstandsmitglied Robert M. vor, bis 2011 für Neonazi-Webseiten verantwortlich gewesen zu sein. Die Diskussionen und Einzelgespräche der vergangenen Tage hätten nicht zur Klärung von Widersprüchen geführt, schreibt der CCC.

Stellenmarkt
  1. Diehl Metering GmbH, Nürnberg
  2. VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, Berlin

Der CCC verwies auf seine 2005 veröffentlichte Unvereinbarkeitserklärung, in der sich der Club klar "gegen rechts" positioniert. Pressesprecherin Constanze Kurz erklärte Golem.de: "Die Kontroverse um die Nazi-Verstrickungen des Vorstandsmitglieds des Attraktor e. V. ist nach heftigen Diskussionen im CCC nun mit einer eindeutigen Distanzierung und der räumlichen Trennung von dem Verein beendet worden. Die Räume des Attraktor waren für viele Hacker im CCC, Technikinteressierte und Aktivisten ein beliebter Anlaufpunkt."

Volksverhetzende Inhalte

Das Vorstandsmitglied Robert M. des Attraktor e.V. soll technische Dienstleistungen für mehrere Dutzend Domains mit volksverhetzenden Inhalten erbracht haben. Die Staatsanwaltschaft Wien, die gegen mutmaßliche Kontakte von Robert M. ermittelte, werfe dem 31-Jährigen vor, über einen von ihm betriebenen Hosting-Account bis 2011 die Registrierung und Bezahlung von rund 50 Domains mit neonazistischen Inhalten zu verantworten, meldet die Tageszeitung (taz).

Aus seiner Vergangenheit in der rechten Szene soll der Mann kein Geheimnis gemacht haben. Er soll aber behauptet haben, 2008 endgültig ausgestiegen zu sein. Aber auch nach Bekanntwerden der neuen Vorwürfe wurde das Vorstandsmitglied ohne Gegenstimme erneut in den Vorstand des Attraktor e.V. gewählt.

Der Hamburger Verein bedauert die Entscheidung des CCC. In einer Stellungnahme heißt es: "Wir möchten eindeutig klarstellen, dass wir im Attraktor und im Umfeld des Attrakor noch nie rechtes Gedankengut toleriert oder unterstützt haben." Der Vorstand und die Mitglieder stünden klar hinter Robert M.

Noch keine Stellungnahme des CCC Hamburg

Der in Berlin gegründete bundesweit agierende CCC hat unter anderem durch Wau Holland starke Wurzeln in Hamburg. Der gemeinnützige Hamburger Hackerspace-Betreiber Attraktor vermietete Räume an den CCC Hansestadt Hamburg (CCCHH) und den CCC. Der CCC betrieb dort ein Büro und seine Mitgliederverwaltung.

In seiner aktuellen Pressemitteilung betont der CCC, dass die Mitgliederverwaltung sich nicht mehr in den Räumen befindet und es keine weitere Zusammenarbeit geben wird. Unklar ist die Haltung des CCCHH zu der Angelegenheit. Bisher gibt es noch keine offizielle Stellungnahme.

Nachtrag vom 16. Juli 2012

Der Attraktor e.V. hatte sich vergangene Nacht zu der Mitteilung des CCC geäußert. Der Artikel wurde entsprechend angepasst.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,22€
  2. 37,49€
  3. 59,99€ für PC/69,99€ für PS4, Xbox (Release am 4. Oktober)
  4. 3,99€

Schalk81 17. Jul 2012

Nur mal so OT zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen, ich kann's mir nicht...

a user 16. Jul 2012

eben offenbar nicht. nicht die vergangenheit dieser person ansich ist ja der offizielle...

ChriDDel 16. Jul 2012

Die Onkelz haben sich von der Rechnten Scene sehr stark abgetrennt und mehr als 10 Jahre...


Folgen Sie uns
       


Mordhau angespielt: Die mit dem Schwertknauf zuschlagen
Mordhau angespielt
Die mit dem Schwertknauf zuschlagen

Ein herausfordernd-komplexes Kampfsystem, trotzdem schnelle Action mit Anleihen bei Chivalry und For Honor: Das vom Entwicklerstudio Triternion produzierte Mordhau schickt Spieler in mittelalterlich anmutende Multiplayergefechte mit klirrenden Schwertern und hohem Spaßfaktor.
Von Peter Steinlechner

  1. Bus Simulator angespielt Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle
  2. Bright Memory angespielt Brachialer PC-Shooter aus China

Das andere How-to: Deutsch lernen für Programmierer
Das andere How-to
Deutsch lernen für Programmierer

Programmierer schlagen sich ständig mit der Syntax und Semantik von Programmiersprachen herum. Der US-Amerikaner Mike Stipicevic hat aus der Not eine Tugend gemacht und nutzt sein Wissen über obskure Grammatiken, um Deutsch zu lernen.
Von Mike Stipicevic

  1. Programmiersprachen, Pakete, IDEs So steigen Entwickler in Machine Learning ein
  2. Software-Entwickler Welche Programmiersprache soll ich lernen?

Bundestagsanhörung: Beim NetzDG drohen erste Bußgelder
Bundestagsanhörung
Beim NetzDG drohen erste Bußgelder

Aufgrund des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes laufen mittlerweile über 70 Verfahren gegen Betreiber sozialer Netzwerke. Das erklärte der zuständige Behördenchef bei einer Anhörung im Bundestag. Die Regeln gegen Hass und Hetze auf Facebook & Co. entzweien nach wie vor die Expertenwelt.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. NetzDG Grüne halten Löschberichte für "trügerisch unspektakulär"
  2. NetzDG Justizministerium sieht Gesetz gegen Hass im Netz als Erfolg
  3. Virtuelles Hausrecht Facebook muss beim Löschen Meinungsfreiheit beachten

    •  /