• IT-Karriere:
  • Services:

Rechtsanspruch auf Wallboxen: Wohnungswirtschaft warnt vor "Schnellschuss" bei WEG-Reform

Energieversorger und Hausverwalter streiten über den Rechtsanspruch auf Lademöglichkeiten für Elektroautos in Mehrfamilienhäusern. Was den einen nicht schnell genug gehen kann, ist den anderen viel zu schnell.

Artikel veröffentlicht am ,
Bis zum Anschluss einer eigenen Wallbox kann es bei vielen Mietern noch lange dauern.
Bis zum Anschluss einer eigenen Wallbox kann es bei vielen Mietern noch lange dauern. (Bild: Keba)

Der schnelle Rechtsanspruch auf eine private Lademöglichkeit in Tiefgaragen stößt auf Widerstand in der Wohnungswirtschaft. Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) warnte am Montag vor einer übereilten Reform des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG). "Das von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer jüngst geforderte Förderprogramm für den Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur darf nicht zum Totengräber der WEG-Reform werden", sagte DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler. Der Verband befürchte, "dass die dringend erforderliche Reform auf wenige Teilaspekte reduziert werden könnte".

Stellenmarkt
  1. Schwarz Dienstleistung KG, Raum Neckarsulm
  2. Landeshauptstadt Stuttgart, Stuttgart

Scheuer hatte Ende März 2019 ein Gesetzespaket für Ladeinfrastruktur vorgeschlagen. Dieses sollte auch den Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur umfassen. Allerdings müssen potenzielle Elektroautokäufer derzeit hohe Hürden überwinden, um beispielsweise eine eigene Lademöglichkeit in einer Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses installieren zu können. Eine schnelle Änderung des WEG ist nicht in Sicht, weil die Bundesregierung dazu erst eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen hat.

BDEW fordert Barley zum Handeln auf

Die Energiewirtschaft fordert jedoch vehement eine Beschleunigung des Verfahrens. "Die von Bundesminister Scheuer in Aussicht gestellte Förderung der privaten und gewerblichen Ladeinfrastruktur wird zusätzlich Dynamik entfalten. Voraussetzung ist, das Bundesjustizministerium zieht nach und räumt die rechtlichen Hürden zügig aus dem Weg", forderte Stefan Kapferer, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Energiewirtschaft (BDEW). Es müsse künftig jedem Mieter und Wohnungseigentümer möglich sein, Ladeinfrastruktur einzubauen, wenn er die Finanzierung sicherstelle. Kapferer forderte Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) auf, dass sie "ihren Ankündigungen hierzu schnell Taten folgen lässt".

Doch eine schnelle Änderung des WEG passt der Wohnungswirtschaft gar nicht. "Einzeln vorgezogene Regelungen können die WEG-Reform insgesamt auf unbestimmte Zeit verschleppen. Es gilt, den abgesteckten Fahrplan einzuhalten, den das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz vorgegeben hat", sagte Kaßler und fügte hinzu: "Der Verbraucherschutz von 18 Millionen Bundesbürgern darf nicht zum Spielball der E-Mobilität werden. Wir brauchen ein novelliertes Wohnungseigentumsgesetz aus einem Guss. Das geht nicht mit verkappt ins Spiel gebrachten 'Mini-Reförmchen'."

Unterstützung erhielt der Verband von der Unionsfraktion im Bundestag. "Das ist auch unsere Meinung. Keine Fragmentierung bei der WEG-Reform", twitterte der CDU-Abgeordnete Sebastian Steineke. Bund und Länder seien aufgerufen, die Gespräche in der Arbeitsgruppe schnell zum Abschluss zu bringen, "um noch in diesem Jahr einen ersten Referentenentwurf auf den Weg bringen zu können".

Aktuellen Zahlen des BDEW zufolge gibt es derzeit rund 17.400 öffentliche Ladepunkte in Deutschland. Davon seien etwa zwölf Prozent Schnelllader. Über drei Viertel der Ladesäulen würden von Energieunternehmen betrieben. "Angesichts der noch geringen Anzahl an E-Autos wird der heutige Bedarf damit bei weitem gedeckt. Um das Klimaziel 2030 im Verkehrssektor zu erfüllen, müssten allerdings sieben bis zehn Millionen E-Autos auf die Straße gebracht werden. Dafür brauchen wir an allen Stellen mehr Tempo", sagte Kapferer.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-79%) 12,50€
  2. 25,99€
  3. (-71%) 5,75€
  4. 2,49€

0xDEADC0DE 09. Apr 2019

Da kommt man aber nicht drum herum, wenn man in einer Eigentümergemeinschaft mit Haus...

0xDEADC0DE 09. Apr 2019

Gib es zu, du hast keine Ahnung was WEG bedeutet... wer die Mehrheit hat, also die von...


Folgen Sie uns
       


Golem.de baut die ISS aus Lego zusammen

Mit 864 Einzelteilen und rund 90 Minuten Bauzeit ist die Lego-ISS bei Weitem nicht so komplex wie ihr Vorbild.

Golem.de baut die ISS aus Lego zusammen Video aufrufen
Elektroautos: Die elektrischste Tiefgarage Deutschlands
Elektroautos
Die elektrischste Tiefgarage Deutschlands

Was muss passieren, damit in zehn Jahren fast jeder in der Tiefgarage sein Elektroauto laden kann? Ein Pilotprojekt bei Stuttgart soll herausfinden, welcher Aufwand auf Netzbetreiber und Eigentümer und Mieter zukommen könnte.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Kabinenroller Microlino 2.0 und dreirädriger E-Motoroller Microletta geplant
  2. Crowdfunding Sono Motors baut vier Prototypen seines Elektroautos
  3. Renault Elektro-Twingo soll nicht schnellladefähig sein

Grünheide: Umweltbewegung agiert bei Tesla-Fabrik unglücklich
Grünheide
Umweltbewegung agiert bei Tesla-Fabrik unglücklich

Es gibt gute Gründe, die Elektromobilität nicht nur unkritisch zu bejubeln. Einige Umweltverbände und Klimaaktivisten machen im Fall der Tesla-Fabrik in Grünheide dabei aber keine besonders gute Figur.
Ein IMHO von Hanno Böck

  1. Gigafactory Berlin Der "Tesla-Wald" ist fast gefällt
  2. Grünheide Tesla darf Wald weiter roden
  3. Gigafactory Grüne kritisieren Grüne Liga wegen Baumfällstopp für Tesla

In eigener Sache: Die offiziellen Golem-PCs sind da
In eigener Sache
Die offiziellen Golem-PCs sind da

Leise, schnell, aufrüstbar: Golem.de bietet erstmals eigene PCs für Kreative und Spieler an. Alle Systeme werden von der Redaktion konfiguriert und getestet, der Bau und Vertrieb erfolgen über den Partner Alternate.

  1. In eigener Sache Was 2019 bei Golem.de los war
  2. In eigener Sache Golem.de sucht Produktmanager/Affiliate (m/w/d)
  3. In eigener Sache Aktiv werden für Golem.de

    •  /