Welche Alternativen bleiben?
Die realistischste Alternative ist nicht die deutsche Atombombe, sondern eine Europäisierung der nuklearen Abschreckung. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bot bereits 2020 einen strategischen Dialog über die europäische Dimension der Force de Frappe an. Im März 2025 kündigte er die Eröffnung einer Debatte über den Schutz der Verbündeten durch die französische Abschreckung an.
Konkrete Modelle reichen von Konsultationsmechanismen über gemeinsame Übungen bis zur Stationierung französischer nuklearfähiger Rafale-Kampfjets in Deutschland. Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages(öffnet im neuen Fenster) analysierten, dass weder der NPT noch der Zwei-plus-vier-Vertrag eine finanzielle Beteiligung Deutschlands an ausländischen Nukleararsenalen verböten.
Die Entscheidungsgewalt würde allerdings ausschließlich beim französischen Präsidenten bleiben. Eine Machtübertragung ist innenpolitisch in Frankreich ausgeschlossen. Die fundamentale Frage – würde Paris für Tallinn geopfert? – bleibt dieselbe wie de Gaulles historische Frage an Kennedy: Würden die USA New York für Paris opfern?
Die konventionelle Aufrüstung läuft parallel. Deutschland erhöhte seinen Verteidigungshaushalt auf 108,2 Milliarden Euro, das höchste Budget der Bundesrepublik jemals.
Der 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturfonds und die Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse schaffen finanzielle Spielräume. Konkrete Beschaffungen umfassen bis zu 1.000 Leopard-2A8-Panzer, 400 Tomahawk-Marschflugkörper(öffnet im neuen Fenster) mit über 2.000 Kilometer Reichweite und das Arrow-3-Raketenabwehrsystem .