Recht auf Vergessen: Google erhält 144.000 Anfragen

Seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes haben Google rund 144.000 Anträge zur Löschung von Links erreicht. Zudem muss sich der Konzern nun auch in Japan mit dem Recht auf Vergessen beschäftigen.

Artikel veröffentlicht am , Thorsten Schröder
Google sieht sich einer wachsenden Zahl an Anträgen auf Löschung von Links gegenüber.
Google sieht sich einer wachsenden Zahl an Anträgen auf Löschung von Links gegenüber. (Bild: Scott Barbour/Getty Images)

Die europäischen Internetnutzer konfrontieren den US-Konzern Google seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) im Frühjahr zunehmend mit Anträgen auf Löschung von Verlinkungen. Seit dem 29. Mai erreichten den Konzern rund 144.000 Anfragen, wie aus dem jetzt vorgelegten Transparenzbericht hervorgeht.

Stellenmarkt
  1. IT-Koordinator Informationssicherheit (m/w/d)
    WEMAG, Schwerin
  2. Fachinformatiker für Systemintegration (m/w/d)
    Erlanger Stadtwerke AG, Erlangen
Detailsuche

Nach eigenen Angaben hat Google seit dem Urteil knapp 42 Prozent der 144.907 Anträge stattgegeben. Die Anträge beziehen sich dabei laut Bericht auf 497.505 verschiedene Internetseiten. Bei 237.561 Links (58,2 Prozent) verweigerte der Konzern die Löschung.

Seit dem Urteil des EuGH zum Recht auf Vergessen ist Google verpflichtet, Links auf Inhalte zu entfernen, wenn sich herausstellt, "dass die Informationen in Anbetracht aller Umstände des Einzelfalls den Zwecken der in Rede stehenden Verarbeitung durch den Suchmaschinenbetreiber nicht entsprechen, dafür nicht oder nicht mehr erheblich sind oder darüber hinausgehen". Ein Antrag über ein Webformular mit einer einfachen Begründung reicht dafür aus. Die Inhalte selbst bleiben nach der Löschung erhalten. Google hatte das Urteil in den vergangenen Monaten immer wieder kritisiert.

Facebook am häufigsten betroffen

Die Franzosen haben laut dem Bericht bislang die meisten Anträge eingereicht. Insgesamt erreichten den Konzern aus Frankreich 28.898 Anfragen. Deutschland liegt mit 24.979 Anträgen auf dem zweiten Platz. 18.304 Anfragen kamen aus Großbritannien.

Golem Akademie
  1. Dive-in-Workshop: Kubernetes
    25.-28. Januar 2022, online
  2. Netzwerktechnik Kompaktkurs
    8.-12. November 2021, online
  3. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
Weitere IT-Trainings

Unter den betroffenen Domains liegt Facebook mit 3.331 individuellen URLs vorne. Auf dem zweiten Platz landet Profileengine.com, eine personenbezogene Suchmaschine. 3.287 URL-Verlinkungen der Seite wurden bislang gelöscht. Mit 2.198 URLs steht auch das Netzwerk Badoo auf der Liste der am stärksten betroffenen Seiten weit vorne. Für die eigenen Dienste wie Youtube oder Google Groups verwendet der Konzern laut Bericht ein gesondertes Verfahren, weshalb die Zahl der Anfragen für diese Seiten nicht gelistet ist.

Google muss auch in Japan Links entfernen

Die im Bericht genannten Beispiele deuten darauf hin, dass Google häufiger den Anfragen stattgibt, bei denen etwa Opfer von Straftaten um die Löschung eines Links bitten. Hingegen lehnt der Konzern Anträge von Urhebern einer Tat in den meisten Fällen ab. Um die Verfahren zu vereinheitlichen, hatte der Konzern ein eigenes Beratungsgremium ins Leben gerufen.

Unterdessen hat auch ein Gericht in Tokio einem Mann mit kriminellen Verbindungen ein Recht auf Vergessen zugesprochen. Es verurteilte Google dazu, entsprechende Links aus seinen Suchergebnissen zu entfernen.

Der Mann klagte wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte, weil Google in seinen Suchergebnissen eine frühere Verbindung zu einer kriminellen Vereinigung öffentlich gemacht hatte. Sein Anwalt verglich das Urteil mit dem des EuGH.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


M.Kessel 15. Okt 2014

Je mehr Dinge im Internet auffindbar sind durch eine SUCHMASCHINE umso uninteressanter...

SoniX 13. Okt 2014

Kann mir bitte jemand helfen das zu verstehen: "dass die Informationen in Anbetracht...

Eheran 13. Okt 2014

Bestes Beispiel... weil? Wir?

He Knows 13. Okt 2014

Zum Glück kann man diese dämliche Vorschrift derzeit noch über die Nutzung von google.com...

busaku 13. Okt 2014

... hätte ich auch gerne, dass niemand wissen muss, auf welcher Schule ich war... Who cares?



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Klimaforscher
Das Konzept der Klimaneutralität ist eine gefährliche Falle

Mit der Entnahme von CO2 in den nächsten Jahrzehnten netto auf null Emissionen zu kommen, klingt nach einer guten Idee. Ist es aber nicht, sagen Klimaforscher.
Von James Dyke, Robert Watson und Wolfgang Knorr

Klimaforscher: Das Konzept der Klimaneutralität ist eine gefährliche Falle
Artikel
  1. Beats, E-Rezept, Vivobooks: Noch mehr neue Kopfhörer von Apple geplant
    Beats, E-Rezept, Vivobooks
    Noch mehr neue Kopfhörer von Apple geplant

    Sonst noch was? Was am 19. Oktober 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

  2. Kalter Krieg 2.0?: Die Aufregung um Chinas angebliche Hyperschallwaffe
    Kalter Krieg 2.0?
    Die Aufregung um Chinas angebliche Hyperschallwaffe

    Die Volksrepublik China soll eine Hyperschallwaffe getestet haben. China dementiert die Vorwürfe aber und sagt, es wäre ein Raumschiff gewesen.
    Eine Analyse von Patrick Klapetz

  3. M1 Pro/Max: Dieses Apple Silicon ist gigantisch
    M1 Pro/Max
    Dieses Apple Silicon ist gigantisch

    Egal ob AMD-, Intel- oder Nvidia-Hardware: Mit dem M1 Pro und dem M1 Max schickt sich Apple an, die versammelte Konkurrenz zu düpieren.
    Eine Analyse von Marc Sauter

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 16% auf SSDs & RAM von Adata & bis zu 30% auf Alternate • 3 Spiele für 49€: PC, PS5 uvm. • Switch OLED 369,99€ • 6 Blu-rays für 40€ • MSI 27" Curved WQHD 165Hz HDR 479€ • Chromebooks zu Bestpreisen • Alternate (u. a. Team Group PCIe-4.0-SSD 1TB 152,90€) [Werbung]
    •  /