Recht auf Reparatur: Farmer müssen ihre John-Deere-Traktoren nicht mehr hacken
Die US-Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC) hat einen jahrelangen Streit zwischen dem Landmaschinenhersteller John Deere und Landwirten beendet. Das Unternehmen wird verpflichtet(öffnet im neuen Fenster), Käufern seiner Maschinen und unabhängigen Werkstätten Reparaturen zu ermöglichen. Zuvor hatte John Deere dies nicht erlaubt.
Funktionen wurden mithilfe von DRM-Maßnahmen gesperrt, außerdem wurden keine Handbücher, Teile oder Software herausgegeben. Das führte zu mitunter abenteuerlichen Situationen, in denen Landwirte ihre eigenen Maschinen mittels dubioser gecrackter Softwaretools reparierten. John Deere konnte in einem solchen Fall die Landmaschinen auch aus der Ferne deaktivieren.
2023 hatte die American Farm Bureau Federation (AFBF), eine Vertretung von Landwirten in den USA, bereits mit John Deere eine Absichtserklärung getroffen, die das Recht auf Reparatur ermöglichen sollte. Diese war rechtlich aber nicht bindend und hatte sich in den Folgejahren als nicht ausreichend herausgestellt. Anfang 2025 reichten die FTC sowie fünf US-Bundesstaaten Klage gegen John Deere wegen Monopolbildung ein.
Vergleich bringt Farmern gleiche Reparaturrechte wie offiziellen Werkstätten
Diese Klage wurde nun durch einen Vergleich beigelegt, in dem sich John Deere zu weitreichenden Maßnahmen verpflichtet. Das Unternehmen muss Kunden sowie freien Werkstätten den gleichen Zugang zu Reparaturmaterialien zur Verfügung stellen, der aktuell auch seinen Vertragswerkstätten zur Verfügung steht.
Neben Ersatzteilen und Reparaturzubehör schließt das auch zahlreiche Softwareressourcen mit ein. So muss es ab sofort möglich sein, Fehlercodes zu löschen und Ersatzteile per Software zu registrieren. Auch technische Handbücher müssen zur Verfügung gestellt werden.
Für noch nicht veröffentlichte Produkte muss John Deere diesen Auflagen nachkommen, sobald sie mehr als 50 Prozent der autorisierten Händler in den USA zur Verfügung stehen. So soll sichergestellt werden, dass auch künftige Produkte reparierbar sind. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wird John Deere von der FTC streng auf die Einhaltung der Regeln überwacht.
Der Golem-Blick
Die rechtlich bindende neue Regelung bedeutet für John-Deere-Kunden in den USA, dass sie endlich ohne Hacks und Jailbreaks ihre Landmaschinen reparieren können. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich die neuen Regeln auch für Kunden außerhalb der USA durchsetzen: Für John Deere dürfte eine zweigeteilte Service-Strategie für die USA und den Rest der Welt langfristig zu umständlich und teuer sein.