Recht auf Einzelbüro und Heimarbeit: Wann Arbeitnehmer einen Anspruch auf Homeoffice haben

In der Pandemie können Firmen es kaum ablehnen, Bürojobs ins Homeoffice zu verlegen. Doch wie sieht es danach aus?

Eine Analyse von Harald Büring veröffentlicht am
Ja, Homeoffice kann nerven, trotzdem wollen viele nicht in den Großraum zurück.
Ja, Homeoffice kann nerven, trotzdem wollen viele nicht in den Großraum zurück. (Bild: Pexels)

Viele Firmen beschäftigen ihre Mitarbeiter gern in Großraumbüros. Sie wirkten sich positiv auf die Kommunikation aus, zudem werde das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, so die Hauptargumente. Diese Sichtweise wurde noch nie von allen Mitarbeitern geteilt (laute Telefonate, störende berufliche oder private Pläuschchen), in der Coronapandemie sind Großraumbüros allerdings noch unbeliebter.

Inhalt:
  1. Recht auf Einzelbüro und Heimarbeit: Wann Arbeitnehmer einen Anspruch auf Homeoffice haben
  2. Firmen müssen ihre Mitarbeiter schützen
  3. In der Pandemie kann Homeoffice nicht einfach abgelehnt werden
  4. Pflicht zur Rückkehr ins Großraumbüro?

Nur ein Prozent der Mitarbeiter, die wegen Corona im Homeoffice statt im Großraumbüro tätig sind, möchten dorthin zurück. Rund 38 Prozent würden stattdessen lieber in einem Einzelbüro arbeiten und 12 Prozent im Homeoffice bleiben beziehungsweise mobil tätig sein, wie der Branchenverband Bitkom Anfang dieses Jahres bei einer repräsentativen Umfrage herausfand. Grund für die Großraumbüro-Aversion ist demnach, dass viele Arbeitnehmer insbesondere dort eine Ansteckung befürchten.

Wie nachvollziehbar diese Sorge ist, zeigt unter anderem die Studie "Covid-19 Ansteckung über Aerosolpartikel - vergleichende Bewertung von Innenräumen hinsichtlich des situationsbedingten R-Wertes" des Hermann-Rietschel-Instituts der TU Berlin (Version vom 2. März 2021). Demnach besteht eine hohe Ansteckungsgefahr im Büro, vor allem, wenn es zu 50 Prozent belegt ist und die Beschäftigten keine Maske tragen.

Doch selbst wenn die Angestellten eine Maske tragen und das Büro nur zu 20 Prozent belegt ist, ist die Ansteckungsgefahr immer noch größer als etwa in einem Kino ohne Maske oder bei einem Aufenthalt in einem Restaurant mit vergleichbarer Belegung.

Stellenmarkt
  1. SAP S4 HANA / ABAP Developer (w/m/d)
    Dürr IT Service GmbH, Bietigheim-Bissingen
  2. IT-Beratung & Support für Baustellen und Konzernstandorte (m/w/d)
    STRABAG BRVZ GMBH & CO.KG, Berlin
Detailsuche

Hinzu kommt, dass das Tragen einer Maske während eines gesamten Arbeitstages stören und die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Sie einfach abzusetzen ist aber keine Option: Auch laut Robert Koch-Institut ist das Infektionsrisiko im beruflichen Umfeld derzeit mit am höchsten.

Es gibt keinen allgemeinen Rechtsanspruch auf Homeoffice

Die einfachste Lösung scheint also zu sein: Alle, die das wollen, sollen zu Hause arbeiten können. Viele Firmen bieten das auch schon an. Doch auch wenn bereits seit Längerem über einen gesetzlichen Anspruch auf mobiles Arbeiten diskutiert wird: Im Moment haben deutsche Arbeitnehmer keinen allgemeinen Rechtsanspruch auf Arbeiten im Homeoffice oder einen Einzelarbeitsplatz. Vielmehr darf normalerweise der Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechtes gemäß § 106 Gewerbeordnung (GewO) darüber entscheiden, wo die Mitarbeiter jeweils tätig sind.

Günstige Schreibtische bei Ikea

Allerdings gibt es laut § 106 GewO Ausnahmen, wenn der jeweilige Arbeitsvertrag, Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder gesetzliche Vorschrift eine abweichende Regelung enthält. Eine Sonderregelung enthält zudem die Vorschrift von § 16 Abs. 1 Satz 2 des Bundesgleichstellungsgesetzes - (BGleiG) für Beschäftigte, die in der Bundesverwaltung und in den Unternehmen und Gerichten des Bundes tätig sind.

Diese Dienststellen haben auf Antrag Beschäftigten mit Familien- und Pflegeaufgaben unter anderem Telearbeitsplätze beziehungsweise mobile Arbeitsplätze anzubieten, sofern dies im Rahmen ihrer dienstlichen Möglichkeiten liegt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Firmen müssen ihre Mitarbeiter schützen 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ubisoft
Avatar statt Assassin's Creed

E3 2021 Als wichtigste Neuheit hat Ubisoft ein Spiel auf Basis von Avatar vorgestellt - und Assassin's Creed muss mit Valhalla in die Verlängerung.

Ubisoft: Avatar statt Assassin's Creed
Artikel
  1. Fifa, Battlefield und Co.: Der EA-Hack startete mit Cookies für 10 US-Dollar
    Fifa, Battlefield und Co.
    Der EA-Hack startete mit Cookies für 10 US-Dollar

    Die Hacking-Gruppe erklärt dem Magazin Motherboard Schritt für Schritt, wie der Hack auf EA gelang. Die primäre Fehlerquelle: der Mensch.

  2. Extraction: Rainbow Six und der Kampf gegen Außerirdische
    Extraction
    Rainbow Six und der Kampf gegen Außerirdische

    E3 2021 Es ist ein ungewöhnlicher Ableger für Siege: Ubisoft hat Rainbow Six Extraction vorgestellt, das auf den Kampf gegen KI-Aliens setzt.

  3. Onlinetickets: 17-Jähriger betrügt Bahn um 270.000 Euro
    Onlinetickets
    17-Jähriger betrügt Bahn um 270.000 Euro

    Mit illegal erworbenen Onlinetickets soll ein 17-Jähriger die Bahn um 270.000 Euro geprellt haben. Entdeckt wurde er nur durch Zufall.

Thornius 07. Mai 2021 / Themenstart

Naja wenn man sich die Bestandteile der Wörter mal anschaut, dann ist es im Prinzip genau...

-Mike- 06. Mai 2021 / Themenstart

Ich denke viele Chefs wollen innerlich gar nicht kontrollieren ob der MA wirklich...

sigii 06. Mai 2021 / Themenstart

Als wuerden die Gruenen morgen einfach mal die ganze Industrie in Deutschland lahmlegen...

Oktavian 06. Mai 2021 / Themenstart

Tja, was soll die Gemeinde denn da auch machen? Impfen ist Landesrecht. Die Gemeinde...

tschick 06. Mai 2021 / Themenstart

Vermasselt? Nenne das Kind doch bitte beim Namen: Die Union hat es torpediert und...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Alternate (u. a. MSI Optix 27" WQHD/165 Hz 315,99€ und Fractal Design Vector RS Blackout Dark TG 116,89€) • Corsair Hydro H80i V2 RGB 73,50€ • Apple iPad 10.2 389€ • Razer Book 13 1.158,13€ • Fractal Design Define S2 Black 99,90€ • Intel i9-11900 379€ • EPOS Sennheiser GSP 600 149€ [Werbung]
    •  /