Abo
  • Services:

Rechnungsprüfer: Vernichtendes Urteil zum Cyberabwehrzentrum

Das vor drei Jahren gegründete Cyberabwehrzentrum des Bundes sei in seiner jetzigen Konzeption nicht gerechtfertigt: Zu dem Urteil kommt der Bundesrechnungshof in einem vertraulichen Bericht.

Artikel veröffentlicht am ,
Rechnungsprüfer: Vernichtendes Urteil zum Cyberabwehrzentrum
(Bild: Wolfgang Rattay/Reuters)

Das Cyberabwehrzentrum erfülle gegenwärtig in keiner Weise die Erwartungen, derentwegen es 2011 eröffnet wurde, zitiert die Süddeutsche Zeitung aus dem Bericht des Bundesrechnungshofs. Es sollte Gefahren für Angriffe aus dem Netz auf kritische Infrastrukturen wie etwa die Strom- und Wasserversorgung abwehren und dazu behördenübergreifend arbeiten. Aber nicht einmal alle drei Kernbehörden nähmen an den täglichen Lagebesprechungen teil.

Stellenmarkt
  1. Knauf Information Services GmbH, Iphofen bei Würzburg
  2. Dataport, verschiedene Einsatzorte

Das Cyberabwehrzentrum ist beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) angesiedelt, das auch sechs der zehn Mitarbeiter stellt. Beteiligt sind zudem das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), die je zwei Arbeitskräfte ins NCAZ entsenden. Außerdem sollen die Bundespolizei, das Bundeskriminalamt, der Bundesnachrichtendienst, die Bundeswehr sowie das Zollkriminalamt als Vertreter in der Behörde in Bonn mögliche Angriffe aus dem Netz überwachen und Gegenmaßnahmen einleiten.

Erwartungen nicht erfüllt

Vor der Eröffnung des Cyberabwehrzentrums 2011 warnte der damalige Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) im Interview mit der Frankfurter Rundschau vor der wachsenden Bedrohung über das Internet. "Kritische Infrastrukturen wie etwa die Strom- und Wasserversorgung kommen heutzutage ohne hochmoderne IT-Systeme nicht mehr aus", sagte Friedrich. Die Gefahr, dass diese Systeme angegriffen würden, wachse ständig. Sollten solche Infrastrukturen lahmgelegt werden, könnte das einen großen Teil der Bevölkerung treffen. Mit Hilfe des Nationalen Cyberabwehrzentrums könnten diese Gefahren "besser analysiert und abgewehrt werden".

Der Arbeitsalltag der Behörde sehe aber anders aus, heißt es in dem Bericht, der der Süddeutschen Zeitung, dem NDR und dem WDR vorliegt. Bereits 2013 habe der Bundesrechnungshof festgestellt, dass das ZKA nur einmal bei einer Besprechung erschienen sei, die dafür bestimmten Teilbereiche der Bundeswehr bis auf den MAD überhaupt nicht. Das Cyberabwehrzentrum sei gegenwärtig "nicht geeignet, die über die Behördenlandschaft verteilten Zuständigkeiten und Fähigkeiten bei der Abwehr von Angriffen aus dem Cyberraum zu bündeln." Dabei hatte Friedrich die notwendige Kooperation zwischen den einzelnen Behörden unterstrichen.

Die Einrichtung einer solchen Institution sei aber nicht gerechtfertigt, wenn der einzige vorgegebene Arbeitsablauf eine tägliche Lagebesprechung sei und die Handlungsempfehlungen der Behörde auf "politisch-strategischer Ebene" nur einmal im Jahr ausgegeben würden, moniert der Bundesrechnungshof. Er empfiehlt, das Abwehrzentrum "sollte mit eigenen Aufgaben und Kompetenzen für die Abwehr von Cyberangriffen ausgestattet sein".



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 399€ (Vergleichspreis ab 467€)
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

laank 10. Jun 2014

Mich wundert nichts mehr. Dass man nun auf Kosten der Steuerzahler eine Untersuchung...

a user 10. Jun 2014

meiner erfahrung nach ist das nicht so. die sachen sind rel. stark miteinander...

nicoledos 10. Jun 2014

Man muss aber auch sagen, so ein Minister hat doch tatsächlich keine Macht im täglichen...

nicoledos 10. Jun 2014

Man könnte es auch als ein Postverteilzentrum bezeichnen. Es werden nur Informationen...

Cheval Alazán 09. Jun 2014

Die Mitarbeiter der Behörden habe sich wohl selbst gefragt, welches Steckenpferd...


Folgen Sie uns
       


Amazons Echo Show (2018) - Test

Wir haben den neuen Echo Show getestet. Der smarte Lautsprecher mit Display profitiert enorm von dem größeren Touchscreen - im Vergleich zum Vorgängermodell. Die Bereitstellung von Browsern erweitert den Funktionsumfang des smarten Displays.

Amazons Echo Show (2018) - Test Video aufrufen
Gaming-Tastaturen im Test: Neue Switches für Gamer und Tipper
Gaming-Tastaturen im Test
Neue Switches für Gamer und Tipper

Corsair und Roccat haben neue Gaming-Tastaturen auf den Markt gebracht, die sich vor allem durch ihre Switches auszeichnen. Im Test zeigt sich, dass Roccats Titan Switch besser zum normalen Tippen geeignet ist, aber nicht an die Geschwindigkeit des Corsair-exklusiven Cherry-Switches herankommt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Azio RCK Retrotastatur wechselt zwischen Mac und Windows-Layout
  2. OLKB Planck im Test Winzig, gerade, programmierbar - gut!
  3. Alte gegen neue Model M Wenn die Knickfedern wohlig klackern

Google Nachtsicht im Test: Starke Nachtaufnahmen mit dem Pixel
Google Nachtsicht im Test
Starke Nachtaufnahmen mit dem Pixel

Gut einen Monat nach der Vorstellung der neuen Pixel-Smartphones hat Google die Kamerafunktion Nachtsicht vorgestellt. Mit dieser lassen sich tolle Nachtaufnahmen machen, die mit denen von Huaweis Nachtmodus vergleichbar sind - und dessen Qualität bei Selbstporträts deutlich übersteigt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Pixel 3 Google patcht Probleme mit Speichermanagement
  2. Smartphone Google soll Pixel 3 Lite mit Kopfhörerbuchse planen
  3. Google Dem Pixel 3 XL wächst eine zweite Notch

Need for Speed 3 Hot Pursuit (1998): El Nino, Polizeifunk und Lichtgewitter in Rot-Blau
Need for Speed 3 Hot Pursuit (1998)
El Nino, Polizeifunk und Lichtgewitter in Rot-Blau

Golem retro_ Electronic Arts ist berühmt und berüchtigt für jährliche Updates und Neuveröffentlichungen. Was der Publisher aber 1998 für digitale Raser auffuhr, ist in puncto Dramatik bei Verfolgungsjagden bis heute unerreicht.
Von Michael Wieczorek

  1. Playstation Classic im Test Sony schlampt, aber Rettung naht

    •  /