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Rechenzentrum und Stromausfall: "Solange Diesel da ist, können wir arbeiten"

Rechenzentrumsbetreiber T-Systems will auch bei einem Stromausfall im kommenden Winter weitermachen können. Die Server durfte die Presse nicht sehen.
/ Achim Sawall
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Feuerwehrübung an der USV (Netzersatzanlage) (Bild: T-Systems)
Feuerwehrübung an der USV (Netzersatzanlage) Bild: T-Systems

Dieselaggregate als USV sollen das größte Rechenzentrum der Deutschen Telekom bei einem Ausfall tagelang weiter mit Elektrizität versorgen können. "Solange Diesel da ist, können wir arbeiten. Wir haben Tankanlagen mit ausreichend Bevorratung" , sagte Dirk Kabelitz, Manager Datacenter Germany East und Asia bei T-Systems, Golem.de bei unserem Besuch der Anlage am 15. Oktober 2022. Es könne von außen nachgetankt werden.

In Biere bei Magdeburg stehen auf 40.000 Quadratmetern Fläche rund 100.000 physische Server mit mehreren Hundert Petabyte Speichervolumen. Die Feuerwehr sei zweimal im Jahr auf dem Gelände, sagte Gemeindewehrleiter Hans Georg Fabian am 15. Oktober 2022. "Ungefähr zweimal im Jahr sind wir nach reinen Einsatzzahlen hier. Sehr viele Einsätze waren sogenannte Fehlalarme. Das heißt aber, die Brandmeldezentrale hat gemacht, was sie soll. Sie hat Partikel erkannt. Und damit ist das völlig in Ordnung." Es habe einmal einen Einsatz gegeben, der tatsächlich von Rauch ausgelöst worden sei, aus dem ein Brand hätte entstehen können, räumte Fabian ein.

Biere I und II: In die Serverräume darf man nicht einmal hineinsehen

In den White Space ließ Betreiber T-Systems die geladenen Medienvertreter nicht hinein. Das ist der Teil des Gebäudes des Rechenzentrums, wo Server, Switches und Speicher stehen. Auch das Fotografieren war auf dem gesamten Gelände verboten, das Personen unter 18 Jahren zudem nicht betreten durften. Immerhin: Der Öffentlichkeit gezeigt wurden eine der Gaslöschzentralen, eine USV und der Blick vom Dach des Rechenzentrums.

Die Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) und andere Einrichtungen bilden den Grey Space. Gesichert ist das Rechenzentrum mit mehr als zwei Meter hohen Zäunen, Stacheldraht und Personenschleusen. Rund 300 Kameras überwachen das Gelände, und ein vier Meter hoher Erdwall soll auch Angriffe großer Fahrzeuge stoppen.

Ein Wassertank und Edelgas sollen Brände ersticken. Da sich Feuerherde in Räumen nicht mit Wasser und Löschschaum bekämpfen lassen ohne die Rechner zu zerstören, leitet das automatische Löschsystem im Notfall Stickstoff in die Serverräume, der das Feuer erstickt und einzelne Brandschutzzellen löscht.

T-System unterstützte das Feuerwehrteam für die langjährige Partnerschaft mit 25.000 Euro.


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