Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Rechenzentrum: Feueralarm zerstört Festplatten, Nasdaq betroffen

Durch den hohen lauten Ton einer Löschanlage wurden in einem schwedischen Rechenzentrum mehrere Festplatten beschädigt oder zerstört. Dadurch konnte der Börsendienst Nasdaq nicht arbeiten. Das Problem: In ganz Schweden gebe es nicht genug Server, um den Schaden direkt zu beheben.
/ Oliver Nickel
56 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Durch hohe laute Töne können Festplatten beschädigt werden. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de)
Durch hohe laute Töne können Festplatten beschädigt werden. Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de / CC0 1.0

Im schwedischen Rechenzentrum Digiplex hat ein Feueralarm Festplatten zerstört(öffnet im neuen Fenster) . Der Grund sei der extrem laute Ton, der durch das Freisetzen des Löschgases ausging. Das berichtet das Onlinemagazin Bleepingcomputer. Durch den Vorfall wurden mehrere Dienste unterbrochen, darunter die Aktivitäten der elektronischen Börse Nasdaq. Das Problem ist, dass in der Region nicht genug Backup-Kapazitäten vorhanden seien und es schwierig werde, den Betrieb vollständig wieder aufzunehmen, heißt es. Dadurch musste Nasdaq Ressourcen teilweise importieren.

Der Vorfall ereignete sich mitten in der Woche an einem Mittwoch, so dass um 8 Uhr morgens der Börsendienst nicht arbeiten konnte. Betroffen seien aber auch die finnische Bank FIM Bank und die OP Bankgruppe. Nasdaq konnte den Betrieb um 14 Uhr des gleichen Tages wieder aufnehmen. Die Börse hat Backupsysteme bei anderen Dienstleistern eingeschaltet. Innerhalb des Digiplex-Rechenzentrums mietet Nasdaq laut dem Anbieter aber auch nur Stellplätze und baut dort eigene Ausrüstung auf.

Festplatten reagieren schlecht auf Vibrationen

Die starken Schallwellen, die von lauten Tönen ausgehen, wirken sich negativ auf Festplatten aus. In diesem konkreten Fall hat der Feueralarm sicherlich die Magnetscheiben so stark vibrieren lassen, dass sie oder der Schreibkopf beschädigt beziehungsweise zerstört wurden. Durch Abstände im Mikrometerbereich kann jede kleine Bewegung zerstörerisch wirken. Der Systemadministrator Brendan Gregg zeigt die Auswirkung durch hochfrequente Töne auch in seinem Rechenzentrum, indem er in die Storage Racks hineinschreit. Er hat das Ergebnis auf Youtube hochgeladen.

Dies ist auch nicht das erste Mal, dass Festplatten durch hohe Töne beschädigt wurden. Ende 2016 hat ein ähnlicher Feueralarm bei einer Routineübung Kapazitäten der ING Bank(öffnet im neuen Fenster) in Rumänien lahmgelegt.


Relevante Themen