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Rechenzentren und KI: Versteckte Konzernschulden wachsen auf 1,65 Billionen US-Dollar

Die nicht bilanzierten Schulden von Alphabet, Microsoft, Amazon, Meta und Oracle sind in nur vier Jahren um das Achtfache angestiegen.
/ Mike Faust
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Im Bau befindliches Rechenzentrum von Amazon Web Services (AWS) in Maricopa County, Arizona, USA (Bild: ZUMA Press Wire via Reuters Connect)
Im Bau befindliches Rechenzentrum von Amazon Web Services (AWS) in Maricopa County, Arizona, USA Bild: ZUMA Press Wire via Reuters Connect

Die versteckten Schulden der Konzerne Alphabet, Microsoft, Amazon, Meta und Oracle summieren sich auf etwa 1,65 Billionen US-Dollar und haben sich damit in den vergangenen vier Jahren verachtfacht. Wie aus einer Analyse des Nachrichtenmagazins Nikkei Asia (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, sind diese nicht direkt in offiziellen Bilanzen sichtbaren finanziellen Verpflichtungen vor allem auf langfristige Leasingverträge für Rechenzentren und Abnahmevereinbarungen für Hochleistungschips zurückzuführen.

Derartige Verpflichtungen müssen nicht in den Bilanzen ausgewiesen werden, wenn es sich dabei um unfertige Projekte handelt, etwa Leasingverträge für noch im Bau befindliche Rechenzentren, oder um zukünftige Lieferungen, wie bereits bestellte, aber noch nicht gelieferte GPUs und Server.

Im Detail beziffert Nikkei Asia die außerbilanziellen Schulden für Meta auf 420 Milliarden US-Dollar, was fast dem Dreifachen dessen entspricht, was aus den Bilanzen hervorgeht. Meta benutzt unter anderem Joint-Ventures, um Projekte wie ein 50 Milliarden US-Dollar teures Rechenzentrum im US-Bundesstaat Louisiana zu finanzieren, diese aber aus seinen Bilanzen herauszuhalten.

Plötzliche Bilanzwirksamkeit

Bei Oracle stiegen die versteckten Schulden innerhalb von vier Jahren um das 30-Fache auf 273,3 Milliarden US-Dollar an. Ein wesentlicher Teil stammt vom Rechenzentrumsprojekt Stargate, das in Zusammenarbeit mit OpenAI entsteht.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) bezeichnet diese Form der Bilanzierung als Shadow Borrowing, die es möglichen Investoren erschwert, die tatsächlichen finanziellen Risiken abzuschätzen. Sobald die geplanten Rechenzentren ihren Betrieb aufnehmen, entsteht eine plötzliche Bilanzwirksamkeit, wodurch die damit verbundenen Schulden real werden.

Die betroffenen Unternehmen verweisen auf ihre zukünftigen Erträge, mit denen diese Schulden gedeckt werden sollen. So sollen etwa Microsoft, Alphabet und Amazon über Auftragsbestände für Clouddienste in Höhe von 1,45 Billionen US-Dollar verfügen. Bleibt die Nachfrage, etwa nach KI-Produkten, aber hinter den Erwartungen zurück, drohen den Konzernen große Wertminderungen und Verluste.

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