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Rechenzentren: IT des Bundes ignoriert eigene umweltpolitische Vorgaben

Bei 184 Rechenzentren und einem hohen Einkaufsvolumen für Technik hat die Bundes-IT eine große Bedeutung. Doch die Abwärme und erneuerbare Energien werden viel zu wenig genutzt.
/ Achim Sawall
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Aufnahme eines Rechenzentrums (Bild: Bundesumweltministerium)
Aufnahme eines Rechenzentrums Bild: Bundesumweltministerium

Die IT des Bundes ist weit davon entfernt, die eigenen Nachhaltigkeitsziele umzusetzen. Das ergab eine parlamentarische Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (PDF)(öffnet im neuen Fenster) , die deren digitalpolitische Sprecherin Anke Domscheit-Berg am 26. September 2022 veröffentlicht hat. Nicht einmal jedes zehnte Rechenzentrum nutzt die Abwärme, nicht einmal jedes dritte verwendet wenigstens Strom aus erneuerbaren Energien, dafür nutzen immer noch zwei Drittel aller Rechenzentren klimaschädliche Kältemittel.

Nur ein einziges Rechenzentrum erfüllt laut Domscheit-Berg die Kriterien des Blauen Engels für Rechenzentren, den das Umweltbundesamt entwickelt hat. Der Bund ist einer der größten Einkäufer von ITK-Produkten und Dienstleistungen in Deutschland. "Der Bund hat 184 Rechenzentren und ein riesiges Einkaufsvolumen an ITK-Produkten und Dienstleistungen, da reicht es nicht, sich Blaue Engel für Rechenzentren auszudenken, da muss schnell und konsequent in den eigenen Häusern der viel zu hohe Klimafußabdruck gesenkt werden" , sagte Domscheit-Berg.

Kein ordentliches Berichtswesen

Für zwei Drittel der Rechenzentren konnte nicht einmal die Frage nach der Nutzung erneuerbarer Energien beantwortet werden und bei etwa jedem vierten Rechenzentrum blieb die Frage nach den verwendeten Kältemitteln ohne Angabe. Bei 118 von 184 Rechenzentren gab es zu keinem einzigen der acht Kriterien des Blauen Engels für Rechenzentren Daten.

Die Stagnation bei der IT-Konsolidierung des Bundes , mit der die Anzahl der Rechenzentren verringert und damit ihre Nachhaltigkeit verbessert werden soll, sei eine der Ursachen des Problems. Eine Reduktion der Anzahl der Rechenzentren scheint auch Jahre nach Beginn des Großprojektes nicht in Sicht, stattdessen entstehen immer mehr neue. "Die IT-Konsolidierung wird damit nicht nur zum Milliardengrab für Steuergelder, sondern auch zu einer erheblichen Hürde auf dem Weg zu einer nachhaltigeren IT des Bundes" , erklärte Domscheit-Berg.


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