Rebellions: Koreanisches KI-Start-up sammelt 400 Millionen US-Dollar ein
Vor dem geplanten Börsengang hat das Start-up Rebellions aus Südkorea noch einmal Geld eingesammelt: 400 Millionen US-Dollar kamen bei der jüngsten Finanzierungsrunde zusammen(öffnet im neuen Fenster) , nachdem bereits im September 2025 im Rahmen einer C-Runden-Finanzierung 250 Millionen US-Dollar eingesammelt wurden. Das Geld soll insbesondere dabei helfen, den US-Markt zu erschließen, die Gesamtbewertung wird mit 2,34 Milliarden US-Dollar angegeben – den Einhorn-Status(öffnet im neuen Fenster) hat das Start-up damit deutlich erreicht.
Um den Einsatz seiner KI-Inferenzbeschleuniger zu erleichtern, hat Rebellions ein fertig konfektioniertes Rack-System namens Rebel-Rack angekündigt. Mehrere der Racks sollen sich zu einem logischen System, genannt Rebelpod, verbinden lassen. Details zu beiden fehlen allerdings aktuell noch.
Bei der Vermarktung seiner Hardware hebt Rebellions besonders die Effizienz hervor, die besser sein soll als bei Nvidias GPUs. Die Hardware dürfte zudem deutlich günstiger sein als Nvidias aktuelle GPU-Generation. Der eigene Cloud-Stack mit Unterstützung aller relevanten KI-Frameworks soll einen einfachen Wechsel ermöglichen.
Vom Hochfrequenzhandel zur KI
Ursprünglich hatte Rebellions mit einem Chip für sogenannten Hochfrequenzhandel (High-frequency Trading) angefangen. Beim Hochfrequenzhandel geht es darum, möglichst schnell auf kleine Änderungen bei Aktien- oder Wechselkursen zu reagieren.
Hierfür entworfene Beschleuniger sind entsprechend dafür ausgelegt, über das Netzwerk eingehende Daten möglichst schnell zu verarbeiten und Reaktionen ebenso schnell an die Server einer Börse zu schicken. Hierbei handelt es sich allerdings um einen Nischenmarkt, weshalb Rebellions wohl mit Beginn des KI-Booms auf KI-Beschleuniger umstieg.
Die erste Generation namens Atom wurde noch als einzelner Chip in einem 5-nm-Prozess von Samsung gefertigt und nutzt GDDR6-Speicher. Der Nachfolger, Rebel100, wurde erstmals im Rahmen der Konferenz Hot Chips 2025 gezeigt(öffnet im neuen Fenster) . Details nannte Rebellions etwa beim Chiplet Summit ( Präsentation, PDF(öffnet im neuen Fenster) ): Er besteht aus vier per UCIe (Universal Chiplet Interconnect Express) verbundenen 4-nm-Chiplets, wieder aus Samsungs Fertigung.
Leistung auf H200-Niveau
Rechenleistung und Speicherausstattung sind praktisch identisch zu Nvidias H200 : Bei 8-Bit-Gleitkommazahlen (FP8) kommt ein Rebel100 auf 2 PFlops, die vier 36-GByte-HBM3e-Stacks erreichen eine Bandbreite von 4,8 TByte/s. Rebellions verbaut mit 512 MByte allerdings deutlich mehr SRAM. Jeweils zwei Chiplets sind direkt verbunden, sie kommunizieren bidirektional mit einer Bandbreite von 1 TByte/s.
Anders als Nvidia setzt Rebellions auf relativ kleine Chiplets, um die Ausbeute (Yield) zu erhöhen. Jedem HBM-Stack und NPU-Chiplet steht zudem ein Silizium-Kondensator-Modul (ISC, Integrated Silicon Capacitor) zur Seite. Es garantiert eine stabilere Spannungsversorgung bei Lastspitzen. Verbaut wird der komplette Chip auf PCIe-5.0-Karten, die TDP gibt Rebellions mit 600 W an.
Für 2027 ist mit Rebel100s eine Variante mit zusätzlichen Ethernet-Chiplets zur direkten Verbindung der Beschleuniger angekündigt. Aktuell sind dafür noch vier 400-GBit-Ethernet-Karten im Rebelserver vorgesehen, der mit zwei Epyc 9355 und 1,5 TByte DDR5-RAM bestückt ist.
- Anzeige Hier geht es zu Künstliche Intelligenz: Wissensverarbeitung bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



