Reality Labs: Meta streicht jede zehnte Stelle in der Metaverse-Sparte

Meta plant drastische Einschnitte in seiner Reality-Labs-Abteilung. Rund 10 Prozent der etwa 15.000 Mitarbeiter, die an Produkten für das Metaverse arbeiten, sollen ihre Jobs verlieren, berichtet die New York Times.(öffnet im neuen Fenster) Entsprechende Gerüchte gab es schon Anfang Dezember.
Der Stellenabbau trifft vor allem jene Teams, die an Virtual-Reality-Headsets und sozialen Netzwerken in der virtuellen Realität arbeiten. Gemessen an der Gesamtbelegschaft von 78.000 Mitarbeitern sind die Kürzungen zwar überschaubar, doch für die Metaverse-Sparte bedeuten sie einen erheblichen Einschnitt. Möglicherweise fielen sogar mehr als 10 Prozent der Stellen weg, so die New York Times.
Zuckerberg setzt auf KI statt Metaverse
Andrew Bosworth, Technologiechef von Meta und Leiter der Reality Labs, hat für Mittwoch eine Belegschaftsversammlung angesetzt. In einem internen Memo, das der Zeitung vorliegt, bezeichnete er das Treffen als das "wichtigste" des Jahres und forderte die Mitarbeiter auf, persönlich zu erscheinen. Details nannte er nicht.
Hinter den Kürzungen steht eine strategische Neuausrichtung durch Meta-Chef Mark Zuckerberg. Bereits im vergangenen Jahr forderte er von seinen Führungskräften Einsparungen in den Budgets für 2026. Der Grund: Meta steht im harten Wettbewerb mit OpenAI und Google und investiert massiv in KI-Forschung. Zuckerberg hat die Mittel für das TBD Lab deutlich aufgestockt – eine Art Geheimprojekt innerhalb von Meta, das an superintelligenter KI arbeitet.
Ein Teil der eingesparten Gelder aus dem VR-Bereich soll in die Wearables-Sparte fließen, die smarte Brillen und Armband-Computer entwickelt.
Das Ende einer Vision?
Die Stellenstreichungen bremsen Zuckerbergs ambitionierte Vision eines Metaverse – seiner Vorstellung eines VR-basierten Internets als Zukunft sozialer Netzwerke. Seit 2014, als Meta das VR-Start-up Oculus kaufte, verfolgt der Konzernchef diese Idee. 2021 benannte er Facebook sogar in Meta um, um die Fokussierung auf das Metaverse zu unterstreichen.
Nun scheint die Priorität eine andere zu sein: Künstliche Intelligenz hat das virtuelle Universum als wichtigstes Zukunftsprojekt abgelöst.