Reaktion auf Zölle: China soll Exporte von seltenen Erden einschränken
China hat am 4. April 2025 begonnen, den Export von sechs Seltenerdmetallen und Seltenerdmagneten einzuschränken, die wesentliche Bestandteile in der Automobil-, Luft- und Raumfahrt-, Halbleiter- und Rüstungsindustrie darstellen.
Der Exportstopp scheint eine Reaktion auf die Zollerhöhungen von Trump zu sein, die am 2. April 2025 in Kraft traten. Die chinesischen Behörden verlangen einem Bericht der New York Times(öffnet im neuen Fenster) zufolge Ausfuhrgenehmigungen für diese Materialien, aber das Lizenzsystem ist noch nicht in Funktion.
Branchenkennern zufolge wurden die Lieferungen an zahlreichen chinesischen Häfen gestoppt. Die Sorge ist nach Angaben der NYT, dass China die Lieferungen an bestimmte Unternehmen, insbesondere an amerikanische Rüstungsunternehmen, dauerhaft blockieren wird.
Auswirkungen auf die globale Fertigung
Die Exportbeschränkungen könnten die weltweite Fertigung erheblich beeinträchtigen, wenn die Vorräte außerhalb Chinas erschöpft sind. Zu den ausgesetzten Exporten gehören Materialien, die fast ausschließlich in China hergestellt werden.
Überall im Einsatz
Die Seltenerdmetalle sind auch wichtige Bestandteile zahlreicher Anlagen, Bauteile und Geräte. Neodym, Praseodym und Dysprosium werden in Smartphones, Computern und anderen elektronischen Geräten verwendet, besonders in Mikrofonen, Lautsprechern und Vibrationsmotoren. Einige Seltenerdmetalle werden für Windturbinen und Solarzellen benötigt. In Elektro- und Hybridfahrzeugen werden Seltenerdmetalle für Batterien, Elektromotoren und Katalysatoren benötigt.
Cer, Lanthan und andere werden in der Öl- und Gasindustrie als Katalysatoren eingesetzt. In MRT-Geräten, Röntgengeräten und anderen diagnostischen Instrumenten werden ebenfalls einige Seltenerdmetalle eingesetzt. Auch in Nachtsichtgeräten, Radaranlagen, Präzisionslenkwaffen und anderen Waffen kommen die Materialien zum Einsatz.
Während dem Bericht nach in Japan größere Bestände dieser Materialien gelagert werden, nachdem China im Jahr 2010 ein siebenwöchiges Embargo für Seltenerd-Exporte nach Japan verhängt hatte, haben US-Unternehmen wohl eher kleinere Lagerbestände, um zu vermeiden, dass Kapital in teuren Rohstoffen gebunden wird.



