RDNA 4 Grafikkarten: Priorität liegt laut AMD auf Mittelklasse-GPUs

AMDs Leiter der Computing- und Grafik-Abteilung, Jack Huynh(öffnet im neuen Fenster) , hat in einem Gespräch im Rahmen der Ifa 2024 die Pläne für zukünftige Gaming-Produkte des Herstellers erklärt. Huynh will vor allem Marktanteile zurückgewinnen und dafür die Marktsegmente mit den höchsten Verkaufszahlen zuerst bedienen. Das sind Konsolen, Handheld-Gaming-PCs und Grafikkarten im Budget- und Mittelklasse-Segment.
Wichtig sind laut Huynh die Marktsegmente und deren Verkaufszahlen. High-End-Grafikkarten stellen nur etwa 10 Prozent des TAM (Total Adressable Market) dar und sind daher nicht geeignet, um einen großen Marktanteil aufzubauen. Genau den braucht es aber, um Entwickler dazu zu bringen, auch für AMD-Grafikkarten zu optimieren. Erst danach ergeben High-End-Produkte wieder Sinn.
"Meine größte Priorität ist es (...), uns schneller auf einen Marktanteil von 40 bis 50 Prozent zu bringen. Will ich also 10 Prozent des TAM adressieren oder 80 Prozent? Ich bin für 80 Prozent, weil ich nicht will, dass nur Leute, die sich Porsches und Ferraris leisten können, AMD-Produkte kaufen können. Wir wollen Gaming-Systeme für Millionen von Nutzern bauen" , so Huynh.
Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis reicht nicht
Gute Hardware allein reicht nicht aus, um große Marktanteile zu gewinnen. Nach mehreren Jahren, in denen die Ryzen-Prozessoren sehr erfolgreich waren und sich in Vergleichstests häufig gegen die Konkurrenz von Intel durchsetzen konnten, hat AMD einen Marktanteil von 23,9 Prozent bei Desktop-CPUs. Der GPU-Markt ist noch einmal schwieriger, denn hier braucht es zusätzlich zur Performance auch gut abgestimmte Softwarepakete, um die Gunst der Nutzer zu gewinnen.
AMD ist laut Jack Huynh in Gespräche mit allen großen Anbietern von Spiele-Engines, um neue Software-Features zu integrieren und bessere Optimierung für AMD-GPUs zu erreichen. Dazu sagte Huynh: "Wenn ich Entwicklern sage, dass wir 10 Prozent Marktanteil anpeilen, wünschen sie mir viel Erfolg und gehen zu Nvidia. Also muss ich Ihnen einen Plan zeigen, der besagt, dass wir damit 40 Prozent Marktanteil erreichen können. (...) Wenn wir das haben, können wir auch das Top-Segment anpeilen."
Zu dieser Strategie zählen auch APUs. In derselben Gesprächsrunde gab AMD auf eine Frage der Journalisten an, dass der AMD Z2 als Nachfolger des Z1 Extreme in der ersten Jahreshälfte 2025 erscheinen soll. Zudem will man Semi-Custom-Entwicklungen wie die Van-Gogh-APU im Steamdeck und den Z1 Extreme zusammenführen.
Ein neuer MCM-Aufbau?
Eine endgültige Absage an High-End-Grafikkarten der Radeon-RX-8000-Serie erteilte AMD aber nicht. Eine Strategie für Enthusiasten soll es weiter geben, sie wurde bisher nur nicht angekündigt. Dazu sollen wieder Chiplets verwendet werden, was auch bei der Radeon-RX-7000-Serie (RNDA 3) der Fall ist. Das hätte keine Auswirkungen auf die Entwicklung kleinerer GPUs und ermöglicht es dennoch, auch High-End-Grafikkarten damit zu bauen.
Das könnte bedeuten, dass AMD den bisherigen MCM-Aufbau (Multi-Chip-Module) ändert. Denn der GCD (Graphics-Core-Die) ist bei der Radeon-RX-7900-Serie monolithisch. Ausgegliedert sind die MCDs (Memory-Cache-Die), die Speichercontroller und Infinity-Cache beinhalten. Eine schnellere GPU durch mehr Chiplets ist mit diesem Aufbau nicht möglich.
Es bräuchte stattdessen einen Aufbau, bei dem mehrere GCDs zu einer großen GPU zusammengeschaltet werden können. Ähnlich dazu sind der Apple M1 Ultra und die Nvidia Blackwell-B200-GPU. Genau genommen wird hier Silicon-Stiching verwendet, um einen zusammenhängenden Chip zu erzeugen, eine Ähnlichkeit zu echten Chiplet-Designs besteht aber.



