RDNA 3: AMD stellt Radeon RX 7900 XT und 7900 XTX vor
AMD-Chefin Lisa Su hat bei einer Veranstaltung in Las Vegas zwei Grafikkarten mit der RDNA-3-Architektur präsentiert. Die Radeon RX 7900 XTX bietet 96 CUs mit 2,3 GHz Takt und zusammen 24 GByte GDDR6 an einem 384-Bit-Interface – insgesamt 61 TFlops Rechenleistung bei einer Board-Power von 355 Watt.
Die zweite neue Karte heißt Radeon RX 7900 XT, sie verfügt über 84 CUs und 20 GByte GDDR6 an einem 320-Bit-Interface mit 300 Watt Leistungsaufnahme.
Mit RDNA 3 bringt AMD erstmals Chiplets auf Desktop-Grafikkarten. Die Navi-31-Chips mit 58 Milliarden Transistoren werden bei TSMC in einem 5nm-Verfahren gefertigt, während die Memory/Cache-Dies (MCD) in einem 6nm-Prozess hergestellt werden und um die GPU herum angeordnet sind. Neben Controller und Interface für den Speicher bieten die MCDs insgesamt 96 MByte Infinity-Cache.
Durch das Chiplet-Design steigerte AMD die Transistordichte um 165 Prozent. Das ermöglicht entweder eine höhere Taktrate bei gleicher Leistungsaufnahme oder eine geringere Leistungsaufnahme bei gleicher Taktrate.
AMD entschied sich dazu, die Taktrate etwas zu erhöhen und mit bis zu 355 Watt die Leistungsaufnahme in etwa auf dem Niveau der Vorgängergeneration zu lassen.
Keine neuen Gehäuse und Netzteile nötig
Laut AMD wurde die Rechenleistung pro Takt verdoppelt, was bei der im Vergleich zur Konkurrenz geringen Taktsteigerung auch notwendig ist. AMD nannte an mehreren Stellen der Präsentation eine vernünftige Leistungsaufnahme bei hoher Performance als Ziel.
Auf einen neuen Stromanschluss wird verzichtet – entsprechend gab es einen Scherz über nicht benötigte Stromadapter. Die Grafikkarten sollen so in jeden PC passen, in dem auch die vergangenen Generationen Platz hatten. Neue Netzteile oder Gehäuse sind nicht erforderlich, wenn vorher beides für eine High-End-GPU ausgelegt war.
Als erster GPU-Hersteller bringt AMD mit der neuen Generation außerdem Displayport-2.1-Anschlüsse. Damit sind 4K-Displays mit bis zu 480 Hertz möglich, bei 8K-Auflösung gibt es noch 165 Hertz. Gleichzeitig ist 12-Bit-Farbwiedergabe möglich.
Ein Displaylink hat eine Bandbreite von 54 GBit/s. Während so hohe Bildwiederholraten bei hoher Auflösung zumindest aktuell nicht genutzt werden, wird die Farbwiedergabe für HDR-Content zunehmend wichtig.
AMD betonte jedoch vor allem die hohen Bildwiederholfrequenzen. Neben Benchmarks wie Cyberpunk 2077 mit 62 fps in 4K inklusive Raytracing wurde dazu Valorant in 4K mit 704 fps angegeben.
Bei der AI-Performance nannte AMD eine Steigerung um den Faktor 2,7, während beim Raytracing immerhin ein Plus von 50 Prozent erzielt wird. Weitere Features sind ein doppelter AV1-Encoder, AI-beschleunigtes Video-Encoding für bessere Leistung und Qualität in Konferenzanwendungen und gleichzeitige AVC/HEVC-Dekodierung.
AMD Radeon RX 7900 XTX und RX 7900 XT: Preise
Die Radeon RX 7900 XTX soll für rund 1.000 US-Dollar verkauft werden, während die kleinere RX 7900 XT etwa 900 US-Dollar kosten soll. Beide Preise sind wie üblich ohne Steuern angegeben, weshalb die realen Preise gewöhnlich etwas höher liegen. Euro-Preise sind bislang nicht bekannt. Der Veröffentlichungstermin ist für den 13. Dezember 2022 geplant.
Auf einen direkten Vergleich mit der bereits verfügbaren Geforce RTX 4090 ließ sich AMD bisher nicht ein.
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