Rdio: "Wir treten gegen das klassische Radio und iTunes an"

Drew Larner, Chef des US-Musik-Streaming-Dienstes Rdio, erklärt, wie er das klassische Radio ablösen und gegen den schwedischen Konkurrenten Spotify und Download-Angebote wie iTunes bestehen will.

Artikel veröffentlicht am , mh
Rdio: "Wir treten gegen das klassische Radio und iTunes an"
(Bild: Stefan Kühn/GNU Free Documentation License)

Der Kunde der Zukunft wird seltener Dinge besitzen, glauben Konsumforscher, dafür öfter leihen - gegen Gebühr versteht sich. In der Musikindustrie ist dieser Trend schon heute zu beobachten: Statt die Titel einzeln oder als Album zu kaufen und herunterzuladen, nutzen Millionen Internetnutzer weltweit Musik-Abodienste. Endet ihr Abo, haben sie keinen Zugriff mehr auf die Musik.

Inhalt:
  1. Rdio: "Wir treten gegen das klassische Radio und iTunes an"
  2. Kann die Musikbranche so überleben?

Diese Streaming-Technik wird nach Ansicht vieler Experten den Musikvertrieb dramatisch verändern. Schon bald könnten Online-Musikshops wie iTunes deutlich an Bedeutung verlieren. Als Weltmarktführer unter den Streaming-Diensten gilt das schwedische Startup Spotify, das mit einem werbefinanzierten Angebot Millionen von Nutzern gewonnen hat. Doch der US-Rivale Rdio holt auf. Das Unternehmen wurde von Skype-Mitgründer Janus Friis aufgebaut und hat mit 18 Millionen Titeln die meisten Songs unter Lizenz - drei Millionen mehr als Rivale Spotify. Seit Januar ist der Dienst auch in Deutschland verfügbar und tritt gegen Konkurrenten wie Simfy, Juke, Deezer und Rara an.

So beliebt die Streaming-Dienste bei Nutzern sein mögen: Sie verlieren wegen ihrer noch geringen Nutzerzahlen immer noch viel Geld. Denn pro Lied, das die Nutzer abspielen, müssen die Unternehmen Lizenzgebühren an die Plattenlabels entrichten. Das ist in vielen Fällen noch mehr, als die Unternehmen durch Monatsgebühren und Werbeeinnahmen verdienen.

Rdio - so wird spekuliert - soll daher aktuell Übernahmeverhandlungen mit dem Softwarekonzern Microsoft führen, das auch Skype übernommen hat. Der Zugriff auf einen weltweiten Musik-Aboservice würde Microsofts Privatkundenangebote, nicht zuletzt seine Smartphone-Software, wesentlich attraktiver machen. Rdio-Chef Drew Larner will sich zu den Spekulationen zwar nicht äußern. Sehr wohl aber erklärt er, wie er gegen den Konkurrenten Spotify punkten will und wie er die Zukunft von Musik-Abodiensten sieht.

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Wirtschaftswoche: Herr Larner, Ihr Wettbewerber Spotify ist bereits sehr populär. Es gibt Simfy, Rhapsody und Xbox Music. Brauchen wir wirklich noch einen Service wie Rdio?

Drew Larner: Jedes Angebot ist anders. Wir haben uns vom Start weg auf das sogenannte Social Discovery fokussiert, das gemeinsame Entdecken neuer Musik. Unsere Abonnenten können Menschen mit ähnlichem Musikgeschmack folgen und auf diesem Weg Stücke entdecken, die sie wahrscheinlich niemals selber gefunden hätten.

Wirtschaftswoche: Aber das erlauben doch Dienste wie Facebook schon lange.

Drew Larner: Ja. Aber ich interessiere mich nicht sonderlich dafür, welche Musik meine Mutter, mein Onkel oder meine Arbeitskollegen hören. Ich folge etwa einem Modedesigner aus Rio de Janeiro, einem DJ aus Montreal und einer Werberin in Australien.

Wirtschaftswoche:Gegen wen tritt Rdio an? Gegen das klassische Radio oder gegen Download-Angebote wie iTunes?

Drew Larner: Gegen beide. Das Radio werden wir allerdings nicht von heute auf morgen verdrängen. Da verstehen wir uns eher als Zusatzdienst. Radiosender haben Millionen von Zuhörern, und viele sind kommerziell erfolgreich. Wir haben daher gerade eine Partnerschaft mit einer australischen Sendergruppe geschlossen, die Rupert Murdochs ältestem Sohn Lachlan gehört. Es wird ein gradueller Übergang sein.

Wirtschaftswoche: Noch sind die Nutzerzahlen niedrig.

Drew Larner: Keine Frage. Wir stehen erst am Anfang. Alle Streaming-Dienste zusammengenommen haben vielleicht weltweit zehn Millionen Nutzer.

Wirtschaftswoche: Apple und Amazon verkaufen erfolgreich Musik. Es ist ein bewährtes Modell - im Gegensatz zu den Streaming-Diensten.

Drew Larner: Ich bin fest davon überzeugt, dass eines Tages die Mehrheit der Internet-Nutzer Musik streamt. Man muss die Stücke nicht mehr besitzen. Man muss lediglich den Zugang zu ihnen haben. Vor allem unterwegs: 90 Prozent unserer Nutzer haben die mobile Option abonniert, mit der sie auch auf ihrem Handy ihre Songs hören können. Das ist sogar ohne Web-Zugang möglich, indem sie die Titel vorher mit Hilfe unserer App herunterladen.

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Kann die Musikbranche so überleben? 
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elgooG 24. Okt 2012

Also ein weiteres KAUF-MEIN-UNTERNEHMEN-Startup (kwt)

stuempel 23. Okt 2012

Wem das genügt,... Ich komme bei Napster monatlich auf etwa 5 Alben und 30 Songs, die ich...

stuempel 23. Okt 2012

Die klassischen Musiksender - insbesondere gebührenfinanziert - könnten für meinen...

stuempel 23. Okt 2012

klar - als "Napster reloaded"-Nutzer der ersten Stunde. Nachdem last.fm sein...



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